zur Navigation springen

Parchim/Lübz : Das Tauziehen um die Südbahn geht weiter

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Immer mehr Politiker fordern Neubewertung des Bahnverkehrs zwischen Parchim und Malchow

von
erstellt am 29.Jun.2017 | 21:00 Uhr

Zwei Landkreise, zwei Konzepte: Die Südbahn von Parchim nach Malchow fährt allen Protesten zum Trotz seit Mai 2015 nicht mehr. Ein Rufbussystem ersetzt die Bahn. Auf dem Abschnitt Malchow – Waren werden hingegen weiter Züge unterwegs sein, wenn der Kreistag Mecklenburgische Seenplatte Montag der Übernahme der Bahnlinie zustimmt.

Natürlich ist der Vorstoß der Seenplatte-Kommunalpolitiker ein Dammbruch. Was Ludwigslust-Parchims Landrat Rolf Christiansen (SPD) nie wollte, wird dort praktiziert: Für den Schienenverkehr war bisher ausschließlich das Land zuständig, erstmals springt jetzt ein Landkreis in die Bresche. Das passiert allerdings zu Konditionen, denen man kaum widerstehen kann. Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) versüßt die Übergabe der Bahnlinie mit jährlich 650 000 Euro für die ersten drei Jahre, fürs vierte bis zehnte Jahr gibt es vom Land je 420 000 Euro. „Darüber hinaus werden wir Investitionszuschüsse für die Bahninfrastruktur in Höhe von zwei Millionen Euro zur Verfügung stellen“, sagt Pegel. Damit schnürt Schwerin ein 6,89-Millionen-Euro-Paket.

„Vor dem Hintergrund geringer Nutzerzahlen war eine Weiterführung der SPNV-Bestellung zwischen Malchow und Waren durch das Land kritisch zu bewerten. Basierend auf den positiven Ergebnissen des Modellprojekts Neustrelitz – Mirow konnte mit dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte vorbehaltlich der Zustimmung des Kreistags eine Regelung gefunden werden“, sagt Hermann J. Olbermann vom Referat Presse und Öffentlichkeitsarbeit des Ministeriums für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung. Das Rufbus-System Ludwigslust-Parchim wird für drei Jahre mit insgesamt 153 388 Euro gefördert, so das Ministerium.

Landrat Rolf Christiansen ist derzeit nicht im Dienst, hatte aber Ende 2015 vor dem Kreistag gesagt, er sei überhaupt nicht gegen die Bahn, aber das sei und bleibe Sache des Landes: „Über Landesmittel brauchen wir aber nicht mehr reden. Ich weiß nicht,wie oft ich beim Minister Pegel deswegen war.“ Jetzt werden die Fragen laut, was denn da genau verhandelt worden ist. Als erster schrie CDU-Fraktionschef Wolfgang Waldmüller auf: „Ist unsere Verwaltungsspitze nicht mit der notwendigen Ernsthaftigkeit beim Minister aufgetreten? Und wenn ja, warum nicht?“ André Walther, stellvertretender Linken-Landeschef: „Der Weiterbetrieb der Strecke Malchow – Waren eröffnet neue Möglichkeiten, erneut über die Anbindung der Südbahn in den Landkreis Ludwigslust-Parchim auf dem Streckenabschnitt Malchow – Parchim nachzudenken.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert