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Dargelütz: Medical Task Force : Besser gerüstet für Katastrophenfälle

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Deutschland rüstet auf für effektivere Einsätze bei Katastrophen, größeren Unglücken oder gar Anschlägen. Bundesweit wird bis 2020 ein medizinisches Einsatzkommando aufgebaut.

svz.de von
erstellt am 19.Jul.2013 | 06:36 Uhr

Dargelütz | Deutschland rüstet auf für effektivere Einsätze bei Katastrophen, größeren Unglücken oder gar Anschlägen. Und Dargelütz ist dabei. Bundesweit wird bis 2020 ein medizinisches Einsatzkommando aufgebaut mit der englischen Bezeichnung Medical Task Force (MTF). Zwei Fahrzeuge dafür stehen bereits in Dargelütz. Es handelt sich um Krankentransportwagen. Zwei weitere Fahrzeuge kommen hinzu - sogenannte Gerätewagen Sani, erfuhr SVZ gestern von Andreas Karow und Bernd Gratzki, verantwortlich beim DRK für die Katastrophenschutzeinheiten.

Der Parchimer DRK-Kreisverband hatte 1993 die ersten Aufgaben im Katastrophenschutz mit dem Betreuungszug übernommen, später kamen der Sanitätszug und die Wassergefahrengruppe hinzu. Seitdem gab es mehrere Einsätze - so allein dreimal bei Hochwasser, bei einem schweren Busunfall auf der Autobahn und beim Einsturz der Schule in Goldberg. Heute engagieren sich allein 64 Ehrenamtliche im Betreuungs- und Sanitätszug und vollziehen gerade den Übergang zur MTF.

Die Bundesregierung habe vor gut einem Jahrzehnt erkannt, dass sich der Rettungsdienst stark weiter entwickelt hat, aber dass der qualitative Abstand zu den Katastrophenschutzeinheiten sehr groß geworden ist, erklärte Bernd Gratzki. Dabei müsse man aber sehen, dass der Rettungsdienst hauptberuflich betrieben wird, sagt Andreas Karow, während der Sanitäts- und Betreuungszug wie auch nahezu alle Feuerwehren ehrenamtlich agieren.

Das mittlerweile bundesweit gültige Konzept für den Aufbau von Medical Task Forces (MTF) trägt zum Teil sogar auch Parchimer Handschrift. An der Konzeption für die Ausrüstung einiger Fahrzeuge, mit denen fast ganz Deutschland einheitlich ausgerüstet wird, haben die Verantwortlichen in Dargelütz mitgewirkt.

Auf der Grundlage eines Vertrages mit dem Land stellt das DRK in ganz Mecklenburg-Vorpommern die Forces auf. Drei MTF formieren sich , die Parchimer gehören zur Truppe für Westmecklenburg. 21 moderne Einsatzfahrzeuge, alle finanziert durch die Bundesregierung, werden für jede MTF angeschafft. Dazu gehören auch sechs Krankentransportwagen, die im Ernstfall, wenn der hauptberufliche Rettungsdienst nicht mehr ausreicht, verletzte Menschen befördern können. Darunter sind die zwei neuen Transporter in Dargelütz. Die Feuertaufe gab es im Juni während des Hochwassers mit der Evakuierung eines Pflegeheims in Dömitz. Warten müssen die Parchimer hingegen noch auf die beiden Gerätewagen San. Sieben dieser Art erhält jede MTF. Und jeder Lkw wird ausgestattet mit der Ausrüstung für ein mobiles Krankenzimmer für bis zu zehn Patienten. Bei großen Unglücken können Krankenhäuser in der Umgebung nicht sofort alle schwer verletzten Patienten aufnehmen, erfuhr SVZ. Mit Hilfe der Sanis kann die Erstbehandlung bereits vor Ort erfolgen.

Ziel ist es, einen nahezu gleichwertigen Qualitätsstandard aufzubauen, der aus dem Rettungsdienst bekannt ist. Das DRK bildet Teams, die autark agieren können und wo die Ehrenamtlichen wissen, was jeder leisten kann. Dazu gehören Notärzte, Notfallsanitäter, Rettungssanitäter und Sanitäter. Auch die Besetzung der Fahrzeuge wird bundesweit einheitlich geregelt.

110 Einsatzkräfte gehören zu jeder Medical Task Force. Benötigt wird zusätzlich noch ein gleich starkes zweites Team, das das erste im Ernstfall nach zwölf Stunden ablösen kann, erklärt Andreas Karow. Um diese mächtige ehrenamtliche Gruppe aufzubauen, sucht das DRK weitere Interessenten zur Stärkung des Teams. Jeder im Alter von 16 bis 65 Jahren könne mitmachen, erfuhr SVZ. Und jeder Freiwillige kann selbst bestimmen, wie viel Zeit er für die ehrenamtliche Tätigkeit mitbringt, um sich zu qualifizieren. Ideal seien Freiwillige aus dem medizinischen Bereich. Eine hochwertige Ausbildung erwartet alle Teilnehmer. Sie ist kostenlos bis zum Rettungsassistenten. In bestimmten Fällen wird Inhabern der Pkw-Fahrerlaubnis auch der Führerschein für Lkw finanziert.

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