Brandterror: Kopfgeld auf 10 000 Euro erhöht : Brandserie raubt Unternehmer Schlaf

Manfred Maaß in den ausgeglühten Überresten eines  seiner  Busse, die beim jüngsten Brandanschlag vernichtet wurden. ilja baatz
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Manfred Maaß in den ausgeglühten Überresten eines seiner Busse, die beim jüngsten Brandanschlag vernichtet wurden. ilja baatz

Manfred Maaß wehrt sich gegen den Brandterror. Der Plauer Busunternehmer hat eine Belohnung von insgesamt 10.000 Euro auf die Ergreifung des Feuerteufels ausgesetzt, der in diesem Jahr bereits 15 Busse angezündet hat.

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27. September 2012, 05:21 Uhr

plau am see | "Mir fehlen die Worte, wenn ich das sehe. Wie krank muss jemand sein, um so etwas zu tun?" Manfred Maaß, mit seinem Sohn Michael Geschäftsführer der Firma "Busunternehmen & Reisebüro Maaß GbR", steht an diesem Tag zum ersten Mal nach dem jüngsten Brandanschlag vor den ausgeglühten Trümmern der vier Reisebusse, die in der Nacht zu Montag in Flammen aufgingen (wir berichteten). "Man versteht sich nicht mit jedem gut, aber mir ist nicht bewusst, dass jemand einen so gewaltigen Hass auf mich haben müsste, der notwendig ist, um solche Dinge anzurichten. Wir haben in alle Richtungen überlegt und sind zu keinem Ergebnis gekommen", sagt er. "Vielleicht grinst mich der Täter ja auch jeden Tag an. Wenn ich wüsste, wer es ist, würde ich ihm am liebsten vor allem die Frage stellen: Warum?"

Der 60-Jährige könne kaum noch schlafen und sei dementsprechend unruhig. Auch Sonntagnacht hörte Maaß zuhause die Sirene, legte sich jedoch wieder ins Bett, als er in keiner Himmelsrichtung einen Feuerschein ausmachen konnte - leider ein Trugschluss, denn nur 20 Minuten später rief sein durch die Feuerwehr verständigter Sohn an: "Er ist sensibler und kann die ganze Sache noch viel schlechter verarbeiten als ich."

Besonders scharf verurteilt Maaß den ebenfalls nächtlichen Anschlag auf das Mietshaus seines Sohnes, bei dem sich die 12 Bewohner nur durch Glück retten konnten. "Die eine Sache ist schon sehr schlimm, aber dass der Täter auch den Tod von Menschen billigend in Kauf nimmt, finde ich unsagbar skrupellos. Für mich ist das als Mordanschlag zu werten!", sagt Maaß. "Ein chronisch erkrankter Mieter schlief auch wegen seiner Medikamente fest nur rund fünf Meter von den Flammen entfernt. Wenn ihn die anderen nicht durch ihr massives Klopfen geweckt hätten, wäre für diesen Mann nur wenige Minuten später alles zuende gewesen."

Merkwürdig seien mehrere Umstände. Am Abend vor dem Hausbrand zum Beispiel habe es so heftig geregnet, dass der Keller des Gebäudes voll Wasser lief. Ein Klempner sorgte dafür, dass es wieder ablaufen konnte und empfahl, die Kellertür zumindest vorübergehend zur Belüftung offen zu lassen. Nur wenige Stunden später stand der Dachstuhl in Flammen.

Vor dem jüngsten Brand waren alle Fahrer bis etwa 21 Uhr von ihren Touren zurück und hatten ihre Busse abgestellt, nur rund drei Stunden später standen sie in Flammen. "Es war das erste Mal, dass auf diesem Platz vier Busse nebeneinander standen, sonst waren es immer zwei. Hinzu kommt, dass man sie hier nachts nicht sieht", sagt Maaß. Auch beim zweiten Brand sei der gewählte Tag offensichtlich kein Zufall gewesen. Samstagabend spät von ihren Touren zurück, wurden die Busse nur drei Stunden danach ein Raub der Flammen: "Wirklich dreist war zudem, sie auf demselben Grundstück anzustecken, auf dem beim ersten Mal unsere große Halle samt Inhalt eingeäschert wurde."

Manfred Maaß kann langfristig abgeschlossene Verträge erfüllen und seine mittlerweile 20 Mitarbeiter weiter bezahlen, weil ihm befreundete Unternehmen mit Bussen aushelfen und auch Versicherungen ihn nicht fallen gelassen haben. "Dafür danke ich allen, was auch für die vielen Angehörigen meiner Leute gilt, die mir immer wieder Mut zusprechen", sagt er. Auf ebenfalls schon vernommene Mutmaßungen, er könne die Brände vielleicht ja auch selbst gelegt haben, um die Versicherungssummen zu kassieren, reagiert er so: "Das können nur Leute sagen, die keine Ahnung haben. Von einer Versicherung - ohne dies herabwerten zu wollen - bekomme ich nur den Zeitwert des Fahrzeuges ersetzt. Er reicht nicht einmal annähernd aus, um ein gleichwertiges Exemplar zu kaufen. Der Verlust für mich ist also jedes Mal erheblich. Aber natürlich arbeite ich weiter, habe gar keine Wahl."

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