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Parchimer Zeitung

22. September 2017 | 13:53 Uhr

Parchim : Bürger müssen auch mal dran sein

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

In zwei Wochen nur zwei Beiträge in der Diskussion um die Kreiszukunft . Forum bleibt noch bis Ende Juli online.

von
erstellt am 08.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Parchim Nimmt man das Forum zum Kreisentwicklungskonzept 2030 als Maßstab, sieht es düster aus für die Zukunft des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Ganze zwei der 214 000 Bürger haben sich bisher beteiligt. Dabei ist das Forum, das das direkte Einmischen möglich macht, schon seit zwei Wochen scharf geschaltet. Bei der ersten Runde im Sommer 2016 beteiligten sich immerhin 33 Bürger.

„Wir machen das ja nicht für die Politik, wir machen es für die Bürger“, sagt CDU-Kreistagsfraktionschef Wolfgang Waldmüller, der seit 2014 für ein solches Konzept kämpft. Warum? „Wenn wir Bürger mitnehmen, hier im Kreis halten wollen oder Zuzug wünschen, dann brauchen wir so ein Konzept, das sagt, wofür der Kreis steht und wo er hin will. Nicht Abwicklung sondern Entwicklung“, sagt Waldmüller.

Der Lanckener Kommunalpolitiker erinnert sich noch an den Kampf um das Konzept und den steinigen Weg dahin. Auch wenn heute Politiker aller Couleur zur Beteiligung aufrufen, das war nicht immer so. Im Januar 2014 scheiterte der Antrag der CDU, ein Zukunftskonzept auf den Weg zu bringen. Helles Entsetzen damals bei den Grünen, die heute längst nicht mehr im Kreistag vertreten sind: Die CDU hatte Umwelt und Nachhaltigkeit vergessen, im aktuellen Konzept haben sie ihren Platz. Wolfgang Bohnstedt (Die Linke) wollte lieber Außen-Expertise. Man habe vielversprechende Kontakte mit dem Kreis Borken geknüpft: „Wir wollen den Blick von außen.“ Auch Landrat Rolf Christiansen (SPD) lehnte das Konzept ab: „Ich glaube, wir sind schon ein Stück weiter.“

Heute ist die Borkener Connection Geschichte und der Landrat glühender Verfechter des KEK 2030: „Der Landkreis Ludwigslust-Parchim soll damit trotz demographischer Veränderungen auch weiterhin ein attraktiver Lebensmittelpunkt für seine Bewohner und attraktiver Wirtschaftsstandort sein.“ Zwischenzeitlich versuchte es die Verwaltung mit einem eigenen Vorstoß, in dessen Mittelpunkt die ländliche Lebensart stand. Das heutige KEK trägt dagegen fast die Handschrift des im Mai 2014 abgelehnten Änderungsantrags der CDU. Sie wollte drei Säulen überordnen: Soziale Sicherheit, Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, Ökologische Verantwortung. Jetzt heißt es: Starker Wirtschaftsstandort, Nachhaltiger Lebensraum, Lebenswerte Orte.

Wie die Bürger sich noch bis Ende Juli einmischen können, zeigen die wenigen aktuellen Beiträge. Marco Haurenherm, der Bürgermeister von Setzin, weist darauf hin, dass die Zukunftsfähigkeit und Attraktivität einer Gemeinde nicht nur von ihr selbst abhänge: „Entscheidende Faktoren sind der Erhalt und die Verbesserung der Straßensituation, nicht akzeptable Zustände auf Kreisstraßen, fehlende Radwege.“  In einer Zukunft, die auf die Stärkung der Zentren setzt, sei die Vernetzung einer Gemeinde wichtig. Haurenherm: „Die Attraktivität einer Gemeinde hängt in Zukunft noch stärker von der Gesamtregion ab.“ Dazu gehören intakte Kreisstraßen. Der Bürgermeister: „Es muss für die Bürgerinnen und Bürger der betroffenen Regionen erkennbar sein, auch mal dran zu sein.

Nächste Woche: Was das KEK für meine Region bedeutet

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