Bühnensuche in Parchim : Das vergessene Theater in Parchim

Joachim Biegel vor seinem ehemaligen Lichtspieltheater Schauburg in der Langen Straße. Derzeit steht es leer.
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Joachim Biegel vor seinem ehemaligen Lichtspieltheater Schauburg in der Langen Straße. Derzeit steht es leer.

Das ehemalige Lichtspieltheater Schauburg gäbe eine gute Bühne für viel weniger Millionenaufwand ab, meint der Inhaber

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04. Februar 2018, 17:09 Uhr

Joachim Biegel versteht die Welt nicht mehr, dabei war sie lange Jahre bei ihm zu Gast – auf der Leinwand. Der Eigentümer des ehemaligen Lichtspieltheaters Schauburg in Parchims Langer Straße hatte das Haus von 1993 bis 1997 als Kino vermietet. Jetzt fragt er sich, warum die Schauburg, die auch auf der Denkmalliste der Stadt Parchim steht, bei der Suche nach einem neuen Standort für das Junge Staatstheater Parchim offenbar nie eine Rolle gespielt hat.

„Land, Kreis und Stadt könnten eine Menge Geld sparen“, rechnet Joachim Biegel vor. Die jährlichen Zuschüsse für den Theaterbetrieb, die der Kreis aufbringen muss, betragen in der Kulturmühle 1,6 Millionen Euro. „Und das bei maximal 150 Sitzplätzen, also der Hälfte gegenüber der Blutstraße“, sagt der Schauburg-Besitzer. Er könnte in seinem Haus bis zu 200 Zuschauer unterbringen, hat eine Bühne mit 200 Quadratmetern und acht Meter Deckenhöhe, weil das Kino von der Langen Straße aus abschüssig wird und dadurch Höhe gewinnt. Das ganze ließe sich nach seiner Schätzung statt für 21 Millionen Euro (Kulturmühle) für eins bis zwei Millionen Euro sanieren und umbauen. Zudem könnte die Bühne nicht nur fürs Theater genutzt werden. Spezielle Kunstfilmreihen wären möglich.

Biegel hat unzählige Male versucht, bei Land, Kreis und Stadt für sein Projekt zu werben. „Offenbar hat keiner Interesse, mit mir darüber zu reden. Der Bürgermeister sagte nur, oh, an die Schauburg habe er gar nicht gedacht.“ Gesprächsbereit war allein der Intendant des Staatstheaters Lars Tietje. Allerdings sei der nicht für die Immobiliensuche zuständig.

Kreissprecher Andreas Bonin sagte auf Anfrage, der Standort Schauburg entspreche nicht dem Platzbedarf für den Theaterbetrieb. Kulissen und Probenräume wie sie in der Mühle möglich sind, wären in der Langen Straße nicht machbar. In einer Orientierungsphase sei der Standort berücksichtigt worden. Joachim Biegel wundert sich: „Wenn die Kreisverwaltung mit mir gesprochen hätte, hätte ich ihnen gesagt, dass wir selbstverständlich anbauen können, dieses Platzangebot können wir also durchaus bieten.“ Wenn Kreis und Land sich weiter nicht gesprächsbereit zeigen, will Joachim Biegel Biegel sich an den Bund der Steuerzahler und an den Rechnungshof wenden – wegen Verschwendung von Steuergeldern,

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