Parchim : Der Spinner ist in der Kreisstadt

 Raupen des Eichenprozessionsspinners kriechen an einem Eichenstamm.
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Raupen des Eichenprozessionsspinners kriechen an einem Eichenstamm.

Eiche in der Schweriner Straße in Parchim betroffen. Schädlingsbekämpfer im Einsatz. Vorsicht vor Raupenhaaren.

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20. Juni 2016, 21:00 Uhr

Warnende Flatterbänder rund um eine Eiche in der Schweriner Straße in Parchim: Stadtauswärts kurz vor dem Bahnübergang wurden in dem Wipfel Nester des Eichenprozessionsspinners (EPS) gefunden. Die Raupen können gefährlich werden.

Die Stadtverwaltung Parchim bestätigte gestern Nachmittag auf SVZ-Anfrage den Befall: Am Samstag sei der EPS von Anwohnern entdeckt und der Polizei gemeldet worden, die wiederum die Parchim Wacht informierte. Der Bereich sei umgehend abgesperrt und eine Schädlingsbekämpfungsfirma beauftragt worden. Die Stadt habe am Montag an Stellen, wo Eichenprozessionsspinner in vergangenen Jahren aufgetaucht waren, Kontrollen durchgeführt. Auch in den kommenden Wochen soll es vermehrt Kontrollen geben. „Sicherheit hat oberste Priorität“, so das Ordnungsamt. Wenn ein EPS-Befall festgestellt wird, beauftrage die Stadt Parchim sofort eine Schädlingsbekämpfungsfirma, um den Eichenprozessionsspinner fachmännisch zu entfernen und zu entsorgen.

Gefährlich für den Menschen können die Raupen des Spinners werden, die Anfang Mai schlüpfen, warnt das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in einem Flyer. Die Raupen häuten sich bis zur Verpuppung fünf- bis sechsmal. Ab der dritten Häutung – etwa Mitte Juni – bilden die Raupen die gefährlichen Brennhaare aus. Diese sind brüchig, innen hohl, mit Widerhaken versehen und enthalten das Nesselgift Thaumetopoein. Sie brechen leicht ab und können bis zu 100 Meter weit mit dem Wind driften. Die sich im Unterholz sowie im Bodenbewuchs anreichernden Raupenhaare können bis zu einem Jahr für den Menschen gefährlichen bleiben, Kleidung und Schuhe kontaminieren und Reaktionen auslösen. Das Gesundheitsamt rät zur Vorsicht: Befallene Gebiete sollte man meiden, empfindliche Hautbereiche mit Kleidung schützen, Raupen und deren Nester nicht berühren, nach Kontakt sofort die Kleider wechseln und duschen, die Beseitigung der Raupen und der Nester Fachleuten überlassen.

Das Gesundheitsamt des Landkreises rät: Wer gesundheitliche Probleme im Zusammenhang mit dem Spinner bekommt, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Folgende Krankheitserscheinungen können im Zusammenhang mit EPS auftreten:

  1. Raupenhaar-Dermatitis:
    Unmittelbar nach Hautkontakt entwickelt sich ein starker Juckreiz, dem innerhalb von ca.
    24 Stunden sichtbare Hautreaktionen (insektenstichartige Papeln, nesselsuchtartige
    Quaddeln oder lokale rote Flecken) folgen.
  2. Entzündungen von Augenbindehaut und Auge:
    Gelangen die Raupenhaare in die Augenbindehaut, kann es dort zu einer akuten Bindehautentzündung mit Rötung, Lichtscheu und starker Schwellung der Augenlider kommen. Mitunter treten auch schwere Entzündungen im Augeninneren durch Einbohren der Gifthaare in die Hornhaut auf.
  3. Entzündung der oberen Luftwege:
    Das Einatmen der Raupenhaare kann zu Entzündungen im Rachenbereich, zu
    Schwellungen der Nasenschleimhaut und Bronchitis führen und mitunter auch asthmaartige Symptome und sogar allergische Schockreaktionen auslösen.
  4. Allgemeinerscheinungen
    Schwindelgefühl, Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl können zusätzlich auftreten.

(Quelle: Landesamt für Gesundheit und Soziales)

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