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Parchimer Zeitung

22. September 2017 | 08:24 Uhr

Parchim : Bewegende Momente einer Projektfahrt

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Schüler des Friedrich-Franz-Gymnasiums machten sich auf die Reise nach Belgien. Am beeindruckendsten war die Begegnung mit den unzähligen Gräbern des Soldatenfriedhofs in Lommel.

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erstellt am 11.Nov.2011 | 09:18 Uhr

Parchim | Eine Partnerschaft wird erwachsen. Zum 18. Mal machten sich 24 Schüler der Klassenstufen 10 und 11 des Friedrich-Franz-Gymnasiums auf die Reise nach Belgien. Die große Besonderheit in diesem Jahr war, dass sich mit Ilse Neumann nach langer Zeit wieder eine direkte Angehörige mit auf den Weg machte. Ihre beiden Töchter Silvia Neumann und Sonja Weber sollten ihr beim erstmaligen Besuch des Grabes ihres Vaters Werner Heinemann Kraft geben.

Nach einer anstrengenden und staureichen Busfahrt wurden die Parchimer herzlich in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Lommel willkommen geheißen. Noch am ersten Tag wurde den Jugendlichen eines der Anliegen ihrer Fahrt bewusst, indem sie das beeindruckende endlose Gräberfeld des Soldatenfriedhofs in Augenschein nahmen.

Der Freitag wird auf der traditionellen Projektfahrt stets als Tag der Städte- und Schulpartnerschaft organisiert. In diesem Jahr ging es in den französischsprachigen Teil des Landes nach La Roche, wo sich die Parchimer mit den Jugendlichen vor Ort und ihren Partnern aus dem Institut Agnetendal in Peer trafen. Sprachliche Barrieren wurden rasch durch einen bunten Gruppenmix und eine Stadtrallye beseitigt. Bastogne, in den Ardennen liegend, widmet sich in besonderer Art und Weise der Aufarbeitung der Geschichte. Die Gymnasiasten besuchten ein Monument, in welchem tief berührend an Einzelschicksalen von Soldaten das Grauen der Ardennenoffensive transparent gemacht wird.

Die Begegnung der jungen Menschen mit den unzähligen Gräbern des Soldatenfriedhofs in Lommel wurde von vielen über die Jahre im Nachhinein als das beeindruckendste Erlebnis der Reise geschildert. Nachdem die Mitarbeiter der Jugendbegegnungsstätte die Gymnasiasten mit dem gesamten Komplex vertraut gemacht hatten, führten diese die traditionellen Grabpflegearbeiten durch. Im Rahmen dessen erreichte die Reise ihren Höhepunkt, als Ilse Neumann am Grab ihres Vaters Werner Heinemann, den sie nie kennenlernen durfte, bewegende Worte fand. Sie verlas den Brief des Kompaniechefs, der die Familie in der Heimat über den Tod des Vaters informierte und stellte ein Foto an das Grab.

Das Grab des eigenen Urgroßvaters gefunden

Seit Jahren legen die Gymnasiasten Gestecke an den Kreuzen Parchimer Soldaten nieder und finden in Gedichten die passenden Worte der Würdigung, so auch diesmal z.B. an der Grabstätte von Emil Rudat, dessen Schwester Charlotte Meyer noch kurz vor Fahrtantritt um die Mitnahme eines Gesteckes gebeten hatte. Marten Auras aus der Klasse 10 fand unter den 40 000 Gräbern das seines Urgroßvaters, auch ein bewegender Moment! Eine spätnachmittägliche Visite Antwerpens mit Stadtführung beendete diesen sehr beeindruckenden Tag, der am Sonntag mit dem Besuch des Konzentrationslagers Breendonk seine Fortsetzung fand. Die sehr intensive und ergreifende Führung machte jedem der Anwesenden das Anliegen der Fahrt nochmals transparent. Als völligen Gegensatz dazu bekamen die Parchimer am Nachmittag mit dem Besuch des Technopolis in Mechelen eine andere interessante Seite ihres Gastgeberlandes zu sehen. Zahlreiche naturwissenschaftliche Experimente konnten hier durchgeführt werden.

Der nächste Tag stand dann ganz im Zeichen Europas. Nachdem man sich durch den Verkehr ins Brüsseler Stadtzentrum gekämpft hatte, besuchten die Gymnasiasten das Europäische Parlament. Nach vielfältigen Ausführungen zur Arbeitsweise und den Aufgaben der Institution wurden den Jugendlichen zahlreiche Fragen beantwortet. Hauke Hoffmann, der persönliche Referent Werner Kuhns, des einzigen Mecklenburger Abgeordneten in Brüssel, stand den Mädchen und Jungen dabei Rede und Antwort. Ein Stadtbummel rundete diesen Tag ab.

Die Schule würdig repräsentiert

Mit vielen Eindrücken, Erfahrungen und Anregungen kehrte die Gruppe des Friedrich-Franz-Gymnasiums wohlbehalten zurück. Dieses verdankt sie nicht zuletzt dem souveränen und ruhigen Busfahrer Herrn Kröger vom Reisedienst Parchim. Die Fahrt nach Lommel war für alle wieder ein Erlebnis der besonderen Art. Die Parchimer trafen erneut auf offene und warmherzige Gastgeber. Ein großes Lob gilt den disziplinierten Gymnasiasten, die die Schule würdig repräsentierten. Ein herzlicher Dank geht an die begleitenden Lehrer Bärbel Lüdke und Sigi Passow, an Dirk Flörke, der als verantwortlicher Projektleiter die Fahrten seit Jahren organisiert und den Förderverein des FFG.

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