Parchim : „Das Theater kommt! Punkt.“

Der Theater-Förderverein besichtigte in der vergangenen Woche die künftige Kultur-Mühle
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Der Theater-Förderverein besichtigte in der vergangenen Woche die künftige Kultur-Mühle

Landrat Rolf Christiansen (SPD): Wir sind uns in allen wesentlichen Fragen mit dem Land einig. Geld für Kultur-Mühle kommt aus EU-Mitteln.

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08. September 2017, 05:00 Uhr

Ist der Knoten geplatzt? Der Umbau der alten Elde-Mühle Parchim zur Kultur-Mühle scheint ein ganzes Stück weit vorangekommen zu sein. „Wir sind uns mit dem Land in allen wesentlichen Fragen einig“, sagt Landrat Rolf Christiansen (SPD) gegenüber der SVZ. Damit werden Kosten und Fahrplan des Projekts deutlicher. 2019 könnte dann der konkrete Umbau beginnen.

Lange war unklar, aus welchen Fördertöpfen die vom Land zugesagten maximal fünf Millionen Euro für den Theaterteil kommen. Das ist jetzt endgültig geklärt. Es sind Efre-Mittel (EU), die vom Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung kommen, also aus dem Hause des Ministers Christian Pegel (wir berichteten). Bis 30. September muss ein entsprechender Antrag für das so genannte Interessenbekundungsverfahren eingereicht sein. Das Interessenbekundungsverfahren dient aus Sicht der Zuwendungsgeber dazu, die nachhaltigsten Projekte in der Stadtentwicklung zu ermitteln.

Absolute Vorfahrt in der Kultur-Mühle haben das Theater und das Parchimer Museum. Um Fördermittel für das Museumsprojekt kümmert sich die Stadt. Christiansen: „Der Landkreis unterstützt Parchim dabei.“ Über die Raumaufteilung, also die für Förderung wichtige Nutzfläche, habe sich der Kreis mit dem Land geeinigt. Jetzt müssen weitere Museumsplanungen kommen, dann werde man sehen, ob Platz für weitere Kulturbewohner bleibe.

Die nächsten Schritte: Am 20. September entscheidet der Kreisausschuss über Vergabemodalitäten. Der Landkreis könnte Los für Los des Umbaus ausschreiben oder einen Generalübernehmer schlüsselfertig bauen lassen. Ein privat-öffentliches Modell will offenbar niemand mehr. Spätestens am 30. September muss der Kreis beim Interessenbekundungsverfahren seine Ansprüche anmelden. Bis es eine Entscheidung gibt, werden die Planungen weiter konkretisiert. Anfang 2018 könnte die Förderzusage kommen. Leistungsbeschreibung und EU-weite Ausschreibung dauern bis zum Ergebnis wohl ein Jahr, dann könnte ab 2019 die konkrete Umbauerei beginnen. Parallel wird jetzt schon gearbeitet. So hat der Landkreis die Gründung des Mühlengebäudes geprüft, am Mittwoch gab es Gespräche mit dem Landesbetrieb für Bau und Liegenschaften.

Rolf Christiansen: „Das Theater kommt. Punkt. Hier kann etwas wirklich Phantastisches entstehen.Auch bundesweit ist es einmalig, ein solches Projekt mit einem Zwei-Sparten-Theater in einer 18 000-Einwohner-Stadt zu verwirklichen.“ Der Landrat führt als Beispiel den Partnerkreis Borken an, der eine Tuchfabrik in ein Museum umgebaut habe und so ein Industriedenkmal erhalten habe. Der Charakter des Parchimer Mühlengebäudes werde spürbar bleiben, ob als Museum oder Theatergaststätte.

 Christiansen erinnert daran, dass das Projekt Kultur-Mühle eine  „Konsenslösung zwischen allen Fraktionen“ sei. Dass die Zeitschere sich nun so weit  geöffnet habe, sei ärgerlich, aber nicht zu ändern. Auf viele Dinge habe man eben keinen Einfluss.

Kommentar von Udo Mitzlaff: Es geht los!?
Es ist eben alles eine Frage der Perspektive. Besonders die vergangenen zwei Jahre kam das Projekt Kultur-Mühle sichtbar nicht wirklich voran. Das wird zunächst so bleiben, es tut sich eher etwas hinter der Kulisse.  Am fehlenden Willen der Beteiligten liegen die gefühlten Verzögerungen gewiss nicht. Manch Parchimer sagt mittlerweile laut: „Das wird sowieso nichts mehr.“ Schauen wir uns andere Großprojekte an. Verspätungen scheinen zum Standard zu gehören. Das nächste Kultur-Mühlenjahr wird also mit Interessenbekundungsverfahren und EU-weiten Ausschreibungsprozeduren ins Land gehen, alles Dinge die kein Landrat umgehen kann. Was der jetzt tun kann, ist ein klares Bekenntnis zum Traumprojekt. Erinnern wir uns: Auch 2015 glaubten viele nicht daran, dass der Landkreis die Mühle kauft. Er tat es dann doch.
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