Parchim : Dem Traumberuf ein Stück näher

Lernten den Arbeitsalltag kennen: Emma, Tonisha-Francis und Madeleine aus der 9a.
Lernten den Arbeitsalltag kennen: Emma, Tonisha-Francis und Madeleine aus der 9a.

Von der Schulbank in die Autowerkstatt: Neuntklässler der Goetheschule gewinnen regelmäßig Einblicke in die Arbeitswelt

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02. März 2018, 21:00 Uhr

Premiere an der Regionalen Schule „Johann Wolfgang von Goethe“ in Parchim: Schüler der neunten Klassen stellten ihre Erfahrungsberichte der Praxis-Lerntage vor, welche sie übers Schuljahr verteilt regelmäßig in bis zu zwei verschiedene Betriebe führte. „Es ist eine Kooperation der Schule, der Schulsozialarbeit und der Agentur für Arbeit“, so Schulsozialarbeiterin Karin Hoffelner. Ihr Anliegen an diesem Abend im Rahmen der bundesweiten Aktion „Woche der Ausbildung“ war es, „Schüler, Lehrer und Eltern zusammenzubringen“. Mit offensichtlichem Erfolg – die Aula war Treffpunkt, Austauschplatz und Informationsraum zugleich. Gesäumt mit Plakaten, Anschauungsmaterial der einzelnen Betriebe und dahinterstehenden Schülerinnen und Schülern verbrachte der ein oder andere bei Keksen, Kaffee und anderen dargebotenen Erfrischungen den frühen Abend. Sogar eine Power-Point Besichtigung war zu erleben.

Der 16-jährige Marc-Ole Sehlandt, genannt Ole, hatte seinen Ausflug ins Arbeitsleben in der Schrauberwerkstatt von Peter Rasch verbracht. Reifenmontage, Auswuchten, Einlagerung, Bremsscheiben wechseln und Karosserieteile abnehmen – der Parchimer war mittendrin statt nur dabei. Einen Großteil der Arbeiten führte er selbstständig aus und konnte sich doch auf ein geschultes Auge im Hintergrund verlassen. „Ich schraube leidenschaftlich gerne“, gestand Ole, dem schon beim Anblick eines Motors die Finger jucken. Er nimmt sich vor, sein Fach-Abitur zu machen und dann „etwas mit Mechatronik“ zu studieren.

Anders bei Lea Nell Pribbernow. Die 15-Jährige hatte ihre Praxis-Lerntage in der Kita Spatzennest verbracht. „Es wird wohl nicht mein Traumberuf“, war sich die Schülerin sicher, wenngleich sie aber das Umsorgen und Unterstützen schon als ihre Sparte sieht: „Vielleicht eher Krankenschwester“. Ob voll ins Schwarze oder doch eher als Chance auf eine Neuorientierung – die Praxislerntage stellten und stellen sich in Sachen Berufsorientierung als probater Leitfaden heraus. Schulleiter Peter-Michael Dreeser: „Diese Sache lag mir schon lange am Herzen, aber es braucht eben alles seine Zeit.“ Im Hinblick auf die Organisation konnte er sich auf die zuverlässige Zusammenarbeit mit AWT- und Berufsorientierungskontaktlehrer Jörg Schappler verlassen, der diese Aktion als „neuen Baustein der Berufsorientierung“ sieht. Desweiteren sei die Berufsberaterin der Agentur für Arbeit, Franziska Schmidt, genannt, die laut dem Schulleiter ebenfalls „Top-Arbeit leistet“.

Die Agentur für Arbeit hatte auch die Betriebe eingeworben und unter dem Motto „Nicht rumhängen, reinhängen“ diesen Abend mitgestaltet. Die Goethe-Schule, 2013 mit dem Berufswahl-Siegel zertifiziert und 2016 bis 2021 rezertifiziert, greift als „Schule mit vorbildlicher Berufsorientierung“ den jungen Heranwachsenden ab der fünften und sechsten Klasse in Form des Girls bzw. Boys Day sowie in der siebten Klasse mit dem Unterrichtsprogramm Helfen, Erkunden, Entdecken (HEE) unter die Arme. In der achten Klassenstufe gibt es gemeinsame Projekte mit der Handwerkskammer Schwerin, während die Neuntklässler regelmäßig zu Gast in Unternehmen sind.

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