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Parchimer Zeitung

16. Dezember 2017 | 18:00 Uhr

Parchim : Damit andere nicht fremd bleiben

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Fotoausstellung während der Interkulturellen Woche

svz.de von
erstellt am 28.Sep.2014 | 18:51 Uhr

Eine Fotoausstellung und ein Film im Parchimer „Solitär“-Gebäude der Kreisverwaltung zählten zu den Höhepunkten der diesjährigen „Interkulturellen Woche“. Das Veranstaltungsprogramm stand unter dem Motto „Gemeinsamkeiten finden, Unterschiede feiern.“ Abschlussveranstaltung ist am 15. November in Spornitz das Heimattreffen ehemaliger Ostpreußen aus dem Kreis Gumbinnen.

Es brauche viel Zeit, so Simone Schmerer bei der Ausstellungseröffnung, um herauszufinden, „was Menschen unterschiedlicher Herkunft verbindet.“ Die Sachbearbeiterin für Migration & Integration im Landratsbüro für Chancengleichheit weiß, wovon sie redet: „In unserem Landkreis gibt es genug Schulen und Kindergärten, die tagtäglich vor dem Problem der Integration stehen.“ Geradezu dankbar seien diese Institutionen deshalb für die Möglichkeit, gemachte Erfahrungen innerhalb eines Netzwerks auszutauschen. Gemeinsame Grundlage sei, „dass alle Menschen das Bedürfnis nach Nähe, Sicherheit, freien Entfaltungsmöglichkeiten, Teilhabe, Heimat und Anerkennung haben“. Unterschiede seien die beste Grundlage für Neugier. „Das nimmt die Angst vor Unbekanntem.“ Die alljährliche interkulturelle Woche beginne eigentlich schon vorab in der Ludwigsluster Gemeinschaftsunterkunft des Landkreises für Migranten mit einem Kinderfest. „Das ist ein erfolgreicher Auftakt.“

Im Jugendklub der Parchimer Weststadt, so Gabriele Liebenow als Leiterin des Parchimer Kinder-, Jugend- und Familientreffs, gebe es angesichts des tagtäglichen Besuchs von Kindern und Jugendlichen aus 15 Nationen pro Jahr 52 interkulturelle Wochen. „Türkei, Afghanistan, Indien, Irak, Syrien, Russland, Vietnam, Ungarn oder Polen sind nur einige Herkunftsländer der Klubbesucher.“ Der Jugend-Migrationsdients des Diakonischen Werks habe im vergangenen Jahr fast 120 Jugendliche und junge Erwachsene auf ihrem Weg in die schulische oder berufliche Integration begleitet und mit Gruppenangeboten mindestens weitere 250 Jugendliche erreicht. „Da ist eine eigene Interkulturelle Woche eigentlich nicht nötig.“ Dennoch aber, so Gabriele Liebenow, könne gelebte Interkulturalität zum Problem werden. „Manche Menschen sind neugierig auf die anderen, anderen aber sind die anderen egal, manche lehnen die anderen sogar komplett ab.“ Gerade deshalb sei eine eigene „Interkulturelle Woche“ dringend geboten, „umso mehr, als dass ihr Motto so treffend ist“.

Die Fotoausstellung „Gemeinsamkeiten finden, Unterschiede feiern“ ist das Ergebnis der Arbeit von fast zehn jungen Menschen aus Armenien, Polen, dem Irak, Albanien, der Ukraine, Togo und Deutschland. Beraten und angeleitet wurden sie von Evgenia Krasikova, einer Grafik-Designerin aus Usbekistan, die seit zehn Jahren in Mecklenburg lebt und derzeit arbeitslos ist (Foto oben). „Das Fotografieren hat mir viel Spaß gemacht, und ich habe dabei neue Erfahrungen gewonnen.“ Die Bilder sind noch mindestens bis Anfang November im „Solitär“ während der Öffnungszeiten der Landkreisverwaltung zu sehen.

Projektleiterin Grit Schäfer vom Diakonischen Werk lud abschließend zur Filmvorführung von „Deine Schönheit ist nichts wert“ ein. Der türkische Regisseur Hüseyin Tabak setzte die Liebesgeschichte zweier nach Österreich geflüchteter Jugendlichen aus der Türkei und Jugoslawien in einem bildstarken und einfühlsamen Film um, der in vier Kategorien den Österreichischen Filmpreis gewann und auch beim jüngsten Schweriner Filmfestival viel Anklang fand.
 


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