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Parchimer Zeitung

17. Dezember 2017 | 09:14 Uhr

Parchim : Das Erleben eines Augenblicks

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Erste Ausstellung 2017 in der Galerie „ebe“ mit Arbeiten von Matthias Schilling

svz.de von
erstellt am 17.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Egal ob es regnet, stürmt oder schneit, die kunstbegeisterten Menschen in und um Parchim hält kein widriges Wetter davon ab, die Galerie „ebe“ zu besuchen, wenn eine Vernissage stattfindet. So auch am vergangenen Sonntag, als die erste Ausstellung des neuen Jahres und gleichzeitig die 152. insgesamt eröffnet wurde.

„Wanderung durch Brandenburg“ ihr Titel, Matthias Schilling, der Künstler, der uns durch seine Arbeiten in das Bundesland blicken lässt, in dem er Zuhause ist. Bleistiftzeichnung, Siebdruck, Linolschnitt, Radierung und Aquarell sind die verschiedenen Techniken, in denen Bilder wie „Die Unschuldslinde“, „Passion“, „Nachhaltigkeit“, „Frühlingsball“ oder „Pflegestufe“ entstanden und nun bei „ebe“ zu sehen sind. Dabei sind Namensgebungen, wie die zuletzt genannte auffällig, betrachtet man dazu die Motive, in diesem Fall sind es sechs und die Titel demzufolge „Pflegestufe I-VI“, kommt man ins Grübeln. Es sind alte Korbweiden, die in der Natur stehend ebenso dem Verfall preisgegeben sind, wie auch wir Menschen. Und je älter ein Lebewesen ist, umso mehr ist es ihm anzusehen und umso mehr Pflege bedarf es. Das spiegelt sich eindrucksvoll in den Studien dieser Bäume, die eben auch wie wir Menschen sind, wieder. Eine Assoziation, die sich dem Betrachter geradezu aufdrängt und vom Künstler durchaus gewollt ist. Überhaupt ist Matthias Schilling ein Mensch, der seine beiden großen Passionen auf schaffensreiche Weise miteinander zu verknüpfen weiß. Da sind die Kunst, das Malen auf der einen Seite und die Ökologie, sein Streben nach Nachhaltigkeit auf der anderen.

„Ich habe zwei Lebenshaltungen“, erklärt er den Gästen während der Vernissage: „Mut und Demut, zwei Begriffe, die sich sowohl im Leben als auch in der Kunst sehr gut ergänzen.“ Er empfinde es als großes Glück, Teil eines Ganzen zu sein, das unabhängig von uns existiere, sagt Matthias Schilling außerdem und spricht mit großem Selbstverständnis von dem Erleben eines Augenblicks in Tiefe und Qualität. Betrachtet man seine Bilder, dann glaubt man zu wissen, was er meint. Landschaften, Himmel, auch Gebäude, in vielem spiegelt sich eine so angenehme, fast befreiende Weite und man spürt dabei seine Liebe zur Natur. Matthias Schillings Aquarelle beeindrucken mit teils kräftigen Farben und intensiver Leuchtkraft, teilweise aber auch mit Zurückhaltung. Die leisen Töne des Malers sind ebenfalls in seinen Bleistiftzeichnungen zu hören bzw. zu sehen und laut wird es, wenn mit kräftigem Strich Bäume und Pflanzen auf dem Papier entstehen.

Das Werden und Vergehen des Lebens in seiner natürlichen Vielfalt ist das, was ihn umtreibt und was er mit großer Leidenschaft auf Leinwand oder Papier bannt. „Ziel meiner Arbeit ist es, die kleinen Partikel des großen Ganzen, anderen Menschen näher zu bringen und vielleicht hier und da ein paar Erinnerungen wachzurufen, so wie wir es von Tönen oder Gerüchen kennen“, so der Künstler und er hat noch einen guten Vorschlag für seine Gäste im Gepäck: „Versuchen Sie mal etwas länger als üblich an einem Ort zu verweilen, in der Natur beispielsweise, und Sie werden merken, dass es mit der Zeit leichter wird, sich zu öffnen, um so das Geschenk des Erlebens anzunehmen.“ Wer sich den Bildern von Matthias Schilling öffnet, der wird erleben, dass er sich den Sinn fürs Detail, die kleinen Dinge der Natur und des Lebens bewahrt hat und genau das mit seinen Motiven transportiert.

Die Ausstellung ist bis zum 10. März 2017 in der Galerie „ebe“ in der Lübzer Chaussee 7 von Parchim zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag, Donnerstag und Sonntag 14 bis 19 Uhr und nach Vereinbarung unter Telefon 0151/18004308

 Gabriele Knües


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