Zehn- und Elfjähriger spielten mit gefundenem Feuerzeug : Brand aufgeklärt: Kinder zündelten

Großeinsatz: Insgesamt 171 Einsatzkräfte kämpften teils bis zum Sonnabend gegen die brennenden Strohballen. Foto: M.-G. Bölsche
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Großeinsatz: Insgesamt 171 Einsatzkräfte kämpften teils bis zum Sonnabend gegen die brennenden Strohballen. Foto: M.-G. Bölsche

Der Großbrand von zwei Strohmieten der Agrar-Produkte Spornitz in Klinken scheint aufgeklärt: Zwei Kinder im Alter von zehn und elf Jahren entfachten die Flammen. Sie hatten ein Feuerzeug gefunden und damit gespielt.

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30. September 2012, 07:08 Uhr

Klinken | Der Großbrand von zwei Strohmieten der Agrar-Produkte Spornitz in Klinken (wir berichteten am Sonnabend kurz) scheint aufgeklärt zu sein. Wie die Polizei bestätigte, entfachten zwei Kinder im Alter von zehn und elf Jahren die Flammen. Sie hatten ein Feuerzeug gefunden und damit in der überdachten Miete gespielt. Dabei entzündete sich das Stroh und die Flammen breiteten sich rasend schnell aus. "Beide Kinder haben sich selbst bei der Polizei gemeldet", sagte ein Beamter des Polizeipräsidiums am Wochenende gegenüber der Parchimer Zeitung. 2000 Strohballen waren in Flammen aufgegangen, der Schaden beläuft sich auf rund 70 000 Euro.

Die Löscharbeiten zogen sich von Freitagnachmittag bis zum Sonnabendvormittag hin. 171 Kameraden von 13 Wehren sowie vom Technischen Hilfswerk (THW) waren im Einsatz. Zu den bereits bekannten Wehren wurden im Laufe des Einsatzes noch die Kameraden aus Goldenbow, Möderitz und Diestelow alarmiert. "Das THW hat uns die Einsatzstelle ausgeleuchtet, denn es war auf Grund der Größe des Feuers klar, dass wir die Nachtstunden benötigten", meinte Hans-Joachim Eggert von der Einsatzleitung.

Die Feuerwehrleute hatten Probleme, genügend Löschwasser zu bekommen. Die örtlichen Hydranten konnten nur bedingt genutzt werden, da die Haushalte in Klinken sonst ohne Wasser gewesen wären. So wurde ein etwa 500 Meter entfernter Bach genutzt und das Löschwasser daraus entnommen. Rund vier Kilometer Schlauchleitungen mussten die Einsatzkräfte dafür verlegen. Sie waren bei diesem Einsatz ohnehin extrem gefordert. Zum einen erzeugte das brennende Stroh extreme Hitze. Zum anderen mussten sie wegen der starken Rauchentwicklung zum Teil unter Atemschutz agieren. Die starke Rauchentwicklung sorgte dafür, dass sogar in einigen Kilometern Entfernung der Brandgeruch zu spüren war, so auf der B 321 vor Crivitz.

Nachdem die Feuerwehren die Flammen unter Kontrolle hatten, mussten sie das Stroh auseinanderreißen, denn ein kompletttes Ablöschen wäre sonst unmöglich gewesen. Mit Hilfe von Technik, die von der Agrarprodukte Spornitz und dem Baubetrieb des Radweges in Klinken zur Verfügung gestellt wurden, verteilten die Kameraden die qualmenden und mitunter noch brennenden Ballen auf ein nahes Feld. Die Landesstraße 09, die mitten durch das Dorf führt, musste während der gesamten Arbeiten voll gesperrt werden und konnte erst gegen am Morgen des Sonnabend wieder freigegeben werden.

Am Vormittag rückten die letzten Einsatzkräfte ab und hatten danach noch mit den Aufräumarbeiten und dem Reinigen der eingesetzten Ausrüstung zu tun. Die Einsatzleitung bedankt sich bei allen beteiligten Kameraden der Wehren und des THW für ihr Engagement und dankt auch der Gemeinde Lewitzrand, die für die Versorgung der Einsatzkräfte sorgte.

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