Vandalismus in Region Parchim : Blech statt Glas am Wartehäuschen?

 Blech gegen Vandalismus. Im Amtsbereich Eldenburg-Lübz wurden inzwischen etliche Häuschen umgestaltet.
Blech gegen Vandalismus. Im Amtsbereich Eldenburg-Lübz wurden inzwischen etliche Häuschen umgestaltet.

Immer wieder gab es in den vergangenen Jahren Vandalismus an Bushaltestellen. Kommunen gehen unterschiedlich damit um.

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30. Januar 2018, 05:00 Uhr

Problemzone Buswartehäuschen: Die attraktiven Unterstellmöglichkeiten aus Glas werden immer wieder Ziel von Vandalismus. Ein Wartehäuschen an der Bundesstraße bei Domsühl ist schon seit längerem ohne Seitenwände und bietet so kaum noch Schutz. In Tessenow wurde die Rückfront eines Glashäuschens durch Blech ersetzt. Die Gemeinde Zölkow hat jüngst kräftig investiert. Fünf Wartehäuschen in Kladrum und Zölkow wurden neu verglast.

Bereits zum zweiten Mal haben die Zölkower Scheiben an den Haltestellen erneuert, erklärt Bürgermeisterin Gudrun Lübbe. Die Wartehäuschen statt mit Glas künftig mit Blech auszurüsten – diese Überlegung gab es in der Gemeinde bisher nicht.

Das ist im Nachbaramt Eldenburg-Lübz längst Praxis. Letztlich hatte man keine andere Chance, sagt Fred-Jan Salomon aus der Amtsverwaltung. Auch wenn das Bild eines mit Blech verkleideten Wartenhäuschens nicht so freundlich ist. Und auch wenn man mit dem Glashäuschen eigentlich Transparenz und Sicherheit schaffen wollte. Denn so können vorbeifahrende Autofahrer in die Haltestelle schauen. Doch einige Randalierer machen sich offenbar einen Sport daraus, Scheiben zu zerstören, so Salomon. In der Anfangszeit habe man versucht, diese zu ersetzen. Doch die Scheiben gingen immer wieder kaputt. Letztlich wurden Steuermittel versenkt. So ging man daran, die Häuschen mit Blech zu verstärken. Auch auf dem Lübzer Busbahnhof. Ein paar Tage später war das Blech mit Schmierereien verunziert.

Das gläserne Wartehäuschen an der B 321 ist schon seit Jahren kaputt, sagt der Domsühler Bürgermeister Hans-Werner Beck. Dafür ist allerdings das Land zuständig. Alle anderen Häuschen in der Gemeinde seien in Ordnung. Sie sind massiv gebaut. Hier habe zwar auch der Zahn der Zeit genagt, aber mit Vandalismus gebe es keine Probleme.

Viele Gemeinden, die auf Glas gesetzt haben, wurden schwer enttäuscht, weiß Renè Ringhand, Bauamtsleiter im Amt Parchimer Umland. Nicht nur auf Glas, auch beispielsweise auf Dachrinnen haben es Randalierer an Haltestellen abgesehen.

Vandalismus komme leider auch an den Bushaltestellen in Parchim immer mal wieder vor, sagt Stadtsprecher Torsten Schünemann. Die Haltestellen befinden sich insgesamt in gutem Zustand, so Schünemann. Und es gebe ständige Bemühungen, diesen auch zu bewahren. Für die mit Werbung gekennzeichneten Wartehallen ist eine Firma aus Konstanz verantwortlich, auch für Reparaturen. 45 Buswartehäuschen gibt es in der Stadt Parchim und den Ortsteilen insgesamt. Davon sind 19 in städtischer Obhut.

Der kreiseigene Busbetrieb Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim (VLP) fährt 2351 Haltestellen an. Knapp die Hälfte der Haltestellen verfügt über ein Häuschen. Für die Haltestellen innerorts sind zu 99 Prozent die Gemeinden zuständig, erklärt Geschäftsführer Stefan Lösel. Außerorts ist es grundsätzlich der Straßenbaulastträger, also der Bund, das Land, der Kreis oder die Gemeinde. Dies gilt aber nicht immer, manchmal liegen die Haltestellen auch auf privaten Grundstücken oder auf Forstflächen.

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