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Parchim : Das eigene Heim eine einzige Puppenstube

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Editha Schwanz aus Parchim hat im Laufe von etwa 15 Jahren fast 1600 Puppen zusammengetragen. Seit fünf Jahren ist sie auch begeisterte Hobbymalerin

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erstellt am 23.Jan.2017 | 12:00 Uhr

Das eigene Heim als Puppenstube: Editha Schwanz aus Parchim beherbergt in ihrem Häuschen mittlerweile sage und schreibe 1580 Puppen. Das war selbst für die Besitzerin eine faustdicke Überraschung, die ihre Sammlung auf vielleicht 1000 Exemplare geschätzt hatte. Mehr als zwei Stunden dauerte ihre zum ersten Mal durchgeführte „Inventur“, bis sie wirklich jede einzelne Puppe gezählt hatte. Die größte ist etwa einen Meter groß, die winzigste gerade mal einen Zentimeter. Die älteste – eine Zelluloid-Puppe, dürfte etwa aus der Zeit von 1948 stammen. Editha Schwanz hütet sie noch aus ihrer eigenen Kindheit. Die gebürtige Spornitzerin ist seit fast 74 Jahren in Parchim zuhause.

Ein Großteil der Exemplare, die heute schön warm und behaglich in der wohl größten Puppenstube der Region wohnen, hat Editha Schwanz vor dem Müll bewahrt. Andere entdeckte sie auf Flohmärkten oder in Secondhand-Läden. Nachdem sich die Sammelleidenschaft der Parchimerin im Bekanntenkreis herumgesprochen hatte, kamen regelmäßig Schenkungen hinzu: An Weihnachten 2016 hielten wieder 45 Barbies und Steffies bei Editha Schwanz Einzug: Sie bekam sie von ihren Enkelkindern geschenkt, die nach und nach dem Puppenalter entwachsen.

Zur Puppensammlerin wurde die frühere Technische Zeichnerin erst in der zweiten Hälfte des Lebens. Als ihr inzwischen verstorbener Mann im Jahr 2001 unheilbar erkrankte, suchte Editha Schwanz nach einem Ausgleich, der ihr Kraft für den Alltag verlieh. Und so traten die Puppen in ihr Leben: Jeder Neuzugang in ihrer Sammlung wird gewaschen, frisiert und mit einem selbst genähten, gehäkelten, gestrickten oder liebevoll bestickten Outfit fein gemacht. Mittlerweile nennt Editha Schwanz u. a. 200 Barbies, 56 Steffi-Puppen, 34 Puppenmänner Ken und 62 Puppen mit schwarzer Hautfarbe ihr Eigen. Dazu kommen noch zwölf kleine und große Puppenwagen, sieben möblierte Puppenstuben sowie ein Pferdestall aus DDR-Zeiten mit alten und neuen Tieren. Angesammelt haben sich ebenfalls 62 Bärenplüschtiere und 14 Plüschtiere mit plastischem Gesicht. Aus dem Stand heraus könnte Editha Schwanz auch eine Kaspertheater-Vorstellung in ihrem Puppenhaus geben: Sie besitzt schließlich 25 alte und neuere Handspiel- und ebenso viele Fingerspielpuppen. Den Theatervorhang hatte sie damals extra für ihre Enkelkinder genäht. Zur Puppensammelleidenschaft gesellte sich vor fünf Jahren noch ein weiteres Hobby: Ermutigt von ihrer Familie begann Editha Schwanz mit dem Malen, vor allem mit Acryl. Im Herbst 2011 besuchte sie – damals noch begleitet von einem ihrer beiden Söhne – den ersten Volkshochschulkurs bei Hannelore Spitzley. Seitdem ist Editha Schwanz regelmäßig dabei. Gerade eben am Donnerstag begann wieder ein neuer Kurs. „Ich freue mich immer sehr auf diese zwei Stunden, auf das Malen, auf die Leute“, gesteht Editha Schwanz. Ihre Bilder entstehen „nach Lust und Laune“, wie die Hobbymalerin verrät. Am liebsten lässt sie sich von einer Fotografie, Werken professioneller Künstler oder anderen Ansichten inspirieren, wie ein Blick auf ihre Arbeiten verrät. Auch die tägliche Morgenlektüre weckt bei ihr Lust aufs Malen: „Wenn ich eine schöne Landschaft in der Zeitung sehe, dann möchte ich das einfach sofort umsetzen.“ Wie vor wenigen Tagen die zauberhafte winterliche Momentaufnahme aus der Lewitz, die sie nun am Maltisch - ein altes Zeichenbrett - in Acryl nachempfindet.
 

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