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Naturpark Sternberger Seenland : Biber an gesamter Warnow heimisch

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Im Naturpark Sternberger Seenland sind gegenwärtig 126 Biberreviere bekannt und davon 103 besetzt. Es leben also circa 360 dieser Nager in der Region. Das ist ein Zuwachs gegenüber 2008 von knapp einem Drittel.

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erstellt am 17.Apr.2011 | 05:22 Uhr

Alt Necheln | Im Naturpark Sternberger Seenland sind gegenwärtig 126 Biberreviere bekannt und davon 103 besetzt. Eine durchschnittliche Familie mit 3,5 Tieren angenommen, leben 360 dieser Nager in der Region. Das ist ein Zuwachs gegenüber 2008 von knapp einem Drittel. Er habe diesen Vergleich gewählt, erklärte Naturparkranger Mario Krüger am Sonnabend auf dem 12. Bibertag in Alt Necheln bei Brüel, weil alle drei Jahre den Winter über

eine landesweite Kartierung der Reviere erfolge. Die Gesamtübersicht würde derzeit noch nicht vorliegen. Tatsache sei indes, dass der Biber die Grenzen des Naturparks längst überschritten und sich beispielsweise bis vor die Tore von Parchim oder Crivitz verbreitet habe. An der Warnow seien die Nager von der Quelle bis fast zur Mündung in Rostock sowie an den Nebenflüssen heimisch geworden. In ihrem einstigen Hauptgebiet im Bereich der Gemeinde Kuhlen-Wendorf hätten sich dagegen die Reihen gelichtet. Die Experten sehen dafür zwei Theorien. Einerseits habe ein Großteil der 1995 erstmals angesiedelten Biber die Altersgrenze von etwa 17 Jahren erreicht und sei gestorben, zum anderen sei ein Punkt erreicht worden, an dem sich die Population auf natürliche Weise einpegele.

Sein Vergleich der Bestände von 2008 und 2011 im Naturpark Sternberger Seenland sei relativ, schränkt Krüger ein. Die Zunahme habe sich in den zurückliegenden Jahren deutlich abgeschwächt. "2008 gab es vermutlich schon mehr Reviere, aber wir haben nicht alle entdeckt", so der Biber-Experte. "Wie wir inzwischen wissen, siedelten sich die Tiere selbst in kleinen Feldsöllen und Kesselmooren an. Sie fühlen sich dort wohl, blieben zunächst aber unentdeckt."

Von den aktuell bekannten 126 Revieren wurden 23 verlassen. Die beiden sonstigen Hauptgründe, dass die Gebiete leer gefressen oder die Biberfamilien ausgestorben sind, würden in der Region nicht zutreffen, meint der Naturparkranger. Weichlaubhölzer wie Weide, Aspe und Birke würden ausreichend Stockausschläge und Wurzelbrut bilden und den Tieren Nahrung geben. Krüger nennt als Hauptursache Störungen durch menschliche Einflüsse. Die Zusammenarbeit mit Land- und Forstwirten sieht er indes spürbar verbessert.

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