Parchim : Der Blitzer-Panzer rollt weiter

Der gepanzerte Blitzer-Trailer steht in Hof Bergrade. Heute soll er nach Ludwigslust umziehen.
Der gepanzerte Blitzer-Trailer steht in Hof Bergrade. Heute soll er nach Ludwigslust umziehen.

Erstmals überwacht der moderne Trailer die Autofahrer in Hof Bergrade. Für morgen ist der Umzug nach Ludwigslust geplant.

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24. April 2017, 21:00 Uhr

Vor dem Blitzer-Panzer ist kein Raser sicher. Das Gerät zur Geschwindigkeitsüberwachung taucht an der Autobahn ebenso auf wie auf allen möglichen Straßen im Landkreis. Erstmals kontrolliert es seit einigen Tagen den Durchgangsverkehr in Hof Bergrade bei Parchim.

Er sei selbst oft auf der Bundesstraße 321 zwischen Schwerin und Parchim unterwegs, sagt Manfred Sprinz, Leiter der Stabsstelle Verkehrsüberwachung in der Kreisverwaltung Ludwigslust-Parchim. Sein Eindruck sei, dass auf dieser Straße in den Ortslagen sehr schnell gefahren wird. Auch wenn es hier keinen Unfallschwerpunkt gibt, wurde der Blitzer auf Vorschlag der Verwaltung für mehrere Tage in Hof Bergrade aufgestellt. Morgen soll er übrigens wieder umziehen – nach Ludwigslust.

Seit einem Jahr ist der angemietete Trailer für den Landkreis im Einsatz. Manfred Sprinz ist mit dessen Wirkung zufrieden. „Wir haben ihn ganz gezielt an Unfallschwerpunkten eingesetzt“, sagt er. Und er gebe ganz gute Erfahrungen. Die Häufigkeit der Unfälle sei zurückgegangen. Zumindest so lange der Trailer steht, passiere nichts. Der Blitzer-Panzer ist 24 Stunden am Tag im Einsatz und steht über mehrere Tage am gleichen Ort. Da der Landkreis den Trailer mittlerweile länger zur Verfügung hat, werde er teils auch auf Wunsch von Bürgern eingesetzt.

Das Gerät lässt sich allerdings auch nicht überall aufstellen. Die Bankette müssen gerade sein und dem anderthalb Tonnen schweren Trailer standhalten. „Wo Böschungen oder Straßengräben sind, geht das nicht“, erklärt Sprinz. Deshalb könne der Trailer beispielsweise leider nicht an der Ortsumgehung Crivitz platziert werden. Dort wird mit anderer Technik geblitzt.

Wenn ein Unfallschwerpunkt die Messung erforderlich macht, kann es sogar passieren, dass eigens ein Standpunkt am Straßenrand für den Trailer hergerichtet wird. Eine Fläche an einer gefährlichen Kreuzung in Dabel wurde deshalb mit Schotter versehen.

Der Mann für die Verkehrsüberwachung betont, dass der Landkreis zu 84 Prozent an Stellen blitzt, wo häufig Unfälle passieren oder es gefährlich ist. Schwerpunktmäßig werden dabei die Straßen im Westen des Landkreises kontrolliert. Denn dort ist der Verkehr stärker. Letztlich ist aber nirgendwo jemand vor Verkehrskontrollen sicher. „Wir sind in der Fläche“, so Manfred Sprinz.

Laut einer Statistik des Landkreises waren die mobilen Verkehrsüberwacher im Kreis im vergangenen Jahr fast 11 800 Stunden im Einsatz und haben rund 123 000 Verstöße wegen zu hoher Geschwindigkeit registriert. Dabei war mehr als jedes 15. kontrollierte Fahrzeug zu schnell.

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