Ludwigslust-Parchim : Der Rufbus fährt auf Erfolgskurs

Der Rufbus hat viele Gesichter: Je nach Bedarf fährt ein Taxi, ein rollstuhlgerechter Pkw der VLP oder ein Omnibus.
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Der Rufbus hat viele Gesichter: Je nach Bedarf fährt ein Taxi, ein rollstuhlgerechter Pkw der VLP oder ein Omnibus.

Im August so viele Anmeldungen wie noch nie

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28. September 2017, 16:45 Uhr

Fast jeder zwischen Parchim und Plau am See hat ihn mittlerweile gesehen, den gelben VW Caddy mit der Aufschrift „Rufbus“. Er ist oft unterwegs: Zehn Monate nach dem Start des Pilotprojekts bestellen sich immer mehr Fahrgäste ihre persönliche Verbindung. So viele Bestellungen und Fahrten wie im August hat das Projekt noch nicht erlebt. Ab 10. Dezember dieses Jahres kommt der Rufbus auch in die Ludwigsluster, Hagenower und Boizenburger Region. Ab Beginn des Schuljahres 2018/2019 wird der Rufbus auch im Sternberger und Schweriner Bereich verfügbar sein. Und mit ihm das Angebot, an 365 Tagen im Jahr tagsüber alle zwei Stunden auch aus dem Dorf abgeholt zu werden.


Mehr als 90 Prozent fahren öfter mit


Wer sich mit dem System angefreundet hat, fährt immer wieder mit. Stefan Lösel, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim VLP: „Die Mehrheit der Kunden nutzte den Rufbus mehr als einmal. Auf diese Kunden entfielen weit über 90 Prozent der Bestellungen.“

Das Modellprojekt Rufbus startete am 11. Dezember 2016 in der Fläche zwischen Mestlin, Marnitz, Goldberg, Meyenburg und Karow mit ca. 16 000 Einwohnern abseits der getakteten Bahn- und Buslinien. Stefan Lösel: „Der Rufbus ergänzt in der Schulzeit den Linienverkehr und ersetzt in den Schulferien den bisherigen Linienverkehr an einzelnen Wochentagen. Mit dem zusätzlichen Angebot erhalten die Einwohner die Möglichkeit, von ihrem Wohnort aus innerhalb einer attraktiven Fahrzeit einen der zentralen Umstiegspunkte zu erreichen. Umstiegspunkt vom Rufbus in den Linienverkehr sind Parchim, Lübz, Plau am See, Karow und Ganzlin.“

Wer mindestens zwei Stunden vor dem gewünschten Fahrtantritt unter 03883 / 616161 anruft, wird zu einer im Fahrplan angegebenen Richtzeit von der Bushaltestelle in seinem Ort abgeholt. Von dort geht es zum Umstiegspunkt, zum Beispiel dem Bahnhof in Parchim. Der VLP-Geschäftsführer: „Auch die Rückfahrt zum Wohnort erfolgt auf diese Weise, wenn es die verkehrlichen Bedingungen zulassen, sogar direkt bis zur Haustür.“

Im Dezember 2016 startete der Rufbus noch mit 116 Bestellungen und 93 Fahrten. Die Zahl der Bestellungen ist höher als die Zahl der Fahrten, weil die Anfragen mehrerer Kunden gebündelt werden können. Im Juni 2017 bestellten 323 Fahrgäste ihren Rufbus (217 Fahrten). Der August kratzt mit 964 Bestellungen schon an der 1000er-Marke, 583 Fahrten gab es. Die Mehrkosten für den Rufbus habe das Unternehmen durch Einsparungen im konventionellen Linienverkehr „mehr als decken“ können. Entsprechend positiv fällt die Bilanz für Stefan Lösel aus: „Bei gleich gebliebenem Aufwand ist es dank der Flexibilität des Rufbusses gelungen, im Bediengebiet eine durchgehende Beförderung an sieben Tagen der Woche mit einem ganztägigen Fahrplanangebot zu realisieren. Daneben wurden wirksam Emissionen vermieden.“

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