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Parchimer Zeitung

18. Oktober 2017 | 20:41 Uhr

Parchim : Biber im Gartenteich

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Entdeckungen bei Bernhard Fandrich am Wiesengang: Mitten in der Kreisstadt fühlen sich offenbar zahlreiche Tierarten wohl.

von
erstellt am 24.Mai.2016 | 05:00 Uhr

Enten, Karpfen, Eisvogel, Fischotter, Waschbären – und jetzt fühlt sich auch noch der Biber am Wiesengang in Parchim wohl.

Bernhard Fandrich, der am Gasberg und damit quasi mitten in der Stadt, in seinem großzügigen Garten einen stattlichen Teich angelegt hat, entdeckte vor wenigen Tagen die Spuren von Baumeister Biber. Am Ufer des künstlichen Gewässers hat der Nager sich an Weiden zu schaffen gemacht. Einem Nachbarn gelangen sogar Fotos vom Biber, als er durch den Gartenteich schwamm. Inzwischen haben Fandrichs Recherchen ergeben, dass der Nager über einen nahen Graben, der die Elde und den Wockersee verbindet, in die Gegend gelangt sein muss.

Bernhard Fandrich muss umdenken. Wie schützt er die schon seit Jahren im Garten stehenden Ostbäume vor dem Nager? Aus dem Natur- und Umweltamt erfuhr er, dass man die Bäume mit einem Anstrich mit Sandpartikeln schützen könnte. Doch Eile scheint momentan nicht geboten. Der Biber ist wieder verschwunden.

Bernhard Fandrich erfreut sich an dem Leben in seinem Garten. In den Teich hat er Karpfen gesetzt. Die Fische muss er allerdings schon länger vor Räubern schützen, nämlich den Fischottern. Sonst könne in einer Nacht ein ganzer Teich leergeräumt werden, wie er weiß. So hat der Parchimer um den Teich einen Elektrozaun gesetzt, der den Fischräuber abschreckt, dem Tier aber nichts zu leide tut, wie er erklärt. Zwischenzeitlich musste er verschwundene Fische nachsetzen.

„Es ist Natur“, so der Parchimer. Er hat zwei schwimmende Entenhäuser gebaut. Im Winter, wenn der Wockersee zugefroren ist, suchen hier bis zu 20 Wildenten Schutz. „Bei mir kriegt jeder was zu fressen“, so Fandrich. „Von mir oder den Nachbarn.“ Enten brüten auch in dem Naturdomizil im Garten. „Wenn der Eisvogel kommt, setzt er sich auf das Entenhaus“, erzählt Fandrich. Er hat Stöcke am Wasser positioniert, auf die sich der seltene und beeindruckende Vogel niederlassen kann, um sich Fische aus dem Gartenteich zu holen.

Es sind längst nicht die einzigen Tiere in dieser Umgebung. Eine Nachbarin ist beim Spaziergang mit ihrem Hund mehrfach Waschbären begegnet, erzählt Fandrich.

Der Parchimer Naturfreund Walter Kinztel weiß, dass es im Stadtgebiet von Parchim u. a. Vorkommen von Mauswiesel, Hermelin, Iltis, Reh, Steinmarder, Igel, Maulwurf, Spitzmäusen, Fledermäusen, Eichhörnchen, Brandmaus, Hausmaus, Wanderratte, Wühlmäusen, Feldmaus und Rotfuchs gibt.

Den Biber beobachtet ein anderer Naturfreund aus der Kreisstadt, Jürgen Gärtner, schon seit Jahren in der Parchimer Region. Gärtner hatte als Naturparkranger im Sternberger Seenland gearbeitet, wo die Population sich seit längerem stark verbreitet hat. Dort gibt es sogar eine Biberburg in einem Regenrückhaltebecken mitten in der Stadt Brüel.

Bereits vor Jahren hatte Jürgen Gärtner Flyer mit Tipps an Kleingärtner unterhalb der Eisenbrücke in der Kreisstadt verteilt, wie man sich gegen Schäden durch Biber schützen. Es sei wichtig, dass keine Feindbilder entstehen, so der Parchimer. „Es ist faszinierend, wie der Biber sich verbreitet und wir lernen, mit ihm zu leben.“ Leider siedele sich die Population oft dort an, wo es uns nicht gefällt.

 

 

 

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