Ludwigslust-Parchim : Der Herausforderer aus Pinnow

Der Kandidat im Rampenlicht: CDU-Kreischef Wolfgang Waldmüller präsentierte gestern Klaus-Michel Glaser (l.)
Der Kandidat im Rampenlicht: CDU-Kreischef Wolfgang Waldmüller präsentierte gestern Klaus-Michel Glaser (l.)

Mit Klaus-Michael Glaser schickt die CDU einen kämpferischen Anwalt der Städte und Gemeinden in die Landratswahl 2018

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20. November 2017, 19:05 Uhr

Die CDU im Landkreis Ludwigslust-Parchim prescht vor: Mit Klaus-Michael Glaser stellte sich am Montagabend der erste Kandidat für die Landratswahl am 27. Mai 2018 vor. Der 57-jährige Pinnower hat das einstimmige Votum des Kreisvorstands hinter sich.

Glaser ist fast jedem Bürgermeister bekannt. Er tritt als langjähriger Referent des Städte- und Gemeindetages für starke Kommunen ein und „manchmal auch den eigenen Leuten auf die Füße“, ist also streitbar. Andererseits möchte Klaus-Michael Glaser so streiten, dass die Kontrahenten „hinterher gemeinsam ein Bier trinken.“ Das wiederum passt zu seiner Tätigkeit als Mediator, also außergerichtlicher Streitschlichter. Die CDU meint, so einer könnte der Kreispolitik gut tun. Glaser betonte bei seiner Vorstellung im Landhotel Spornitz, wie wichtig die kommunale Zusammenarbeit von Gemeinden und Kreis sei. Aber der Volljurist plädiert auch für einen vernünftigen Umgang mit den Gemeinden: „Der Landkreis ist laut Grundgesetz ein Gemeindeverband, von dem Dienstleistungen erwartet werden können.“

Der CDU-Kandidat lädt alle demokratischen Fraktionen zur Zusammenarbeit ein, hofft, dass kleinere Parteien seine Wahl unterstützen. Jetzt wird er Klinkenputzen gehen, damit nicht nur Bürgermeister ihn kennen, sondern auch die Bürger. Wenn es also bei Ihnen klingelt, könnte es Klaus-Michael Glaser sein.

Der amtierende Landrat Rolf Christiansen (SPD) ließ am Montag ausrichten, er werde sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu einer möglichen weiteren Kandidatur äußern.

Linken-Kreisgeschäftsführer Mario Kutter bestätigte, dass seine Partei mit einem eigenen Kandidaten ins Landrats-Wahlrennen gehen wird: „Wir sind noch in Gesprächen und lassen uns jetzt nicht unter Druck setzen. Unser Anspruch ist, dass unser Kandidat auch die Chance hat, die Wahl zu gewinnen.“

Die Amtszeit des derzeitigen Landrates endet im Oktober 2018.

Kommentar von Udo Mitzlaff: Kein Verlegenheitskandidat
Sichtlich stolz zauberte die Kreis-CDU ihren Landratskandidaten aus dem Hut. Mit Klaus-Michael Glaser tritt ein kommunalpolitisches Schwergewicht in den Ring. Der Pinnower engagiert sich nicht nur in seiner Gemeinde. Er ist seit 1992 Referent im Städte- und Gemeindetag, kennt die Sorgen und Nöte vor Ort. Und er ist Mediator, also konflikterfahren. Mit seiner Kandidatur sagen uns die Christdemokraten zweierlei: Erstens verschieben sie das Machtgefüge in Richtung Städte und Gemeinden. Zweitens wollen sie künftig eine andere Streitkultur an der Kreisspitze. Die Person Klaus-Michael Glaser ist ein Brückenbauer, der immer wieder betont, dass Kommunalpolitik auch Spaß machen kann. Einer hat sich getraut. Jetzt sind wir auf weitere Kandidaten gespannt – gern auch auf Frauen.
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