Müll im Buchholz Parchim : Dem Frevel schon auf der Spur

Oberförster Danilo Klaus traut seinen Augen nicht: Ein kompletter Hausstand wurde im Buchholz abgekippt. Fotos: Wolfried Pätzold
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Oberförster Danilo Klaus traut seinen Augen nicht: Ein kompletter Hausstand wurde im Buchholz abgekippt. Fotos: Wolfried Pätzold

Wohnungseinrichtung im Parchimer Buchholz dreist entsorgt. Verursacher hat eindeutige Spuren hinterlassen. Forstbehörde ermittelt

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15. März 2016, 05:00 Uhr

Da stocken dem Forstmann die Worte. Im Buchholz, einem Juwel im Parchimer Stadtwald, hat ein Frevler einen riesigen Müllberg abgekippt. „Das scheint eine komplette Wohnungseinrichtung zu sein“, meint Oberförster Danilo Klaus. Als ihn die Meldung erreichte, hat er sich vom Ausmaß sofort selbst ein Bild gemacht. Schränke, Betten, Geschirr, Spielsachen, Kühlschrank, Fernseher, Bekleidung und jede Menge Plastetüten sowie zerknülltes Papier liegen nun  zu Haufe am Rande einer Parkfläche, die eigentlich von Kleingärtnern und Wanderern benutzt wird.

Doch diesmal hat der Verursacher wohl die Rechnung ohne den Wirt gemacht. „Wir sind ihm auf der Spur“, sagt Stadtforstchef Danilo Klaus. Der in seiner Dimension außergewöhnliche Fall wurde inzwischen an die zuständige Behörde, das staatliche  Forstamt Friedrichsmoor, übergeben. Zunächst geht es darum, den Verursacher der Umweltverschmutzung  zu überführen. Der hat offenbar einen Fahler gemacht und quasi eine „Visitenkarte“ hinterlassen. Worum es sich dabei genau handelt, wird derzeit aus ermittlungstaktischen Gründen nicht öffentlich bekannt gemacht. Soviel  steht aber bereits fest:  Der Täter stammt aus der Parchimer Weststadt. „Das wird ziemlich teuer. Der Frevler muss mit einer vierstelligen Geldstrafe rechnen“, meint Danilo Klaus.

Leider sei es keineswegs ein Einzelfall.   „Mit vier Anzeigen in den vergangenen zwölf Monaten  haben wir eine steigende Tendenz zu verzeichnen. So schlimm war es jahrelang nicht mehr“, beklagt  der Forstmann  die  Entwicklung.  Zu den „Müll-Schwerpunkten“ gehören neben dem Buchholz, die Parkmöglichkeiten  in der Godemser Straße nahe den Douglasienbeständen und am Brunnen an der B321. Immer wieder müssen die Forstleute  ihre eigentliche Waldarbeit unterbrechen, um  Müll aus dem Wald zu holen. In schwierigen Fällen  wird der Betriebshof der Stadt eingeschaltet. „Das kostet wertvolle Zeit und natürlich auch viel Geld“, sagt Klaus.   Auch die Jäger  sammeln  regelmäßig Müll in den Revieren ein.  Neben dem Ärger sei es unverständlich, warum immer wieder Abfall im Wald landet, obwohl die Entsorgung umfassend geregelt sei. Dazu gehört bekanntlich auch die kostenlose Sperrmüllentsorgung. „Jeder ist gefordert, uns Beobachtungen zu melden (Telefon 038 71/444 130), damit wir der Sache wie in diesem Fall nachgehen können“, sagt Klaus.

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