Historische Schätze geschenkt : Bescherung nicht nur zu Weihnachten

Ein Glücksmoment für Museumschefin Wolfgang Kaelcke: Ein „Zwillingsbild“ mit alter Stadtansicht Fotos: Wolfried Pätzold
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Ein Glücksmoment für Museumschefin Wolfgang Kaelcke: Ein „Zwillingsbild“ mit alter Stadtansicht Fotos: Wolfried Pätzold

Wertvolle Schenkungen fürs Parchimer Museum / Bislang in diesem Jahr rund 3500 Besucher / „Neues im Museum“ am 11. Januar 2014

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13. Dezember 2013, 15:43 Uhr

„Das zurückliegende Jahr brachte unserm kleinem Team viel Arbeit, aber das ist auch gut so“, so das persönliche Resümee von Museumsleiter Wolfgang Kaelcke. Und zum Glücksgefühl des Chefhistorikers der Kreisstadt gehört unbedingt dazu, dass es wie in den Vorjahren Geschenke nicht nur vor Weihnachten, sondern verteilt übers ganze Jahr gab. „36 zum Teil wertvolle Schenkungen bereichern die Sammlung. Das sind rein rechnerisch drei pro Monat“, freut sich Wolfgang Kaelcke. Obwohl sich die Stadt für ihr Museum seit Jahrzehnten mustergültig engagiert, sind Ankäufe aufgrund der nur begrenzt zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel eher die Ausnahme. Umso lobenswerter hält es der Museumsleiter, dass sich Bürger völlig uneigennützig von Erbstücken trennen, um sie der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen.

Am 28. Juni besuchte Frau Röder aus Eberswalde das Parchimer Museum. Im Gepäck hatte sie ein Bild mit dem Titel „Ansicht der Stadt Parchim“. Das Gemälde stammt aus der Zeit im 1830. Der Museumschef traute seinen Augen kaum. „Das (fast) gleiche Bild gibt es in unserer Sammlung bereits. Doch schnell stellte sich heraus, dass es sich um eine Art Zwillingsbild des gleichen Malers handelt. Die Detailunterschiede sind sehr aufschlussreich“, meint Wolfgang Kaelcke. Zu den Vorfahren der Dame aus Eberswalde gehören Behrmanns aus Stralendorf vor den Toren Parchims. Pastor Emil Behrmann, der 1871 in Stralendorf geboren wurde und am Friedrich-Franz-Gymnasium sein Abitur abgelegt hat, war Eigentümer beider Aquarelle. Mit dieser Schenkung erfüllte sich für den Museumschef ein weiterer Traum. Die Besucher können sich nun selbst davon überzeugen, wie die Maler den Blick auf Parchim künstlerisch umgesetzt hat.

„Jede Schenkung ist eine Wertschätzung für das Haus und unsere Arbeit“, meint Kaelcke. Er freut sich stets auch sehr, wenn sich Besucher bei ihm anmelden, die Spuren ihrer Vorfahren mit Hilfe des Museums erkunden. Erst kürzlich waren Volker von Ehrenstein mit Frau Gudrun und Tochter Astrid aus Weilheim zu Gast. Einer ihrer Vorfahren war Adam Stüdemann (1639 bis 1687), der in Parchim Ratsherr war. Dessen Sohn Christian erhielt, so die Recherchen von Wolfgang Kaelcke, 1704 von Kaiser Leopold eine so genannte Adelserhebung als „von Ehrenstein“.

Ein aufwändig gestaltetes Modell vom Mühlenwerk am Fischerdamm verdankt das Parchimer Museum den Mitarbeitern der Berufsbildungsstätte (BBS) der Start GmbH. Leider wird dies wohl vorläufig das letzte derartige Exponat gewesen sein, dass im Rahmen von Arbeitsmarktprojekten entstand.

In diesem Jahr wurden im Museum bislang rund 3500 Besucher gezählt. Dazu beigetragen hat erneut das Sommermuseum, dass sich bereits zu einer festen Institution entwickelt hat. Auch das Sommerfest auf dem Museumshof möchten viele Parchimer und Gäste der Kreisstadt nicht mehr missen. Wer zum Jahresende noch einen Besuch im Museum in der Lindenstraße plant, muss sich sputen. Auch am 23., 27. und 30. Dezember ist dort geöffnet.

Am Sonnabend, 11. Januar, lädt der Heimatbund und das Museum zur Veranstaltung „Neues im Museum“ ein. Das dürfte wieder spannend werden.


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