zur Navigation springen
Parchimer Zeitung

20. November 2017 | 05:12 Uhr

Polizei : Den Herbstgang einlegen

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Es wird schwieriger auf den Straßen: Erntefahrzeuge, Wild, kaputte Lampen nerven / Zahl der Wildunfälle in der Region geht zurück

von
erstellt am 01.Okt.2014 | 08:42 Uhr

Auch Fahrern von schweren Erntegespannen gehört die Straße nicht allein. Sie sollten hin und wieder rechts ranfahren und nachfolgende Fahrzeugschlangen vorbei lassen. Die Polizeiinspektion Ludwigslust bittet rechtzeitig vor den beginnenden herbstlichen Gefahren um mehr Rücksicht auf den Straßen.

Die Maisernte läuft auf Hochtouren, langsam fahrende Landmaschinen und Erntetransporter bestimmen gegenwärtig das Bild auf den Straßen rund um Parchim, Lübz und Sternberg. Das führt dazu, dass sich oft auch im Berufsverkehr Fahrzeugschlangen bilden. Dennoch bittet die Polizei in solchen Situationen um Ruhe und Geduld.

Insbesondere das Überholen solcher Erntefahrzeuge kann schnell gefährlich werden, da Autofahrer den Überholweg, beispielsweise bei flott fahrenden Traktoren mit zwei Anhängern, oder deren Überbreite bisweilen unterschätzen. Auch an unübersichtlichen Stellen und in Kreuzungsbereichen sollten solche Fahrzeuge nie überholt werden. Hans-Peter Günzel, Leiter der Polizeiinspektion Ludwigslust: „Gerade an Kreuzungen, an denen Erntemaschinen abbiegen, muss aufgrund ihrer Außenmaße mit einem weiten Ausholen bzw. Ausschwenken von Anbaugeräten gerechnet werden. Deshalb gilt auch für den Gegenverkehr höchste Aufmerksamkeit. Größte Vorsicht ist im Begegnungsverkehr geboten, wenn Landmaschinen mit Überbreite auf engen Straßen unterwegs sind.“ Was offenbar wenige wissen: Rücksicht fordert die Straßenverkehrsordnung auch von Fahrern langsam fahrender Erntegespanne. Demnach müssen sie an geeigneten Stellen ihre Geschwindigkeit reduzieren und notfalls warten, wenn nur so mehreren unmittelbar nachfolgenden Fahrzeugen das Überholen möglich ist.

Der Herbst hält allerdings weitere Überraschungen bereit: Wegen der bereits vielfach abgeernteten Felder sind Wildtiere derzeit auf der Suche nach neuen Futterplätzen und tauchen bisweilen plötzlich vor dem Kühler auf. Hans-Peter Günzel: „Besonders zur Morgen- und Abenddämmerung und auf gekennzeichneten Abschnitten sind Kraftfahrer zur erhöhten Aufmerksamkeit angehalten.“ Günzel setzt auf Aufklärung. Immerhin ist die Zahl der Wildunfälle im Altkreis Parchim um 62 auf 1202 zurückgegangen.

Dunkelheit im Berufsverkehr, trübe Sicht, nasse und zum Teil rutschige Fahrbahnen erschweren obendrein das Fortkommen auf den Straßen. Um Unfallrisiken auf herbstlichen Straßen zu minimieren, sollten Autofahrer sich wappnen.

Das beginnt bereits mit der intakten Beleuchtungsanlage an jedem Fahrzeug und betrifft Kraftfahrzeuge wie Fahrräder gleichermaßen. „Beleuchtungsanlagen sind gerade jetzt ein großer Sicherheitsfaktor. Wer selbst nicht ausreichend sieht oder nicht gesehen wird kann schnell in gefährliche Situationen geraten und in einen Verkehrsunfall verwickelt werden“, sagt der Leiter der Polizeiinspektion. Neben Defekten an Brems- und Rücklichtern, stellen die Polizeibeamten auch immer wieder so genannte „Matschaugen“ und „Blender“ fest. Dabei ist das richtige Einstellen der Scheinwerfer oft nur eine Minutensache. Hierzu bieten im gesamten Monat Oktober Kraftfahrzeugprüf- und Überwachungsvereine sowie Kfz- Meisterbetriebe und Prüfstellen von Automobilklubs einen kostenlosen Licht- Test für alle Pkw an. Wichtig vor Beginn jeder Fahrt: Jeder Autofahrer muss vor Fahrtantritt für ausreichend Sicht sorgen. Mit beschlagenen, zum Teil auch vereisten Fahrzeugscheiben ist allmorgendlich zu rechnen. Deshalb morgens ein paar Minuten früher das Haus verlassen und für klaren Durchblick sorgen.

Die Zahl der Unfälle im Landkreis und damit in der Region Parchim war im Vorjahr um 2,2 Prozent auf 7593 gesunken, aber im Plauer und Sternberger Bereich gestiegen.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen