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Parchimer Zeitung

23. November 2017 | 16:12 Uhr

Grebbin : Das Dorf wird attraktiver

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Gemeinde Obere Warnow investiert trotz angespannter Finanzlage. Steuersätze deutlich über dem Landesdurchschnitt

von
erstellt am 22.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Die Gemeinde Obere Warnow wird attraktiver. Derzeit drehen sich die Bagger in Grebbin, um die Warnow zu renaturieren. Noch in diesem Jahr soll das Gemeindehaus umgebaut werden. Die Kommune erwartet dafür in Kürze die Fördermittel.

Damit die Kommune trotz angespannter Finanzlage handlungsfähig ist, haben die Gemeindevertreter das Haushaltskonsolidierungskonzept fortgeschrieben. „Die Kommunalaufsicht muss den Haushalt genehmigen“, sagt Bürgermeister Hartmut Bahl. Denn die Kommune müsse handlungsfähig sein.

Die finanzielle Lage in der Gemeinde ist alles andere als rosig. Im vergangenen Jahr standen an der Oberen Warnow 227 000 Euro weniger Haushaltsmittel als 2015 zur Verfügung. Denn auf der einen Seite sanken die Einnahmen, beispielsweise aus Schlüsselzuweisungen und Gewerbesteuer. Auf der anderen Seite stiegen die Ausgaben – u.a. für Kreis- und Amtsumlage. Das Jahr 2016 schloss die Gemeinde mit einem dicken Minus von über 260 000 Euro ab. Dabei hatte die Kommune noch gespart. Das Defizit war mit rund 296 000 Euro geplant.

Um eine Chance auf Fördermittel zu haben, beschloss die Gemeindevertretung bereits frühzeitig Steuersätze, die deutlich über dem Landesdurchschnitt liegen. Die Hebesätze für 2017 liegen bei der Grundsteuer A bei 350, bei der Grundsteuer B bei 410 und bei der Gewerbesteuer bei 380 Prozent. Die Kommune spart Geld in allen Bereichen, so bei der Bewirtschaftung von Dorfgemeinschaftshäusern, sie hat die Pachten für landwirtschaftliche Flächen und Gebühren erhöht. Vieles wird durch Eigenleistungen ermöglicht – so der Bau eines Bürgersteigs in Grebbin. Große Unterstützung gebe es von ortsansässige Firmen wie der Agrargenossenschaft in Grebbin, sagt der Bürgermeister.

Die derzeit unter Regie des Wasser- und Bodenverbands laufende Renaturierung der Warnow wird neben Fördermitteln aus Ausgleichsgeldern für den Bau von Windkraftanlagen finanziert. Es sind noch Mittel aus dem Wind-Topf übrig. Damit soll ein Konzept für den Park in Herzberg erstellt werden, um den wieder als Erholungsgebiet zu entwickeln.

In Eigeninitiative wollen Eltern und Gemeinde einen Spielplatz errichten (SVZ berichtete). Die Arbeitsgruppe Spielplatz hat zwischenzeitlich dreimal getagt. Die Agrargenossenschaft Grebbin bietet Unterstellmöglichkeiten, wo Spielgeräte aufgearbeitet werden können. Hans-Eike Müller hat einen Spenden-Elefanten gebaut, der bei Veranstaltungen in der Gemeinde aufgestellt wird. 335 Euro für den Spielplatz sind bei zwei Veranstaltungen zusammengekommen, berichtet Bürgermeister Hartmut Bahl: beim Geburtstagskonzert von Julia Ginsbach und beim Anglerverein.

Bei der Errichtung des Spielplatzes hat sich Zimmermann Stephan Römer den Hut aufgesetzt, erklärt der Bürgermeister weiter. Er hofft auf viele Hände bei der praktischen Umsetzung des Projekts. Hartmut Bahl erinnert daran, dass 23 bis 30 Bürger den Aufruf für die Errichtung eines Spielplatzes in Grebbin unterschrieben haben. Er brauche die Hilfe von jedem Vater. Denn der Spielplatz lasse sich nicht mit drei Leuten bauen.

Positiv für die Finanzierung der nächsten Investition: Die Gemeinde konnte Baugrundstücke verkaufen. „Immer mehr junge Leute kommen her und bauen Häuser“, freut sich Hartmut Bahl. „Das Dorf ist interessant für junge Leute.“

 

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