Parchim : Besucher von Parchim begeistern

Altstadt mit Charme aus der Vogelperspektive: Damit kann die Kreisstadt bei immer mehr Touristen punkten.
Altstadt mit Charme aus der Vogelperspektive: Damit kann die Kreisstadt bei immer mehr Touristen punkten.

Kreisstadt bringt Tourismuskonzept auf den Weg. Ziel: Vernetzung mit der gesamten Urlaubsregion

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15. Mai 2018, 20:45 Uhr

Wenn Anja Bollmohr aus ihrem Bürofenster im Rathaus auf den Schuhmarkt schaut, hat sie eins ihrer dienstlichen Themen gut im Blick. „Ich habe den Eindruck, es kommen immer mehr Urlauber in unsere Stadt. Gäste nutzen die touristischen Info-Tafel gegenüber dem Rathaus, um sich einen ersten Überblick zu verschaffen“, erzählt die Wirtschaftsförderin der Kreisstadt und fügt hinzu: „Auf dem Erreichten dürfen wir uns nicht ausruhen, wir müssen die Weichen für die Zukunft stellen“. Dabei soll das Projekt „Tourismuskonzept“ eine Schlüsselrolle spielen.

Im Dezember hatten die Stadtvertreter grünes Licht für ein Konzept mit dem Titel „Tourismus-Erlebnisregion Parchim“ gegeben. Und auch die Hoffnung, dass sich dafür Fördergelder beschaffen lassen, hat sich erfüllt. „Die Leader-Aktionsgruppe stellt uns 26 000 Euro zur Verfügung“, freut sich Anja Bollmohr. Die Stadt Parchim steuert 9000 Euro hinzu. Damit wird die Berliner Firma BTE, die mit Beratungsleistungen im Tourismus schwerpunktmäßig im Natur-, Aktiv- und Kulturtourismus sowie bei der Entwicklung des ländlichen Raumes tätig ist, bis zum Oktober ein Konzept für Parchim fertigstellen. „Die Experten kennen sich in unserer Region gut aus und haben bereits ähnliche Projekte in Westmecklenburg umgesetzt“, ist der Wirtschaftsförderin wichtig. Dabei muss nicht bei Null begonnen werden. Bekanntlich wurden bereits in früheren Jahren Daten erhoben, Pläne geschmiedet und Marketingaktivitäten entwickelt. Umso sinnvoller sei aus Sicht der Stadtverwaltung, dass nicht die „gebrannten Kinder“, sondern externe Projektentwickler mit ins Boot geholt werden konnten. Der Denkansatz berücksichtigt vor allem die Tatsache, dass Urlaubern die Stadtgrenzen ziemlich egal sind und Tourismus nur in einer Region erfolgreich entwickelt werden kann. Es geht um das Gebiet zwischen Schweriner und Plauer See, Ludwigslust bis Sternberg und mitunter darüber hinaus. „Parchim hat strategisch eine gute Position, liegt die Kreisstadt doch in der Mitte“, gibt Bollmohr zu bedenken.

Zunächst werden vorhandene Serviceangebote auf den Prüfstand gestellt. „Vieles funktioniert, aber andere Dinge müssen dringend erneuert werden, beispielsweise die Beschilderung. Ich denke da an die Info-Tafeln im wunderschönen Buchholz, die nicht mehr auf dem aktuellen Stand sind“, so Anja Bollmohr. Hoffnung macht, dass Statistiken belegen, die Gäste bleiben inzwischen nicht mehr wie noch vor einigen Jahren im Durchschnitt nur 1,3 Tage, sondern bereits zwei Tage in der Kreisstadt. Doch Gäste, die sich bei Sommerwetter am Plauer See vortrefflich erholen, suchen nicht nur an Regentagen eine Alternative. Da bietet sich der so genannte Stadttourismus an. Doch bislang geling es nur bedingt, in den Orten der Region die jeweiligen Highlights anzupreisen. „Parchim hat viel zu bieten. Die großen Kirchen und weitere Gebäude der Backsteingotik gehören ebenso dazu wie der Forstschaugarten in Kiekindemark oder der Fangelturm bei Stralendorf“, fügt die Wirtschaftsförderin hinzu.

Die Konzeptentwickler wollen keinesfalls im eigenen Saft schmoren. Schon im Juli ist in Parchim ein Workshop geplant. Eingeladen werden die Leistungsträger der Tourismusbranche vor Ort. Dazu zählen Gastronomen, Hoteliers, Vermieter und Mitarbeiter der Tourismusinformationsstellen. In einer zweiten Phase wird dieser Austausch überregional fortgeführt. Vertieft werden soll die Zusammenarbeit mit Anbietern in der Lewitz. Erste Gespräche hat es bereits gegeben. Danach wurde vereinbart, dass Parchim ab sofort auf Internetpräsentation in Plau am See und der Müritzregion präsent ist.

„Am neuen Tourismuskonzept sollen sich künftig Entscheidungsträger in der Stadtvertretung und der Verwaltung ebenso orientieren können wie die Akteure. Die Bedeutung des Tourismus für die Region nimmt zu. Davon bin ich überzeugt“, sagt Anja Bollmohr, die längst nicht nur die Altstadt mit Charme ins Herz geschlossen hat.

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