Parchim : Countdown für Abriss der Börse läuft

Auch die Pläne für die neue Börse werden noch einmal überarbeitet.
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Auch die Pläne für die neue Börse werden noch einmal überarbeitet.

Die Abrissarbeiten an der Alten Börse können erst in einigen Tagen beginnen. Zunächst muss die Ruine stabilisiert werden, damit die Fachleute sicher ins Haus kommen und die Nachbarhäuser unbeschädigt bleiben.

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31. Mai 2013, 05:57 Uhr

Parchim | Geht der Abriss nun endlich los? Diese Frage stellen sich die Passanten, die aufmerksam die in dieser Woche begonnenen Arbeiten an der Alten Börse beobachten. "Nein, das wird noch einige Tage dauern", so die Antwort von Tobias Otto, dem zuständigen Projektleiter der Eigentümerfirma Lührs Immobilien aus Stade. "Die Parchimer Börse erweist sich unerwartet als harter Brocken", fügt der Experte hinzu. Das was Laien beim Anblick der völlig maroden Fassade nur ahnen können, haben die Fachleute schon lange vermutet: Das Gebäude droht einzustürzen, die Statik der Ruine ist längst unberechenbar und auch Nebengebäude könnten bei einem nicht bis ins letzte Detail durchdachten Abriss womöglich selbst beschädigt werden. "Wir müssen zunächst die Ruine stabilisieren, um unseren Fachleuten einen sicheren Zugang zu ermöglichen", so Tobias Otto. Dafür wurden riesige Stahlträger herantransportiert, die nun die Fassade am Berührungspunkt mit dem Nachbarhaus stützen. Quasi als Gegengewicht fungieren zwei mit Bauschutt gefüllt Container. Laut Otto sollen nun noch einmal Experten die Sache begutachten. In den zurückliegenden Monaten, Wochen und Tagen haben sich dort die Sachverständigen die Klinke in die Hand gegeben. Aber, so Tobias Otto, das ist noch nicht ausreichend gewesen, um wirklich abzureißen. Er geht davon aus, dass die Ruine im Wesentlichen in aufwändiger Handarbeit abgetragen werden muss. Wann damit genau begonnen werden kann, hängt von der Bewertung der Gutachter ab. Vor Ort war zu erfahren, dass der Abriss dann schätzungsweise anderthalb Wochen dauern könnte. Otto verspricht: "Im Sommer ist die Börse weg". Man sei in dieser Angelegenheit im ständigen Kontakt mit der Stadtverwaltung.

Im Rathaus ist derweilen eine Entscheidung gefallen. Bürgermeister Bernd Rolly hat verfügt, dass die zunächst ausgesetzten Sondernutzungsgebühren für die seit Jahren blockierten Gehwege in der Blutstraße und am Schuhmarkt dem Eigentümer in Rechnung gestellt werden. Bleibt abzuwarten wie der darauf reagiert. Schon einmal landete die Sache vor Gericht.

Tobias Otto versichert noch einmal, dass nach dem Abriss schon bald mit dem Neubau begonnen wird. "Derzeit wird die Fassadengestaltung in Absprache mit der Denkmalpflege überarbeitet. Danach stellen wir einen neuen Bauantrag", so der Sprecher von Lührs Immobilien. Auf einen genauen Fertigstellungstermin will er sich nicht einlassen. Erste Mieter seien bereits gefunden und mit weiteren Interessenten werde verhandelt.

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