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Lewitz-Werkstätten : Den Staffelstab jetzt weitergereicht

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Bert Behling, der "Vater" der gemeinnützigen Lewitz-Werkstätten, geht zum 31. Dezember in den Ruhestand. Seine offizielle Verabschiedung fand bereits statt. Nachfolger wird Marko Schirrmeister.

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erstellt am 05.Dez.2011 | 01:11 Uhr

Parchim | Setze dich bedingungslos für Menschen mit Behinderungen ein. Dieses persönliche Leitmotiv prägte ein gutes Vierteljahrhundert Tag für Tag das Arbeitsleben von Bert Behling. Mit Kopf, Herz, nie nachlassender Beharrlichkeit, voller Energie sowie mit einem sicheren Bauchgefühl trug er als Geschäftsführer der Lewitz-Werkstätten entscheidend dazu bei, dass es heute im Parchimer und Ludwigsluster Land ein dichtes Netz von Angeboten gibt, das Menschen mit Behinderungen die Teilhabe in der Gesellschaft sichert.

Der "Vater" der gemeinnützigen Lewitz-Werkstätten, die 1300 Menschen einen Arbeitsplatz und vielen von ihnen einen Platz zum Leben in den eigenen vier Wänden bieten, geht zum 31. Dezember in den Ruhestand. Seine offizielle Verabschiedung fand bereits jetzt statt. Sie verlief sehr emotional im Kreise einer großen Schar von Kollegen, Wegbegleitern, Geschäftspartnern und weiterer Gäste. Ganz vorn in der ersten Reihe bat Bert Behling neben der Familie jene Menschen Platz zu nehmen, die ihm die wichtigsten sind und die er in all den Jahren immer als seine Arbeitgeber angesehen hat. Einige von ihnen begleiteten ihn bereits seit dem 1. Juni 1984, als in Friedrichsruhe eine geschützte Werkstatt eröffnet wurde. "Ich habe mit euch zusammen gearbeitet, gelebt und auch gefeiert. Wir achten und wertschätzen uns auf Augenhöhe. Das ist für mich schon immer gelebte Inklusion. Vielen Dank an euch alle für die schönen gemeinsamen Jahre."

Als Festredner gelang es Clemens Russell eindrucksvoll, die Gäste auf eine kurze Zeitreise durch ein Stück moderner Sozialgeschichte in der Region mitzunehmen. Aus der Sicht des Weggefährten von Bert Behling zeichnete er das Bild einer Persönlichkeit, die sich das Vorhaben "Lewitz-Werkstätten" zur Lebensaufgabe gemacht hat, dafür bisweilen kühn handelte und zu Hochformen im Kampf auflaufen konnte, wenn es um das Wohl des Unternehmens ging. Seit mehreren Jahren habe der Geschäftsführer zudem intensiv daran gearbeitet, ein geordnetes Haus zu hinterlassen. Das sei gelungen - mit einer guten Mannschaft im Rücken. Clemens Russell: "Ganz offensichtlich hatten die Lewitz-Werkstätten mit Bert Behling das Glück, den richtigen Mann für eine eminent wichtige Zeit zu bekommen." Die sich anschließenden Grußworte, u. a. von Andreas Neumann, Beigeordneter des Landkreises Ludwigslust-Parchim, Christoph Bohmann, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen, oder von Dr. Karin Holinski-Wegerich, Geschäftsführerin des Landesverbandes der Lebenshilfe M-V, griffen diesen Faden immer wieder auf.

Als symbolischen "Staffelstab" zur Übergabe der Amtsgeschäfte an seinen Nachfolger wählte Bert Behling einen dicken Ordner, in den er fein säuberlich all seine Träume, Wünsche und Aufgaben für die Zukunft abgeheftet hat. "Das ist eine gute Anregung für neue Projekte", nahm Marko Schirrmeister die Mappe gern an und unterstrich im Hinblick auf seine neue Herausforderung: "Danke für alles, was ich bei dir lernen konnte. Es war sehr viel." Marko Schirrmeister ist seit 1993 als Werkstattleiter und seit einigen Jahren als Prokurist in den Lewitz-Werkstätten tätig , kennt also die Einrichtung wie seine Westentasche.

Und wie muss man sich Bert Behling als Ruheständler vorstellen? "Ich werde mich meiner Familie widmen, der ich viel zu danken habe", sagt er. Auch Entwicklungspläne für die Zukunft gäbe es. "Schauen wir mal, was draus wird." Clemens Russel plauderte aus dem Nähkästchen, dass im Haus in Friedrichsruhe ein sehr schickes Rennrad stehen soll, das nun unruhig auf die ersten großen Runden wartet. Dann witzelte der Freund zur allgemeinen Erheiterung: "Und wir erwarten mit Freude die ersten Knöllchen für zu schnelles Fahrradfahren!"

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