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Parchim : „Der Staat als Unternehmer ist kein Geschäftsmodell“

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Ludwigslust-Parchim landesweit stärkste Region im Unternehmerverband. Kritik am Landkreis.

von
erstellt am 12.Jan.2017 | 20:45 Uhr

Aufatmen beim Unternehmerverband Ludwigslust-Parchim: Der Wunsch des vergangenen Jahres nach einer flächendeckenden schnellen Internetversorgung scheint bis 2018 in Erfüllung zu gehen.

Dafür macht sich der Verband aktuell zum Jahresauftakt Sorgen wegen der Übernahme unternehmerischer Leistungen durch den Landkreis. Das könnte ein Trend werden. Regionalleiter Wolfgang Waldmüller: „Wir haben deutlich Stellung bezogen gegen das Engagement der Kommunalisierung im Abfallbereich. Der Staat als Unternehmer ist kein Geschäftsmodell. Wettbewerb und günstige Preise werden ausgeschlossen. Die Wertschätzung gegenüber der Wirtschaft erhält hier einen negativen Höhepunkt. Vor allen der unwürdige Umgang mit dem betroffenen Unternehmen ist kritikwürdig.“

Der Landkreis hat seit Jahresbeginn die Abfuhr von Altpapier und Sperrmüll in eigener Regie übernommen. Vorausgegangen war ein Streit um die Ausschreibung. Der Landkreis hatte den Stopp der Ausschreibung mit einer Kostenexplosion begründet. Eine Vergabebeschwerde ist anhängig.

Dass die Unternehmer der Region Ludwigslust-Parchim ein Schwergewicht auf der politischen Bühne darstellen, liegt auch an der erfolgreichen Entwicklung des Verbands. Mit der Ausdehnung der Region seit der Kreisgebietsreform wuchs auch die Zahl der vertretenen Unternehmen.

Aktuell ist der Verband Ludwigslust-Parchim mit 280 aktiven Unternehmen der stärkste innerhalb der Unternehmerverbände. Im vergangenen Jahr sind 21 dazugekommen. „Wir sind in beiden Altkreisen gleichermaßen präsent und der stärkste Regionalbereich im Unternehmerverband“, sagt Regionalleiter Waldmüller. Der Unternehmerverband werde außerdem weiterhin an der Zertifizierung von familienfreundlichen Betrieben mitwirken. Auch die Mitarbeit an überregionalen Projekten wie lebensphasenorientierter Beschäftigungspolitik in den Unternehmen oder Integration von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt werde fortgesetzt.

Bewährt habe sich auch die Schule für Jungunternehmer, wo sich Zehntklässler in Cambs und am Parchimer Friedrich-Franz-Gymnasium mit Wirtschaftsthemen befassen und Schülerfirmen gründeten. In enger Zusammenarbeit mit dem Jobcenter hat der Unternehmerverband Beschäftigungsmöglichkeiten für Flüchtlinge organisiert Der Verband hatte bei den Mitgliedsfirmen angefragt, ob sie für Flüchtlinge mit Bleiberecht Arbeitsplätze anbieten können. „Arbeit ist der beste Weg zur Integration“, ist Waldmüller überzeugt. Und es klappt: In einer Parchimer Spedition arbeiten mehrere Flüchtlinge. Die Chefin persönlich bringt ihnen Deutschkenntnisse bei.

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