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Parkscheinautomaten werden ausgetauscht : Brötchentaste bleibt

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Die Kreisstadt hat für 17 000 Euro neue Parkscheinautomaten gekauft. Der Grund: Die Vorgänger sind reparaturanfällig. Für Parker soll sich wenig ändern – auch die beliebte Brötchentaste wird bleiben.

svz.de von
erstellt am 14.Jan.2011 | 08:55 Uhr

Parchim | Ilse W. hat es wieder mal eilig. Umso willkommener ist der Weststädterin die freie Parklücke auf dem Alten Markt. Sie zieht im Parkscheinautomat ein Ticket und kann ohne einen Cent zu bezahlen nun 30 Minuten ihr Fahrzeug kostenlos abstellen und Besorgungen erledigen. "Das ist eine prima Sache. Die ,Brötchentaste nutze ich häufig. Gebe es sie nicht, würde ich sicher seltener in die Innenstadt fahren", meint die Frau.

"Parchim gehört inzwischen zu den wenigen Städten im Land, die eine ,Brötchentaste zum kostenfreien Parken in der ersten halbe Stunde anbietet. Und wir wollen daran festhalten", sagt Robert Janke vom städtischen Ordnungsamt. Schließlich käme es den Kraftfahrern entgegen, die in der Stadt einkaufen. Die Stadtvertreter haben sich vor Jahren dazu entschlossen, um die Belebung der Altstadt zu befördern.

Auch an Parkscheinautomaten nagt der Zahn der Zeit

Und doch wird sich beim gebührenpflichtigen Parken in der Kreisstadt schon bald etwas ändern. "Die fünf vorhandenen Parkscheinautomaten werden am gleichen Standort durch neue Geräte ersetzt. Abhängig von der Witterung werden sie aufgestellt. Bei Frost können die Fundamente nicht gegossen werden ", sagt Janke. Die bisherigen Automaten wurden Anfang der 90er Jahre installiert. "Sie haben inzwischen rund 20 Jahre auf dem Buckel und sind verschlissen. Der Reparaturaufwand steigt stetig und die Zuverlässigkeit lässt zu wünschen übrig", weiß der Experte. Bis zu 1500 Euro waren pro Gerät im Jahr erforderlich, um die Technik am Laufen zu halten. Die Stadt hat sich deshalb zu einer Ersatzinvestition entschlossen. Bei einer entsprechenden Ausschreibung konnte sich Technik der Firma Siemens durchsetzen. Die fünf Geräte kosten 17 000 Euro. Die leuchtend blauen säulenartigen Automaten unterscheiden sich von der jetzigen Technik gravierend. "Sie sind in der Dunkelheit beleuchtet, auf Grund der Größe benutzerfreundlicher und auch sicherer", sagt der Experte vom Ordnungsamt. Robert Janke hat die Technik bereits in Augenschein genommen und wird sie später auch betreuen. Die zunächst hohe Investition dürfte sich schnell rechnen, denn im Jahr werden mit den fünf Parkscheinautomaten rund 40 000 Euro in die Stadtkasse gespült. Dabei ist die Kreisstadt ein vergleichsweise parkfreundlicher Ort. "Die Gebühren steigen nicht. In der Altstadt werden für zwei Stunden Parken nur 0,75 Cent", so Janke.

Viele kostenfreie Parkplätze in Nähe des Stadtzentrums

In der Kreisstadt werden neben den 200 kostenpflichtigen Stellplätzen auch 170 gebührenfreie Parkplätze wie am Burg- und am Fischerdamm angeboten. Und Parchimer können Bewohnerparkkarten zum Jahrespreis erwerben. Bei Großveranstaltungen wie dem Martinimarkt oder beim Stadtfest können vor allem die auswärtigen Gäste gebührenpflichtige Stellplätze vorübergehend kostenfrei nutzen.

Obwohl die Voraussetzungen für das stressfrei Parken in Parchim seit Jahren gegeben sind, ignorieren sowohl einheimische und fremde Kraftfahrer die Regeln häufig. "Im zurückliegenden Jahr stellten die Politessen zahlreiche Verstöße wegen falschen Parkens fest. In 8200 Verfahren wurden Bußgelder von insgesamt 126 000 Euro festgesetzt", so ein Sprecher der Stadt.

Wer seine Strafe nicht zahlt, muss mit Konsequenzen rechnen. "Im Notfall setzen wir die gefürchtete Kralle ein und legen das Auto des Säumigen an die Kette", so der Mann vom Ordnungsamt. Danach habe bislang noch jeder gezahlt.

Akzeptiert werden dagegen weitgehend die Poller, die das Befahren des Stadtzentrums weitgehend einschränken. An anfänglicher Skepsis überwiegt die Zufriedenheit, dass mehr Ruhe in die Stadt kam.


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