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Parchimer Zeitung

22. November 2017 | 14:10 Uhr

Parchim : „Der Chor bleibt ihr Lebenswerk“

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

In Erinnerung an Ilse Bierstedt: Parchimer Händelchor und collegium musicum laden am 14. Oktober zum Herbstkonzert ein

von
erstellt am 07.Okt.2017 | 21:00 Uhr

„Bunt sind schon die Wälder.“ Mit diesem Volkslied aus dem Jahr 1782, das auf schlichte und anrührende Weise zugleich die goldene Jahreszeit beschreibt, eröffnen der Händelchor Parchim und das Kammerorchester collegium musicum Parchim unter Leitung von Wolfgang Friedrich am 14. Oktober ihr Herbstkonzert in der Eldestadt. Zu Gehör gebracht wird dieses Lied in einem Satz von Ilse Bierstedt. Jener hoch geschätzten Musikpädagogin, der es zu verdanken ist, dass es den Händelchor gibt.

Das Konzert im Atrium der Grundschule West ist ihr gewidmet - aus besonderem Anlass. Am 16. Oktober jährt sich der 100. Geburtstag von Ilse Bierstedt. „Die Musik war ihr Leben, der Händelchor ihr Lebenswerk.“ Das kann die heutige Vorsitzende des Chorvereins Helga Hoffmann aus eigenem Erleben bezeugen. Jeder, der Ilse Bierstedt persönlich kennen lernen durfte und unter ihrem Dirigat ein Teil des Chores war, wird diesen Worten aus tiefstem Herzen zustimmen.

Mit ihrer Leidenschaft für den Chorgesang hat Ilse Bierstedt der kulturellen Landschaft in Parchim eine besondere Note hinzugefügt. Mit ihrer Ausdauer, ihrer Kraft und ihrem Engagement prägte sie die Chorgemeinschaft - 47 lange Jahre. Am 18. Juni 1948 dirigierte die Musikpädagogin das erste Konzert des von ihr gegründeten Chores, der sich später den Namen des großen Barockkomponisten Händel gab. Im Juni 1995 leitete sie zum letzten Mal einen Auftritt ihres Chores. Das war auf dem Burghof von Neustadt Glewe – im Rahmen der Feierlichkeiten zum 1000-jährigen Bestehen von Mecklenburg. Noch im gleichen Jahr verstarb Ilse Bierstedt an den Folgen im Zusammenhang mit einem Unfall, den sie auf einer Urlaubsreise erlitten hatte. „Uns wird sie unvergessen bleiben“, unterstreicht Helga Hoffmann. Auf dem Konzertprogramm am 14. Oktober steht als Zeichen der besonderen Ehre auch das Lied „Innsbruck, ich muss dich lassen.“ Ihr Lieblingslied und nur, wenn sie gerade nicht an ihre anderen 100 Lieblingslieder denke. Das verriet Ilse Bierstedt einmal ihrer Tochter Gunda Maintz.

Dr. Gunda Maintz hat die Liebe zur Musik von ihrer Mutter in die Wiege gelegt bekommen: Gemeinsam mit ihrem Bruder erhielt sie bereits in frühen Kindheitstagen Klavierunterricht an der Musikschule in Lübz. Später erlernte sie an der Musikschule in Parchim das Geigenspiel. Diesem Instrument, vor allem aber dem Musizieren in der Gemeinschaft, ist sie bis zum heutigen Tag treu geblieben. Egal wo, beim Studium in Jena oder in all den Jahren in Berlin, wo sie ihr Arbeitsleben verbrachte: Gunda Maintz suchte und fand stets Anschluss an Orchestervereinigungen und gehört nun auch seit vielen Jahren zu den aktiven Mitwirkenden im collegium musicum Parchim. Ebenso wie Suse Klingbeil, eine frühere Kollegin von Ilse Bierstedt in der Musikschule Lübz.

Das Kammerorchester kann für das besondere Konzert am 14. Oktober Gastmusiker in seinen Reihen begrüßen: Uwe Dietsche, der zweitälteste Sohn von Gunda Maintz, und seine Kinder Paula (21), Johann (18) und Wendelin (13) aus Bengerstorf bei Boizenburg werden zu Ehren der Großmutter und Urgroßmutter mit einem Familienbeitrag überraschen. Weitere Familienangehörige werden im Publikum Platz nehmen.

Das Herbstkonzert beginnt um 15.30 Uhr. Der Chor stimmt an diesem Nachmittag u. a. Literatur von Johannes Brahms, Mozart, Händel, Andre Jurjans und das bekannte „Wir lieben sehr im Herzen“ von Daniel Friderici an. Das collegium musicum bringt Stücke u. a. von Gustav Holst, Coldplay und Joseph Haydn zu Gehör. Der Eintritt beträgt 8 bzw. 6 Euro und ist für Kinder bis 12 Jahre frei.

 

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