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Parchimer Zeitung

23. November 2017 | 00:44 Uhr

Parchim : Dammer Weg wird für Flieger verlegt

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Der Berater des chinesischen Investors Jonathan Pang gab bei einer Informationsveranstaltung bekannt, dass der Flughafen in Parchim im zweiten Quartal 2014 voll betriebsfähig sein wird.

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erstellt am 24.Jun.2013 | 06:18 Uhr

PARCHIM | Werner G. Knan verbreitet Zuversicht: Der Berater des chinesischen Investors Jonathan Pang gab bei einer Informationsveranstaltung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises für regionale Logistikunternehmer im Parchimer Flughafen bekannt, "dass der Airport im zweiten Quartal 2014 voll betriebsfähig sein wird". Bis dahin sei die 3000 Meter lange und 65 Meter breite Start- und Landebahn komplett saniert und an beiden Ende um eine Ausrollfläche von jeweils 300 Meter verlängert. Dann ist auch das Schicksal des Dammer Weges besiegelt: Er muss gesperrt werden. Außerdem müsse die Zufahrt zum Kriegsfriedhof verlegt werden.

Gleichzeitig mit ihrer Sanierung und Verlängerung soll die Start- und Landebahn eine hochmoderne Befeuerung mit LED-Lampen erhalten. Auch der neue Radarturm werde rechtzeitig fertig sein und seine Arbeiten aufnehmen können. Noch bis Jahresende 2013 soll nebenan der Neubau des Lotsenturms in Zusammenarbeit mit der Deutschen Luftsicherung seine elektronische Ausrüstung erhalten. Letztlich werde der Parchimer Flughafen dem internationalen Sicherheitsstandard der Kategorie III entsprechen und damit selbst für Großflugzeuge wie den Airbus A 380 oder den russischen Frachtgiganten Antonow auch bei Nebel im Instrumentenflug ansteuerbar sein.

In die Sanierung und Erweiterung der Start- und Landebahn wird ein zweistelliger Millionenbetrag investiert. Die Universität Weimar habe dazu Kernbohrungen durchgeführt. Demnach erwies sich der aus den 1930er-Jahren stammende Unterbau als durchaus haltbar, weil damals Zement höchster Qualität eingesetzt wurde. Probleme gebe es allerdings mit dem späteren Überbau. Dort sei eine alkalische Kieselsäurereaktion festgestellt worden, die den Beton zu Schotter zerbröseln lasse. In der Zeit der Bauarbeiten wird es laut Knan keinerlei Flüge geben können, "weil Tag und Nacht gearbeitet wird".

Noch in dieser Woche soll die Erweiterung des Vorfelds beginnen. Hier sollen künftig gleichzeitig erst vier und dann bis zu sechs Großflugzeuge abgestellt werden können. Hindernis sei derzeit noch, dass ein Teil dieser Fläche in der Vorwendezeit durch Flugbenzin kontaminiert wurde. Seit einem Jahr fördern die eingesetzten Pumpen laut Knan jedoch unbelastetes Grundwasser. Deshalb gehe er davon aus, dass das bis Jahresende gesperrte Gelände frei gegeben wird. Dann wäre zugleich der Weg frei für den Bau eines zweiten Terminals und eines Hotels.

Die Entwicklungschancen für Parchim sehen die Investoren laut Knan darin, dass es für diesen Flughafen die Erlaubnis gibt, dort Tag und Nacht zu starten und zu landen. Eine solche weitläufige Regelung gebe es in Deutschland außer für Parchim nur noch für Leipzig und für Köln, wo sie aber bis 2015 befristet sei. Derzeit laufen außerdem Gespräche mit einem Investor über den Bau von zwei Wartungshallen für jeweils 30 Millionen Euro. Hier soll sich dann ein zertifizierter Betrieb einmieten, der bis zu 150 hoch qualifizierte Arbeitsplätze biete.

Jonathan Pang hatte in seinem Redebeitrag vor den Vertretern der regionalen Logistikunternehmen die Chancen beim Handel mit China verdeutlicht. "Das ist ein Milliarden-Markt." Parchim könne beispielsweise auch als Waren-Außenlager für Hamburg oder Frankfurt fungieren und zum internationalen Logistikzentrum für Luftfracht heranwachsen. "Über Parchim lassen sich Produzenten, Händler und Käufer weltweit ideal miteinander verbinden."

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