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Auftakt für große Sanierung : Bypass für Kanal unterm Wall

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Goldberger Spezialfirma saniert Mischwasserkanal in denkmalgeschützter Parkanlage

Ein riesiges Loch klafft seit zwei Tagen in den Wallanlagen gleich hinterm Parkplatz der Sparkasse. Gut gesichert hinter Bauzäunen sind Mitarbeiter der Goldberger Firma Sturm&Neumann in rund 2,50 Metern Tiefe damit beschäftigt, mit einem leistungsstarken Abbruchhammer ein Betonrohr zu zerlegen. Das stammt aus den 1970er Jahren. „Es ist eine der wichtigsten Adern der Stadt und befördert Mischwasser aus den angrenzenden Straßen und dem Moltkeplatz in Richtung Klärwerk“, sagt Susanne Richter, die beim Abwasserentsorgungsbetrieb der Stadtwerke als Ingenieurin das Projekt betreut. Als vor Monaten mit Hilfe einer fahrbaren Kamera der Mischwasserkanal kontrolliert wurde, war das Ergebnis ernüchternd. „Im Laufe von mehr als 40 Jahren haben sich Risse und Undichtheiten gebildet. Auch die Kontrollschächte sind marode“, so die Expertin.

Eine grundlegende Sanierung ist auch deshalb dringend geboten, weil die kulturhistorisch wertvolle Parkanlage ab dem kommenden Jahr für rund 1,1 Millionen Euro zukunftssicher gemacht werden soll.

„Es ist für alle Beteiligten eine besondere Baustelle mit großen Herausforderungen sind sich Susanne Richter und Geschäftsführer Klaus Richter einig. „Wir arbeiten zwischen 300 Jahre alten Eichen, die auf keinen Fall beschädigt werden dürfen und der Platz für Fahrzeuge und Technik ist begrenzt“, gibt die junge Ingenieurin zu bedenken. Mit dem Goldberger Unternehmen habe man einen erfahrenen Partner für diese schwierige Mission gefunden“, ist sich die 31-Jährige Lübzerin sicher.

Die 50 Zentimeter starken Betonrohre kommen auf einer Länge von 400 Metern raus und werden durch einen 60 Zentimeter starken Kunststoffkanal ersetzt. Der Austausch erfolgt in sechs bzw. neun Meter langen Abschnitten. Für jeweils einen Tag übernimmt dann ein vorbereiteter Bypass, der unmittelbar neben der Baugrube verläuft und das gepumpte Wasser befördert, die Aufgabe des Mischwasserkanals. Wenn alles planmäßig verläuft, soll das Projekt im Frühjahr 2017 und rechtzeitig vor der Parksanierung fertig sein.

In den zurückliegenden Tagen wurden immer wieder die Bauzäune von Unbefugten geöffnet, um quer über die Baustraße mit dem Hund Gassi wie gewohnt zu gehen oder eine Abkürzung in die Stadt zu nutzen. „Das ist hoch gefährlich. Die Trasse ist schwer einzusehen“, gibt Susanne Richter zu bedenken. Auch im hinteren Teil der Wallanlagen, am Dragoner-Denkmal, sind Einschränkungen unvermeidbar. Hier gibt es in den kommenden Wochen die einzige Zufahrt zur sensiblen Baustelle.  

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erstellt am 25.Nov.2016 | 16:57 Uhr

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