zur Navigation springen
Parchimer Zeitung

22. November 2017 | 17:55 Uhr

Buh-Ruf für schlechtes Politiktheater

vom

svz.de von
erstellt am 04.Jul.2013 | 06:18 Uhr

parchim | Klare Absage aus Parchim für das vom Bildungsminister bestellte Theaterkonzept. Das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin zu sanieren, indem das Mecklenburgische Landestheater Parchim künftig in die Schweriner Bühne integriert werde, sei nicht nachvollziehbar, kritisiert Wolfgang v. Rechenberg, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion.

"Eine finanzielle Konsolidierung des Schweriner Theaters darf nicht einen kulturellen Kahlschlag für das Umland zur Folge haben", mahnt v. Rechenberg. Das Konzept der Münchner Beratungsfirma "Metrum" sieht vor, das Parchimer Kinder- und Jugendtheater als Sparte in das Theaterhaus der Landeshauptstadt zu integrieren, um 330 000 Euro einzusparen. Das sei in keiner Weise zu akzeptieren, so v. Rechenberg.

"Das Ensemble um Theaterleiter Thomas Ott-Albrecht hat in den vergangenen Jahren, die wahrlich kein Zuckerschlecken für unsere Theaterleute waren, Herausragendes geleistet. In der zu Ende gegangenen Spielzeit waren zehn Premieren zu erleben, 15 weitere Stücke bereicherten das Repertoire, das nicht nur einen wichtigen Bildungsauftrag mit Blick auf die Kinder- und Jugendarbeit erfüllt. Auch erwachsene Theaterfreunde kommen in Parchim voll auf ihre Kosten", so der bekennende Theaterfreund. Wolfgang v. Rechenberg verweist zudem auf die sich positiv entwickelnde Zusammenarbeit mit dem Volkstheater Rostock, auf konstant hohe Besucherzahlen in der Parchimer Blutstraße sowie auf die gefragten Gastspiele, welche die Parchimer auswärts absolvieren.

Als ausgesprochen befremdlich wertet Wolfgang v. Rechenberg zudem das Ansinnen, die Landkreise rund um die Landeshauptstadt stärker in die Finanzierung des Schweriner Theaters einbeziehen zu wollen. "Zumindest was den Landkreis Ludwigslust-Parchim angeht, haben die Berater scheinbar nicht berücksichtigt, dass wir unserem Theater finanziell zusammen mit der Stadt als Träger den Rücken stärken. Damit wird nicht nur ein Theaterangebot in der Kreisstadt unterstützt, sondern in der gesamten Region. Außerdem wird das Schweriner Haus bereits deutlich überproportional bezuschusst."

Insofern sei es kritikwürdig, dass zur Präsentation des "Metrum"-Papiers Landrat Rolf Christiansen und Bürgermeister Bernd Rolly nicht geladen wurden. "Wer glaubt, über unser Theater ohne uns entscheiden zu können, der irrt. Es hat schon einige Versuche gegeben, der Widerspenstigen Zähmung im Theaterstreit zu bewältigen. Ohne Erfolg. Wir werden weiter für den Erhalt unseres Theaters kämpfen", betont v. Rechenberg.

In der Tat fordert das "Metrum"-Gutachten die "Integration des Mecklenburgischen Landestheaters Parchim" in die Schweriner Bühne (wir berichteten), der im Jahre 2020 ein Betriebsverlust von 6 Milllionen Euro und damit die Insolvenz drohe. Die Gutachter schlagen vor, dem Parchimer Theater, Stadt und Landkreis ein attraktives Angebot zu machen. Für ein Zusammengehen müsste dann allerdings der Kooperationsvertrag mit dem Volkstheater Rostock gekündigt werden. Über die Gebäudesanierung sei ebenfalls zu entscheiden. Mit der Reuter-Bühne kämen 18 Arbeitsplätze nach Parchim. Im Gegenzug könnten sieben Stellen in den Bereichen Werkstatt, Bühnentechnik und Verwaltung gespart werden.

Die von Landrat Rolf Christiansen (SPD) geforderte Eigenständigkeit der Parchimer Bühne wäre dahin. Das Gutachten benennt klar ein künftiges "Staatstheater Schwerin" als wichtigste Bühne mit den Standorten Schwerin und Parchim...

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen