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Parchimer Zeitung

21. August 2017 | 17:56 Uhr

Tempzin : „Der singende Mann“

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Sommerabend mit dem Rostocker Sänger und Liedermacher Wolfgang Rieck in Tempzin. Publikum fühlte sich ganz nah an der Waterkant

Zu einem Sommerabend mit dem Lyriker, Sänger und Liedermacher Wolfgang Rieck hatte der Förderverein „Antoniter-Hospital-Tempzin“ am vergangenen Sonnabend eingeladen. Er sei wohl schon fünf, sechs Mal hier gewesen, und doch sei dieser Abend eine Premiere, so Rieck in seinen Begrüßungsworten. Bisher hatten seine Konzerte immer in der Klosterruine stattfinden können, doch der graue Himmel an diesem Abend veranlasste die Veranstalter denn doch, die Besucher in die Kirche zu bitten.

Publikum zum Mitsingen eingeladen

„Der singende Mann“ – so der Titel seines Programms, mit dem er dieses Mal in Tempzin seinem Publikum einen Querschnitt seines vielfältigen musikalischen und lyrischen Schaffens bot.
Lieder, komponiert zu Texten namhafter Poeten, gehören dazu; eigene Texte, inspiriert von der Landschaft seiner Heimat Mecklenburg, Lieder auf plattdeutsch, humorvoll, nachdenklich, berührend zärtlich. Zunächst war die Seefahrt das Thema. Als gebürtiger Rostocker und gelernter Matrose wusste Wolfgang Rieck sie in vielen Facetten zu besingen, ob in einer Liebesgeschichte zwischen zwei Leuchttürmen in Gedser und Warnemünde, in Ringelnatz' „Land in Sicht“ oder der Hommage an die St.-Petri-Kirche in Rostock. Beim lustigen Lied vom Smutje war auch das Publikum zum Mitmachen eingeladen.

Barlach-Skulpturen Quelle der Inspiration

Skulpturen von Barlach waren Rieck immer wieder Quelle der Inspiration. „Der singende Mann“ und „Die tanzende Alte“ – fotografische Abbildungen hatte der Liedermacher für das Publikum mitgebracht – stellte Wolfgang Rieck in seiner musikalischen Interpretation vor. „Un sei danzt, un sei danzt, un sei högt sick dortau“, mit berührender Sinnlichkeit des plattdeutschen Textes und schlichter Melodie verzauberte besonders dieses Lied. In Tempzin hatte Rieck ein zumeist „plattsprachkundiges“ Publikum vor sich. Das Hören der hochdeutschen Textfassungen, die er zur Sicherheit dennoch vortrug, ließen im Vergleich das Besondere der Mundart deutlich nachempfinden. „Das Plattdeutsche kann alles sein: zart und grob, humorvoll und herzlich, klar und nüchtern“, hatte es schon Tucholsky in einem Essay formuliert, das Rieck seinem Publikum vortrug. Mit hohem inhaltlichen und musikalischen Anspruch spiegelte Rieck in seinem Konzert diese Facetten wider. Auch das wohl schönste plattdeutsche Liebeslied fehlte dabei nicht. Bei „Dat du mien Leevsten büst“ stimmte das Publikum mit ein. „Adschüss“ hieß es dann zum Abschied. Ganz nah an der Waterkant fühlte sich das Publikum noch einmal bei der Zugabe, Wellenrauschen zauberte die Meerestrommel, mit der er sein Lied begleitete.

Ursula Prütz

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