Engagement : Bischof würdigt Parchimer Einsatz

Landesbischof Gerhard Ulrich gestaltete mit großen und kleinen Besuchern des Festes ein Bild.
Foto:
1 von 2
Landesbischof Gerhard Ulrich gestaltete mit großen und kleinen Besuchern des Festes ein Bild. Fotos: Michael Beitien

Landesbischof im kirchlichen „M41-Haus der Begegnung“. Kirche und Zivilgesellschaft engagieren sich gemeinsam für Integration.

svz.de von
24. Mai 2017, 05:00 Uhr

Friedliche Begegnung zwischen Christen und Moslems in Parchim einen Tag nach dem schrecklichen Attentat von Manchester. Der Terrorakt gebe einer Veranstaltung wie der gestrigen in Parchim eine besondere Bedeutung, erklärte Gerhard Ulrich, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland. Was in England passiert sei, habe mit Religion nichts zu tun. Die Täter seien Mörder, Kriminelle. Nur die Begegnung untereinander, das Miteinander könne helfen gegen die Ängste, so Ulrich.

Der Bischoff war ins „M41 - Haus der Begegnung“ nach Parchim gekommen, um das Engagement von Kirche und Zivilgesellschaft für die Integration von Flüchtlingen in Parchim zu würdigen. „Flucht und Migration verändern unser Land. Als Christinnen und Christen können wir diese Veränderungen aktiv mitgestalten“, ermutigte der Landesbischof der Nordkirche. Ulrich hatte den „Tag des Miteinanders“ besucht, zu dem die Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinden Parchim St. Marien und Damm in ihr Projekt „M41“ eingeladen hatten. Der Tag wurde von Christen und Moslems gemeinsam gestaltet. Syrer bereicherten die Kaffeetafel beispielsweise mit orientalischen Süßigkeiten.

Im alten Pfarrhaus an der Mühlenstraße 41 setzen sich Einheimische und Geflüchtete gemeinsam für Integration und Teilhabe vor Ort ein. „Sie haben hier einen lebendigen Ort der Begegnung geschaffen“, würdigte der Landesbischof das Engagement von Haupt- und Ehrenamtlichen. Für diesen Einsatz im Bereich Flüchtlingsarbeit und Integration war das Projekt Anfang März mit dem „Nordstern“, dem 2017 erstmals verliehenen Preis der Landessynode der Nordkirche, ausgezeichnet worden. „Ihre Arbeit zeigt beispielhaft, wie Kirche und Zivilgesellschaft gemeinsam diese Menschen, die oft Furchtbares erlebt haben, als Mitbürgerinnen und Mitbürger willkommen heißen können. Das „M41“ gehört zum Netzwerk für Flüchtlinge in Parchim.

Pastorin Jessica Warnke-Stockmann freute sich über den Besuch vom Landesbischof. Für Ehrenamtliche in den Gemeinden sei es wichtig, dass ihr Einsatz Wertschätzung erfährt.

Gemeinsam mit Geflüchteten, Haupt- und Ehrenamtlichen sowie weiteren Gästen gestaltete Landesbischof Ulrich ein Bild, zu dem die Studentin Natalie Röder die Idee eingebracht hatte. Dazu wurde auf mehreren Leinwänden das Wort „Frieden“ in unterschiedlichen Sprachen gezeichnet. „Frieden zwischen Menschen, Religionen, Kulturen, sozialer Frieden in unserer Stadt: Dafür engagieren wir uns gemeinsam mit vielen anderen in Parchim“, erklärte Gemeindepädagoge Robert Stenzel. „Ob beim Deutschunterricht, beim gemeinsamen Kochen oder im interkulturellen Mädchentreff – immer geht es bei uns um echte Begegnungen, die für wahren Frieden nötig sind.“ Die Leinwände werden im „Haus der Begegnung“ einen dauerhaften Platz finden, kündigte Stenzel an.

„Das Land, das meine Heimat war“ – so war ein Bildervortrag überschrieben, in dem der Syrer Firas Moharam das Land, aus dem er fliehen musste, vorstellte. Es gab die Gelegenheit zum Austausch, auch über die Situation der Geflüchteten in Parchim. Und die Möglichkeit zur Besichtigung der Kirche.

Der „Tag des Miteinanders“ wurde gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert