Brummifahrer im Visier

Bei der Großkontrolle sind knapp 50 Beamte von Landes- und Bundespolizei sowie des Zolls im Einsatz. Fotos: Michael-Günther Bölsche
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Bei der Großkontrolle sind knapp 50 Beamte von Landes- und Bundespolizei sowie des Zolls im Einsatz. Fotos: Michael-Günther Bölsche

Polizei und Zoll führen Großkontrolle auf der A 24 bei Stolpe durch / Jeder dritte Lastwagen hatte Mängel

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13. September 2019, 05:00 Uhr

Bei einer der größten Kontrollen des Lkw-Verkehrs auf der A 24 im Bereich Stolpe wurden am gestrigen Donnerstag 134 Brummifahrer gestoppt. Im Rahmen der bundesweiten Aktion „Brummis im Blick“ wurden 104 Lastkraftwagen kontrolliert, jeder Dritte – 35 Laster – hatte Mängel. Bei zwei Fahrzeugen waren diese Mängel so gravierend, dass ihnen die Weiterfahrt untersagt wurde.

Knapp 50 Beamte von den Autobahn- und Verkehrspolizeirevieren in Stolpe, Dummerstorf und Metelsdorf, Bundespolizei und Zoll sowie Beamte des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG) und ein Experte der Dekra waren vor Ort. Neben der Überprüfung der Einhaltung der Sozialvorschriften und der Lenk- und Ruhezeiten ging es um die Ladungssicherheit und den technischen Zustand. Bei einem Laster waren diese technischen Mängel so gravierend, dass er nur noch zur Entladung fahren darf und dann sofort die Werkstatt aufsuchen muss. „Bei diesem Auflieger ist der Rahmen verbogen und eingedrückt, an einer Achse war eine Querstrebe bereits durchgerostet, andere erheblich von Rost befallen. Bei einem TÜV wäre das ein erheblicher Mangel, erzählt der Dekra-Experte Detlev Mahlke, der zur Beratung in die Kontrolle involviert war. Polizeihauptmeister Norbert Peglow-Schug stimmt dem Experten zu: „Das ist ein erheblicher technischer Mangel“. Mit einer Taschenlampe „bewaffnet“ und auf einem Rollbrett liegend, wurde der etwas ältere Auflieger genauestens unter die Lupe genommen. Bei einem anderen Fahrzeug fiel den Kontrolleuren der vordere rechte Reifen an der Zugmaschine auf. „Mit dem Riss wäre er maximal noch hundert Kilometer gefahren“, hieß es und so musste der Fahrer vor Ort einen Reifenwechsel vornehmen. Ganz schlimm traf es den Fahrer einer Sattelzugmaschine. „Der fährt hier keinen Meter mehr, entweder es kommt eine Maschine und bringt einen Auflieger oder es wird eine Radabdeckung gebracht und montiert“, lautet die klare Weisung des Polizeihauptmeisters Norbert Peglow-Schug per Telefon an den Halter. Für den Kraftfahrer heißt dies, eine Strafe von 185 Euro zu zahlen. Das aber ist noch nicht alles, denn „er hat auch einen Kanister an Bord, dessen Gültigkeit von fünf Jahren abgelaufen ist und das kostet mitunter stolze 800 Euro und das Doppelte für den Halter“, so der Beamte. Die Entscheidung darüber wird durch das von der Polizei informierte zuständige Ordnungsamt gefällt. So ein Kanister fällt unter Gefahrgut und wird daher anders behandelt. Kleiner Tipp des Beamten an Pkw-Fahrer und Privatpersonen: „Auch im privaten Bereich haben die Kanister für den Rasenmäher eine Gültigkeitsdauer. Im Falle der Fälle ist das zwar nicht so teuer, kostet aber auch“, so der Beamte. An einer weiteren Station wird ein Kleintransporter aus Rheinland-Pfalz gewogen. Die mobile Waage ist genau und im Ergebnis ist der 3,5-Tonner um 13,7 Prozent überladen. Bei mehr als 15 Prozent hätte der Fahrer umladen müssen, so zahlt er „nur“ ein Verwarngeld von 30 Euro. „Diese Ergebnisse zeigen, wie wichtig diese punktuellen Kontrollen sind. Wir werden diese auch in der Zukunft durchführen, denn es sind zum Teil tickende Zeitbomben auf unseren Straßen unterwegs, wie die heutigen Ergebnisse zeigen“, so der Polizeipräsident Peter Mainka, der gemeinsam mit dem Inspektionsleiter Ingo Renk vor Ort war.

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