zur Navigation springen
Parchimer Zeitung

13. Dezember 2017 | 08:22 Uhr

Parchim : Bei Kälte machen sich Immen rar

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Frostige Frühlingspause im Parchimer Land bereitet Landwirten und Kleingärtnern Sorgen. Winterdienst nur noch in Schmalbesetzung.

von
erstellt am 19.Apr.2017 | 05:00 Uhr

Frostig wird es in der kommenden Nacht. Das war gestern die Prognose der Wetterfrösche. Einige Kleingärtner und Landwirte in der Parchimer Region sehen die kühle Phase im Frühling mit Sorgen. Autofahrer müssen sich noch einmal auf glatte Straßen einstellen.

Der Raps beginnt in einigen Regionen bereits zu blühen. In Friedrichsruhe ist es nicht ganz so weit. Durch Frost könnte die Ölfrucht aber auch hier Schaden nehmen, sagte gestern Landwirt Holger Rebert.

„Es ist noch eine kühle Zeit“, erklärte Dirk Meyn, Gärtnermeister in Rom. Es gab in vergangenen Jahren im April sogar schon Temperaturen im zweistelligen Minusbereich. Unter normalen Bedingungen bringt das Kleingärtnern keine Probleme, so Meyn. Diejenigen, die den Juni schon vorverlegen wollten und beispielsweise Eisbegonien gepflanzt haben, bekommen Probleme. Frühblüher können dagegen auch Temperaturen von minus fünf/sechs Grad vertragen. Am Morgen legt sich die Blüte möglicherweise auf den Boden, am Mittag richtet sie sich aber wieder auf. Wenn Gärtner in der kühlen Zeit Tomaten- oder Gurkenpflanzen erwerben wollen, rät Meyn: Das sollte man nur, wenn man das Gewächshaus heizen kann. Eine Gurke benötigt beispielsweise mindestens plus acht Grad. „Sonst wächst sie rückwärts“, so der Fachmann.

In voller Blüte stehen viele Obstbäume in der Region. So auch die Pflaumen im Garten bei Jürgen Gärtner in Parchim. Das Problem allerdings: Bei den derzeitigen Temperaturen fliegt keine Imme, die für die Bestäubung sorgen könnte. „Ich fürchte, es gibt wenig Ertrag“, so Gärtner. Dabei hatten früh blühende Gehölze auch in den vergangenen Jahren bereits einen schlechten Stand. Die Kirschen waren im Vorjahr ebenfalls voller Knospen, aber Früchte gab es wenige. Gärtner kennt den Grund: Es gibt zu wenig Bienen in Parchim. Er freut sich, dass die Stadtverwaltung Pläne unterstützt, mehr Blühflächen zu schaffen, damit die Kreisstadt insektenfreundlicher wird. Naturfreund Jürgen Gärtner rät, auch Möglichkeiten im eigenen Garten zu nutzen. So sollten Obstbäume nicht ganz abgenommen werden, sondern ein bis zwei Meter stehen bleiben. Das tote Holz dient Insekten als Lebensraum bzw. als Baumaterial.

Jürgen Gärtner ist übrigens überzeugt: Die Tiere kommen mit dem kalten Frühling besser klar als wir Menschen. Die Höhlenbrüter sitzen in ihren Nistkästen, andere Vögel warten mit der Brut.

Einige Autofahrer wurden bereits beim Osterausflug von glatten Straßen überrascht. Die Winterdienste haben nach SVZ-Informationen zwar ihre Arbeit nicht eingestellt, aber abgerüstet. Nur wenige Fahrzeuge sind mit der nötigen Technik bestückt. „Wir wissen, dass im April noch etwas passieren kann“, sagt Hans-Georg Zwang, der zuständige Mann in der Kreisverwaltung Ludwigslust-Parchim für die Kreisstraßen. Man werde bei minus zwei Grad nicht mehr massiv ausrücken, um alles abzustreuen Aber die Straßenmeister behalten die Situation, die regional sehr unterschiedlich sein kann, im Auge und entscheiden über nötige Einsätze. „Wir haben im April schwierige Straßenverhältnisse“, so Zwang. Darauf müssten sich auch die Kraftfahrer einstellen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen