Erntezeit im Parchimer Stadtwald : Das Wipfel-Gold vom Sonnenberg

Firmenmitinhaber Rainer Strunz (l.) und Hubsteigerfahrer Marco Meyer in 45 Metern Höhe im Wipfel einer Prachtdouglasie.
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Firmenmitinhaber Rainer Strunz (l.) und Hubsteigerfahrer Marco Meyer in 45 Metern Höhe im Wipfel einer Prachtdouglasie.

In dieser Woche werden die Zapfen der prächtigen Douglasien in mehr als 45 Metern Höhe gepflückt. Erstmals kommt hier Technik zum Einsatz, mit der die Beteiligten Forstgeschichte schreiben könnten.

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17. August 2016, 13:52 Uhr

Premiere am Sonnenberg: In einen Waldweg der Stadtforst,  der mitten durch Europas schönste Douglasienbestände führt, biegt  ein  Spezialfahrzeug der Firma Schmidt aus Neu Isenburg ein. Steigerfahrer Marco Meyer platziert seine XXL-Hubbühne am Fuß einer mehr als 50 Meter hohen Prachtdouglasie. Rund 20 Minuten später nehmen drei Pflücker und der Steigerfahrer in der knapp drei Meter großen Arbeitsplattform Platz. Nur zwei Minuten später erreichen sie den Wipfel. Mit geübtem Griff werden  die klebrigen Zapfen, die  wie Trauben an den  Ästen hängen,  gepflückt. Sie landen in   Jutesäcken.  Nach noch nicht einmal einer Stunde Arbeit in luftiger Höhe leitet der Steigerfahrer  die sanfte Rückkehr zum Boden ein. Dort werden die Männer schon erwartet. „Das ist toll. Zwei volle Säcke mit den wertvollen Douglasienzapfen in so kurzer Zeit, kann sich sehen lassen“, meint Revierförster Frank Möller. Rainer Strunz, Mitinhaber einer polnischen Fachfirma, die seit mehr als 20 Jahren  vorwiegend in Süddeutschland und Österreich in der Waldpflege tätig ist und sich erst kürzlich bei einer Hochastung zur Veredlung von Douglasien in Parchim vorgestellt hat (wir berichteten), fällt ein   Stein vom Herzen. „Auch wenn diese innovative Form der Zapfenernte längst nicht überall eingesetzt werden kann und sich der wirtschaftliche Erfolg  erst beweisen muss, sind die ersten Erfahrungen vielversprechend“, so der Chef. 

Extra angereist sind zum  Probelauf Linda Leist und Wilfried Hahn von  der Güstrower Baumschule, die den Douglasien-Nachwuchs für den Norden aufzieht sowie Eberhard Behrendt, Chef der Forstsamendarre Jatznick, die für die Saatguternte  der Landesforst und die Aufbereitung vom Zapfen bis zum Samen zuständig ist. „Die neue Technologie könnte Forstgeschichte schreiben, obwohl die Zapfenpflücker weiter ihren schweren Job machen werden“, sind sie sich einig. Und wieder geht es hinauf.

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