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Drenkow: Pflanzaktion „Büchermulch“ : Bücher helfen jungen Bäumchen

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Insgesamt 24 Sorten aus hiesigen Forstbaumschulen - fanden am Sonnabend dank etlicher freiwilliger Helfer auf dem SiebenGiebelHof ihren Platz zum Heranwachsen.

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erstellt am 28.Mär.2011 | 12:49 Uhr

Drenkow | 600 Setzlinge von Eschen, Buchen, Eichen, Erlen, Kiefern, Lärchen, Walnuss, Sanddorn, Vogelbeere und anderen heimischen Bäumen und Sträuchern - insgesamt 24 Sorten aus hiesigen Forstbaumschulen - fanden am Sonnabend dank etlicher freiwilliger Helfer auf dem SiebenGiebelHof ihren Platz zum Heranwachsen. Die umtriebigen Öko-Landwirte Sabine Wolfart und Jörg Grigat hatten zum zweiten Mal zu einer solchen Pflanzaktion auf eigenem Grund und Boden eingeladen.

Der wie alle historischen Hofanlagen des "halben Rundlingsdorfes" Drenkow vor über 300 Jahren in Form eines Tortenstücks mit Spitze zur Dorfstraße angelegte SiebenGiebelHof soll nach dem Willen seiner inzwischen neun Jahre hier nachhaltig wirtschaftenden Besitzer durch quicklebendige und artenreiche Waldstreifen strukturiert werden. Ein persönlicher und lokaler Beitrag gegen die weltweit um sich greifende Abholzung!

Diesmal allerdings bekam das über 164 Meter lang umgepflügte Pflanzbeet auf dem angestammten Weidegrund ihrer 20 rotbunten Milch- und Fleischrinder eine ganz außergewöhnliche Mulchschicht, die das Ganze zu einer Art Kunstinstallation werden ließ. Als Mulch, der eine Zeit lang die zarten Wurzeln der jungen Bäumchen vor Austrocknung und wohl auch unliebsamer Pflanzenkonkurrenz schützen soll, kamen diesmal statt Stroh oder Rindenhäcksel ausgediente Bücher zum Einsatz.

Die Überlegung, dass Bücher ja ursprünglich aus organischem Material, nämlich Zellulose vom Holz gefällter Bäume, hergestellt werden und man auf diese Art etwas von dem täglich in großen Mengen verbrauchten Papier direkt an die Natur zurück geben könnte, stand Pate für diese "literarische Pflanzaktion". "Außerdem hatten diese Bücher ohnehin nur noch eine Zukunft als Altpapier", stellte Jörg Grigat klar.

Der Samstagfrüh vor allem aus der mecklenburger und brandenburgischen Nachbarschaft mit Spaten und Pflanzhölzern herbei geeilten Helferschar jedoch bereitete das Ausbreiten der Drucksachen zum Recycling auf fruchtbarem Boden ein ganz eigenes Vergnügen. Sie liebe Bücher und ganz besonders Krimis, gestand beispielsweise Rentnerin Gabi W. aus Pampin, während sie das eine oder andere Exemplar doch noch einmal näher betrachtete.

Die Stimmung unter der bunt gemischten Truppe jedenfalls wurde mit jeder "Entdeckung", auf die man sich gegenseitig aufmerksam machte, heiterer und ausgelassener, was der für manchen ungewohnten Handarbeit unter freiem Frühlingshimmel ziemlich förderlich war, zumal sich die Temperaturen an diesem Morgen in der wohl nur von den Kühen geliebten Spanne zwischen 5 Grad minus und 5 Grad plus bewegten.

Die Gastgeber bedankten sich u.a. mit wärmenden Getränken und selbstgemachten Lebensmitteln garantiert eigener Öko-Produktion vom Käse, Quark und Joghurt aus prämierter Qualitätsmilch bis zum unverwechselbaren Steinofenbrot.

Dieser ganz und gar überraschend andere Pflanztag auf dem Drenkower SiebenGiebelHof klang aus in einer geselligen Runde im rustikalen Hof-Café, bei der Hjördis Steiner einen höchst aufschlussreichen Film über das "Geld der Zukunft" vorführte.

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