Kommunalpolitik : Bürgerspielplatz erst der Anfang

Man ist sich einig, die Mühen haben sich gelohnt: Kämmerin Birgit Alisch, Ausschussvorsitzender Dirk Flörke sowie die Stadtvertreter Dr. Detlev Witte und Christoph Maaß. Fotos: Wolfried Pätzold
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Man ist sich einig, die Mühen haben sich gelohnt: Kämmerin Birgit Alisch, Ausschussvorsitzender Dirk Flörke sowie die Stadtvertreter Dr. Detlev Witte und Christoph Maaß. Fotos: Wolfried Pätzold

Stadtvertreter und Verwaltung mit Umsetzung des Rabensoll-Projektes zufrieden / Parchimer nutzen Chance, sich einzubringen

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04. November 2014, 12:54 Uhr

Parchim Ein Novembernachmittag wie aus dem Bilderbuch! Da zieht es Jung und Alt  hinaus ins Freie. Am Rande des Wohngebietes Am Rabensoll lockt nicht nur das tolle Herbstwetter, sondern seit wenigen Tagen auch ein nigelnagelneuer Spielplatz. Am Montagnachmittag war hier  dann aber doch kein Kinderlachen zu hören. „Heute hat es wahrscheinlich alle noch einmal auf den Martinimarkt gezogen. Das ist natürlich verständlich“, gibt sich Stadtpräsident Dirk Flörke bei einem Vor-Ort-Termin auf dem menschenleeren Platz  dennoch zufrieden. Gekommen ist er übrigens nicht als erster Mann der Stadt, sondern als Vorsitzender des zeitweiligen Ausschusses „Bürgerhaushalt“. Vor wenigen Tagen hat er diesen Ausschuss mit neuer Besetzung wieder als Chef übernommen. Zusammen mit Dirk Flörke sind am Montagnachmittag auch die beiden Stadtvertreter Dr. Detlev Witte und Christoph Maaß sowie Kämmerin Birgit Alisch und  Karola Kimmen vom Fachbereich Grünanlagen  zur Stippvisite zum  Rabensoll gekommen.

Der neue Spielplatz Am Rabensoll – einer von 27 derartigen öffentlichen Freizeiteinrichtungen der Stadt – hat eine besondere Vorgeschichte (wir berichteten).  Das dafür  benötigte Geld in Höhe von 50 000 Euro stammt nicht wie sonst üblich aus der Stadtkasse, sondern wurde als Großspende vom Windkraftinvestor UKA Rostock zur Verfügung gestellt. Das Unternehmen baut vis-a-vis zum Rabensoll einen Windpark mit bis zu  rund  200 Meter hohen Türmen auf. Die ersten Flügel drehen sich bereits seit Wochen im Wind. Quasi als kleine Entschädigung wurde der Stadt das Angebot unterbreitet, den in die Jahre gekommenen Spielplatz Am Rabensoll aufzuwerten. Zeitgleich hatten die Stadtvertreter nach jahrelanger Diskussion beschlossen, die Parchimer im Rahmen eines Bürgerhaushaltes an der Weiterentwicklung der Stadt unmittelbar zu beteiligen. Vorschläge blieben allerdings aus. Da wurde die Idee geboren, das zweckgebundene Spendengeld für einen neuen Spielplatz mit Bürgerbeteiligung zu nutzen.

Und siehe da, eine erste Informationsveranstaltung im Wohngebiet fand bei Eltern und Großeltern Resonanz. Sie brachten Wünsche ihrer Kinder an einen neuen Spielplatz mit und diskutierten mit dem beauftragten Landschaftsarchitekten Matthias Proske über einen Mehrgenerationenspielplatz, der sich in die vorhandene Landschaft einpasst und vor allem den kleinen und großen Nutzern Spielraum für Fantasie und Bewegung lässt.

„Die Zielstellung ist erfüllt“, meint Dirk Flörke. Für Christoph Maaß, der im neu gebildeten Bürgerhaushalts-Ausschuss mitarbeiten wird, ist auch die Qualität gelungen. „Hier möchte man noch mal Kind sein“, meint Dr. Detlev Witte. Auch das Finanzierungsmodell findet Zustimmung. „Die Bürger konnten Einfluss auf die Verwendung der Spende nehmen. Das hat sich ausgezahlt“, ist sich die Kämmerin sicher. Die Stadt setzt pro Jahr 100 000 Euro für die Unterhaltung und weitere 25 000 Euro für Ersatzinvestitionen im Bereich der Spielplätze ein.

„Der Bürgerspielplatz ist erst der Anfang. Wir werden zunächst unseren Leitfaden für die Bürgerbeteiligung fertig stellen und dann neue Projekte ins Auge fassen“, gibt sich Dirk Flörke zuversichtlich. Er hofft, dass die Parchimer konkrete Vorschläge einbringen (E-Mail bürgerhaushalt@parchim.de). Die Arbeit hat erst begonnen.

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