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Parchimer Zeitung

22. November 2017 | 12:19 Uhr

Parchim : Der Wahl-Appetitmacher

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Wie es einem Polit-Veteranen und einer Initiative gelingt, alle Bundestags-Wahlkreis-Kandidaten nach Parchim zu holen

von
erstellt am 09.Sep.2017 | 09:00 Uhr

Man kann geifern, meckern und sich über alles empören. Man kann aber auch Fragen stellen und sich einmischen. Genau dafür hat sich eine kleine Gruppe Frauen und Männer aus Parchim und Umgebung entschieden. Die Initiative Politisch Interessierte Bürger hat alle Kandidaten zur Bundestagswahl eingeladen und wird sie am Sonnabend in einer Woche zur besten Fernsehzeit in den Parchimer Hafenterrassen vorstellen und ausfragen – eine ideale Ergänzung zu den Kandidatenporträts in unserer Zeitung.

Zur Landtagswahl vor einem Jahr platzten die Zelte am Hafen aus allen Nähten. Mehr als 200 Parchimer wollten den Kandidaten auf den Zahn fühlen. Moderator Norbert Wiencke erinnert sich: „Die Grundidee hatte Maik Kindler aus Grebbin. Wir wollten mit dieser Veranstaltung für Besucher von Jung bis Alt auch kleinen Parteien eine Stimme geben. Bei der Bundestagswahl 2013 holten die Splitterparteien zusammen 15,9 Prozent. Sie haben also Gewicht. Am Ende hatten wir 14 Kandidaten auf dem Podium.“ Eine Hürde setzt die Initiative: Das Bestreben der eingeladenen Parteien müsse auf den Erhalt der bestehenden freiheitlichen demokratischen Grundordnung gerichtet sein.

Für die Veranstaltung am 16. September (Einlass 18 Uhr) haben bis auf die Ein-Themen-Partei Bündnis Grundeinkommen und die Ökologisch-Demokratische Partei alle zugesagt.

Der 68-jährige Norbert Wiencke ist für die Parchimer kein Unbekannter. Der Inhaber der ehemaligen Musik-Szenekneipe Anno Poll am alten Markt mischte zehn Jahre in der Politik mit. 2004 war er Gründungsmitglied der Alternativen Liste für Bürgernähe, Umwelt und Soziales (Albus) und fiel durch unbequeme Fragen auf. So gesehen ist der Polit-Veteran taufrisch: „Wir wollen die Kandidaten persönlich vorstellen und nicht die Programme der Parteien abspulen.“ Weiter: „Wenn sie gewinnen wollen, müssen die Kandidaten über sich reden. Das Blabla der üblichen Debatte hilft nicht weiter.“

Wiencke, der sich völlig neutral verhalten will, bereitet sich seit Wochen vor, besucht Veranstaltungen der Kandidaten, um deren Persönlichkeit zu erleben. Die Parchimer Wahlrunde wird genau darauf ausgerichtet sein. Wie verhalten sich die Kandidaten, wenn sie in einer Live-Debatte direkt aufeinandertreffen? Angesichts des großen Wahlkreises ist der persönliche Kontakt der Parchimer zu den Bundestags-Kandidaten eher selten. Das soll der Abend, dessen Ende nach hinten offen ist, bringen.

Das Publikum bestimmt die Themen, schreibt Fragen auf eine Karte, die der Moderator stellt, „damit es nicht unter die Gürtellinie“ geht und die Runde fair bleibt. Pro Antwort gilt die strikte Zeitgrenze von zwei Minuten.

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