Parchim : Beschwingtes auf Museumshof

„Blue train“ aus Rostock untermalt das Fest auf dem Museumshof mit Swing: Jens Bodenburg (Saxophon), Julian Gretschel (Posaune), Jan Carlsen (Gitarre)
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„Blue train“ aus Rostock untermalt das Fest auf dem Museumshof mit Swing: Jens Bodenburg (Saxophon), Julian Gretschel (Posaune), Jan Carlsen (Gitarre)

Kleines Fest in Parchim mit Musik, Handwerk und Gesprächen. Stadtführer vom Heimatbund luden zum Rundgang ein .

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08. August 2016, 05:00 Uhr

Swingmusik, historisches Flair und Gemütlichkeit. Das zog die Besucher am Samstagnachmittag zur mittlerweile elften Auflage des Museums-Hoffestes.

Stadtpräsidentin Ilka Rohr bedankte sich bei der Eröffnung bei den Organisatoren vom Museum Parchim, vom Heimatbund, den Vertretern der Stadt und weiteren Mitwirkenden.

„Klein und gemütlich“ – das gefällt Mark Riedel, Vorsitzender vom Heimatbund, an dem Fest. „Die Leute wollen Musik hören und Bekannte sehen“, so Bärbel Rücker. Beide gehören zu den Stadtführern in Parchim und waren in historischen Kostümen zum Museumsfest gekommen. Ebenso wie ihre Stadtführer-Kollegen vom Heimatbund Wolfgang Westphal und Steffi Schröder. Für Besucher des Museumsfestes boten sie an diesem Nachmittag Führungen an.

Wolfgang Westphal, wie immer in der Gestalt von Dichter Rudolf Tarnow, berichtet, dass die Heimatbundmitglieder in diesem Jahr bereits 670 Interessenten durch die Kreisstadt geführt haben. Darunter waren viele Schulklassen und größere Gruppen. Im gesamten vergangenen Jahr waren 600 Gäste gezählt worden. In diesem Jahr bestimmt auch wieder Graf von Moltke das Stadtbild, dargestellt von Mark Riedel. Seit einem dreiviertel Jahr sei er wieder in Besitz einer Uniform, so der Heimatbundchef. Die recht kostenspielige Anschaffung sei durch Sponsoring von Arne Wulf Immobilien möglich geworden, freut sich Riedel.

Die Mitglieder des Heimatbundes engagieren sich nicht nur beim Museumsfest und bei den Stadtführungen für den Erhalt und die Aufarbeitung der Geschichte. Sie übernehmen beispielsweise auch Aufsicht im Sommermuseum und geben seit 1985 jedes Jahr ein neues Exemplar der Schriftenreihe „Pütt“ heraus. Ein solche Tradition eines Heimatvereins gibt es kein zweites Mal im Land, hört SVZ von den Mitstreitern.

Der Erhaltung von Traditionen haben sich auch zwei Frauen verschrieben, die am Sonnabend an Spinnrädern im Museumshof zu sehen waren: Roswitha Lindow aus Schwerin und Andrea Krause aus Holdorf bei Gadebusch. Sie gehören zu den „Montagsspinnern“, die sich einmal im Monat im Gutshaus in Breesen in Nordwestmecklenburg treffen und auf vielen Stadtfesten präsent sind. Sie habe das Spinnen vor Jahren erst selbst erlernt, erzählt Roswitha Lindow. Wenn sie heute wie in Parchim stundenlang am Spinnrad sitzt, sei das Entspannung pur. Sie macht deutlich, dass ihr wichtig sei, eine alte Handwerkskunst zu bewahren.

Ständig dicht umlagert war auf dem Museumsfest der Stand von Animationstöpferin Iris Thees, die mit launigen Sprüchen und guten Ratschlägen junge Leute dazu brachte, ihre eigene Keramik zu formen. Mehrere Stände boten Handwerkliches oder Kulinarisches an. Einen davon betreuten Hans-Jürgen Brockmann und Bernhard Fandrich vom Kreisanglerverband. Sie räucherten frische Forellen.

Für eine Überraschung sorgte Willy Voß von den Parchimer Eisenbahnfreunden. Er überreichte an Museumschef Wolfgang Kaelcke ein Buch über die Eisenbahngeschichte, das noch druckfrisch ist.

(Weitere Impressionen vom Fest in der Printausgabe und im E-Paper)

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