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Parchimer Zeitung

18. Dezember 2017 | 23:32 Uhr

Parchim : Berufsstartertag mit Rekordkulisse

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

65 Aussteller warben in Parchim mit Ausbildungsplätzen. 400 junge Leute informierten sich in der Stadthalle

svz.de von
erstellt am 21.Feb.2016 | 15:21 Uhr

„Die Aussteller sind sehr zufrieden“, so   Günter Schulze (VR Bank) nach dem Berufsstartertag am Sonnabend in Parchim. Rund 400 junge Leute informierten sich in der Stadthalle über Ausbildungsmöglichkeiten. Das war  die doppelte Zahl wie im Vorjahr.  65 Arbeitgeber warben    um künftige  Auszubildende. So viele waren es noch nie in der 20-jährigen Geschichte des  Berufsstartertages von AOK und VR-Bank in der Kreisstadt. Das Angebot reichte vom Gesundheitswesen über den Handel und die  Informationstechnik bis zum Metallbau und umfasste auch duale Studiengänge.

Die Perspektiven für die jungen Leute haben sich deutlich verbessert,  freute sich Carsten Timm, Landwirt aus Diestelow, am Stand des Bauernverbandes Parchim. Die jungen Leute müssen heute nicht mehr zur Ausbildung nach Hamburg fahren. Es sei erfreulich, wie viele Möglichkeiten die Region bieten kann – von der Rechtsanwaltskanzlei bis zum Medizinbetrieb.

Am Stand des Parchimer Pharmaherstellers bmp beriet Geschäftsführer Knut Meyer-Urban mit Tim Stapelberg, der gerade ausgelernt hat, und Jessica Lühr, Auszubildende zur Chemielaborantin. Die junge Frau aus Ludwigslust kam u.a. mit Bettina Blume aus Siggelkow ins Gespräch. Die Zwölftklässlerin wollte sich über verschiedene Berufe informieren und gern in der Region bleiben. „Die Ausbildung sollte solide sein“, meinte ihr Vater Thomas Blume.

„Wir bilden seit Jahren aus“, so   bmp-Chef Meyer-Urban gegenüber SVZ. Das erste Mal war der Betrieb allerdings bei diesem Berufsstartertag dabei. Denn es gibt weniger Bewerbungen. Die Firma benötigt Azubis als künftige eigene Mitarbeiter. Zum einen, weil man ausbauen will, zum anderen weil einige der jetzigen Mitarbeiter kurz vor der Rente stehen.

Ebenfalls erstmals  in Parchim waren Hans-Werner und Roswitha Mrowiec  aus Fresenbrügge bei Grabow. Sie besitzen eine Tischlerei mit 34 Angestellten, die bundesweit arbeitet. Bisher warben sie auf Messen in Ludwigslust und an der Schule in Dömitz auf der Suche nach Berufsnachwuchs. Das reicht  nicht mehr aus. Die Mrowiecs wissen, dass mögliche Bewerber aus Neustadt-Glewe sich mehr nach Parchim orientieren. Mit einem jungen Mann aus dieser Stadt kamen sie auch am Sonnabend ins Gespräch.

Andere Aussteller sind Stammgäste beim Berufsstartertag in Parchim, beispielsweise die Firma Isover aus Lübz. Vier Ausbildungsplätze will der Betrieb besetzen.

Selbst die Stadt Parchim warb um Berufsnachwuchs. Für dieses Jahr ist noch ein Ausbildungsplatz in der Bibliothek zu besetzen,  war von Personalsachbearbeiter Renè Möller zu erfahren.

Das Interesse von Firmen für den Berufsstartertag war   groß. Die Veranstalter mussten wegen der Kapazitätsgrenzen in der Stadthalle selektieren, erklärten  Bernd Franke (AOK) und Günter Schulze (VR-Bank). Die Kasse und  die Bank trugen die gesamten Kosten für dieses Ereignis und mussten dabei sogar noch eine Saalmiete von 500 Euro an die Stadt Parchim zahlen, erfuhr SVZ.

„Wir wünschen uns, dass wir die junge Generation in der Region halten“, erklärte Franke. Beim Berufsstartertag solle gezeigt werden, welche Möglichkeiten in der Region vorhanden sind.

Günter Schulze   begleitet seit 20 Jahren den Berufsstartertag. Bei den ersten Veranstaltungen waren  30 Aussteller dabei, und bereits eine Stunde vor Eröffnung   standen die Interessenten damals in Schlangen vor der Tür. Das hat sich gewandelt.  „Dem demografischen Wandel zu trotzen“, nannte Schulze eine Motivation dieses Tages. Ansinnen sei es, möglichst viele junge Leute in der Region zu halten. Er weiß: Für die Betriebe zähle bei den Gesprächen mit  Interessenten  Qualität vor Quantität. Und wer sich möglicherweise nach einer Nacht in der Disko an einem Sonnabendmorgen auf den Weg nach Parchim in die Stadthalle mache, der wolle auch etwas.

Von guten Gesprächen haben die Firmen am Ende des Berufsstartertages gegenüber Günter Schulze berichtet. Ob daraus auch Bewerbungen entstehen und Ausbildungsverträge werden, bleibt abzuwarten.

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