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Spornitz : Damit die Kirche im Dorf bleiben kann

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Spornitzer Förderverein will Mittel für die Sanierung akquirieren

svz.de von
erstellt am 28.Sep.2014 | 18:50 Uhr

Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Spornitz hat einen „Förderverein Kirche Spornitz“ gegründet. Ihm gehören inzwischen mehr als 20 Mitglieder an. Zur Vereinsvorsitzenden wurde Annett Bieber gewählt, ihr Stellvertreter wurde Pastor Martin Schabow. Christiane Schirdewahn führt die Vereinskasse. Außerdem gehören dem Vorstand Steffen Kirchner, Arno Menck und Horst Kamke an. Inzwischen laufen die Arbeiten zur Eintragung ins Vereinsregister, Anerkennung der Gemeinnützigkeit und Einrichtung eines Spendenkontos.

Bei der Gründungsversammlung hatten Pastor Michael Erben und Rüdiger Liedtke als Baubeauftragter der Kirchenkreisverwaltung den baulichen Zustand von Kirchenschiff und Turm ausführlich beschrieben. „Wegen ihres schlechten Zustands ist eine Sanierung dringend notwendig.“ Deshalb soll noch in diesem Jahr ein Sanierungskonzept in Auftrag gegeben werden.


Kirche stammt wohl aus dem 13. Jahrhundert


Es gilt als gesichert, dass die Kirche spätestens im 13. Jahrhundert errichtet wurde. Sie ist damit das älteste noch im Dorf vorhandene Gebäude. Unterlagen über das exakte Baujahr fielen dem Dreißigjährigen Krieg zum Opfer (1618 – 1648). Die Kirche wurde aus Feldsteinen erbaut, ihre Wände trugen ein einfaches Holzdach, ihre Fenster und Türen zierten romanische Rundbögen. Der Turm wurde um 1300 angebaut. 1517 erhielt der Turm seine erste Glocke. Danach wurden in der Kirche größere Fenster mit rechteckigen Holzrahmen eingebaut. 1647 wurde das Pfarrhaus zerstört und die Kirche beschädigt. 1657 wurden die schadhaften Stellen im Kirchengemäuer repariert. Dachziegel holte man vom Neustädter Schloss. Der Kirchturm erhielt ein Holzdach, in das einige Jahre später der Blitz einschlug. Im Jahr 1665 erfolgte eine erneute Reparatur. 1792 wurde an heutiger Stelle der Neubau des Pfarrhauses errichtet. Pastor Christian Joachim Lorenz veranlasste 1820 die Versetzung der Kanzel von der Nordseite (über dem Altar) an den heutigen Platz, an der Nordwand wurde für den Förster und Müller ein Sitzbalkon eingebaut. 1824: Anschaffung neue Orgel, Pastor Kittel ließ in seiner Amtszeit (1833 – 1864) erneut das Kirchengemäuer reparieren. Nach Entfernung des Daches wurde der Urzustand der Feldsteinkirche sichtbar. Es erfolgte eine Erhöhung der Ringmauer mit Backsteinen um der Einbau höherer Fenster. Der neue Dachstuhl erhielt eine Holzdecke. An der Ostseite der Kirche setzte der Erbschmied Karl Bergmann die eiserne Jahreszahl 1840 ein. Der Altar wurde zurück gesetzt, Bildhauer Schwalbach (Ludwigslust) verzierte die Kanzel mit einer goldenen Sonne. Das neue Kirchendach erhielt an der Ostseite als Geschenk von Großherzog Paul Friedrich ein vergoldetes Kreuz. Am 22. November 1840 wurde das Ende der Arbeiten mit einem Einweihungsfest gefeiert, bei dem drei Glocken erklangen. 1842 erhielt das Pfarrhaus einen Anbau mit Küche, Vorratskammer, Leutestube und Treppe. Zehn Jahre später wurde erneut der Kirchturm repariert, danach kamen der vergoldete Knopf mitsamt Hahn wieder an ihren Platz zurück. 1855 wurde die defekte Kirchturmuhr durch eine neue ersetzt.

In der Amtszeit von Pastor Hugo Fritzsche (1882 – 1911) wurden die Kirchenfenster vergrößert und erhielten gotische Spitzbögen. Der Fußboden in der Kirche wurde 1887 mit Klinkersteinen ausgelegt, der Turmraum mit Granit. 1893 wurde der Kirchturm mit Kupferplatten eingedeckt und erhielt einen Blitzableiter. Im 1. Weltkrieg (1914 – 1918) mussten die Kupferplatten und beide Orgeln sämtliche Pfeifen abgeben. Auch die kleinste er drei Glocken wurde heruntergeholt und für die Rüstungsindustrie eingeschmolzen. 1931 erhielt die Orgel einen elektrisch angetriebenen Windmotor. Unter Pastor Taetow erfolgte 1958 eine Renovierung der Kirche. Danach schaffte es der Geistliche, Ersatz für die beiden im 2. Weltkrieg eingezogenen Glocken zu beschaffen. , 1967 konnte dank der Hilfe der bayrischern Partnergemeinde Burgsalach (Franken) der Kirchturm wieder neu eingedeckt werden, Malermeister Pilatz stellte das Gerüst, die Kupferarbeiten erledigte Klempnermeister Peters. Schmiedemeister Hans Link brachte das Turmkreuz wieder an. 1996 wurde innerhalb der Kirche ein Mahnmal für die Opfer des 2. Weltkriegs errichtet.

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