A24/Stolpe : Brücke nimmt Gestalt an

Sonntagmorgen: Der Verkehr rollt unter den in der Nacht aufgesetzten Brückenelementen.
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Sonntagmorgen: Der Verkehr rollt unter den in der Nacht aufgesetzten Brückenelementen.

Bauarbeiten an Stolper Brücke im Zeitplan. Die Kreisstraße über die Autobahn 24 soll Ende September wieder befahrbar sein.

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03. April 2017, 05:00 Uhr

Die nächste Etappe beim Brückenbau über die A 24 bei Stolpe ist geschafft. In der Nacht zu Sonntag wurden unter Vollsperrung der Autobahn acht jeweils 50 Tonnen schwere und 20 Meter lange Betonteile aufgesetzt. Darauf wird eine durchgängige Betonplatte gegossen, auf die am Ende die Asphaltschicht aufgebracht wird.

„Die Arbeiten schreiten gut voran“, sagt Michael Eichert, Dezernatsleiter für konstruktiven Ingenieurbau im zuständigen Straßenbauamt in Güstrow. Er sieht keine Gefahren: Der geplante Endtermin für die Fertigstellung Ende September werde gehalten. Dann ist nach einem Jahr Bauzeit auch wieder die Kreisstraße 58 zwischen Parchim und Stolpe befahrbar.

Der Baugrund ist sehr gut, sagt der Spezialist. Durch das recht milde Winterwetter gab es ebenfalls keine Verzögerungen. Nur die Erdarbeiten haben einige Tage geruht.

Eigentlich sollte eine Brücke 80 bis 100 Jahre halten, so Eichert. Dass dennoch derzeit viele dieser Bauwerke auf deutschen Straßen vorzeitig erneuert werden müssen, hänge mit der enormen Belastung zusammen. Zum einen an der Anzahl der Lkw, die darüber rollen. Zum anderen an der Schwere der Transporte. Diese enorme Verkehrsbelastung hatte man beim Bau der Brücken nicht vorhergesehen.

Anfang der 1980er Jahre war die Brücke über die Autobahn bei Stolpe gebaut worden, erinnern sich Anwohner. Sie hat wie eine Reihe von anderen ein besonderes Problem, erklärt Eichert: Es wurde ein aus heutiger Sicht schlechter Stahl eingesetzt, dessen langfristige Wirkung seinerzeit noch nicht bekannt oder nicht erforscht war. Es können Risse entstehen. Die Tragfähigkeit ist dann nicht mehr gegeben.

Dieser Spannstahl von bestimmten Herstellern sei nicht in jeder Brücke an der A 24 verarbeitet worden. Die betroffenen Bauwerke haben die Spezialisten besonders im Blick, erfuhr SVZ von Michael Eichert. Aber alle Brücken werden alle drei Jahre geprüft und jährlich besichtigt. Für Autofahrer bestehe also kein Grund zur Sorge.

Der neue Überführung bei Stolpe unterscheidet sich von der alten Konstruktion u.a. darin, dass sie neben den Widerlagern auf beiden Seiten nur auf einer Mittelstütze liegt. Die alte Konstruktion hatte zwei weitere Stützen jeweils am Rande der Autobahn-Fahrbahnen. Hier wird eine Vierfelder- durch eine Zweifelder-Brücke ersetzt. Das hat Vorteile für die Sichtverhältnisse auf der Autobahn. An die Sicht denken die Konstrukteure auch auf der Kreisstraße darüber. Sie wird so angepasst, dass künftig früher zu erkennen ist, ob ein Auto entgegenkommt.

Ein Extra-Weg für Fußgänger und Radfahrer auf der Brücke ist nicht geplant. Es gebe an der Kreisstraße keine entsprechenden Wege, die Verkehrsbelastung sei gering, die Mehrausgaben für eine breitere Brücke seien nicht zu begründen, so Eichert, Über die Kreisstraße soll auch kein Umleitungsverkehr der Autobahn gelenkt werden. Die Kosten für den Bau von etwa 1,9 Millionen Euro trägt laut Energieministerium der Bund.

Während der Vollsperrung der A 24 in der Nacht zum Sonntag wurden die Fahrzeuge durch Parchim geleitet. Das hat laut Polizei zu einer starken Zunahme des Verkehrs geführt.

Im Laufe der Brücken-Bauzeit musste die Autobahn bereits zum dritten Mal jeweils für eine Nacht vollständig gesperrt werden. Das erste Mal, um die alte Brücke abzureißen. Das zweite Mal, um eine Behelfsfußgängerbrücke für die Bauleute zu schaffen. Und jetzt, um die durch Schwerlastransporter herangeschafften Brückenteile mittels Autokränen zu platzieren. Eine vierte Vollsperrung ist noch einmal nötig, um die Gerüste unter der neuen Brücke sowie die Behelfsbrücke abzubauen.

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