Bei Freunden heimisch geworden

Kamen bei der Interkulturellen Woche zum Thema Ukraine mit Heike Dunker (2.v.l.) und Besuchern ins Gespräch: Elena Potoka (r.) und ihr Mann Oleg.
Kamen bei der Interkulturellen Woche zum Thema Ukraine mit Heike Dunker (2.v.l.) und Besuchern ins Gespräch: Elena Potoka (r.) und ihr Mann Oleg.

Interkulturelle Woche offenbart schreckliche Situation in Ukraine und endet im Dialog der Kulturen

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01. Oktober 2018, 12:00 Uhr

Eine Frau sieht sich gebannt die Bilder der ukrainischen Stadt Odessa auf der Leinwand an. Vor 25 Jahren hat sie die Stadt am Schwarzen Meer zum letzten Mal besucht. Viele Orte, an denen sie damals war, sind mittlerweile nicht mehr da – sie wurden vom Krieg zerstört. Andere sind standhaft und zeichnen Odessa noch immer aus. Der Vortrag, dem die Frau zusammen mit einigen anderen Besuchern lauscht, ist Teil der interkulturellen Woche, der dieses Mal die Ukraine zum Thema hat.

„Seit über 20 Jahren gibt es die Interkulturelle Woche bundesweit und wir nehmen seit etwa zehn Jahren mit einer Veranstaltung daran teil“, erzählt Heike Dunker, Leiterin des Jugend-Migrations-Dienstes des Diakoniewerkes des Klosters Dobbertin. „Vor drei Jahren hatten wir Syrien als Thema, weil es damals gerade aktuell war. Das wurde sehr gut angenommen, deswegen haben wir uns in diesem Jahr für die Ukraine entschieden, weil es doch sehr viele Menschen aus der Ukraine gibt, die sich an unsere Beratungsstellen wenden, weil sie zurückgeschickt werden sollen“, so die 47-Jährige.

Zusammen mit der Migrations-Erstberatung für junge Erwachsene und dem Migrations-Sozialdienst des Diakoniewerkes des Klosters Dobbertin wurde aus diesem Grund in diesem Jahr ein ukrainischer Nachmittag im Rahmen der Interkulturellen Woche organisiert. Neben ukrainischen Speisen zeigen Oleg und Elena Potoka unter anderem einen Vortrag, der die Entwicklung, die ihr Heimatland in den vergangenen Jahren durchgemacht hat, verdeutlicht.

„Die Situation in der Ukraine ist natürlich immer brennend aktuell für uns, weil unsere Familie und Freunde dort leben“, erzählt Elena Potoka. Vor vier Jahren kam die Lehrerin mit ihrem Mann nach Deutschland. „Dort wo wir gelebt haben, war das Leben ziemlich normal, doch im Zentrum der Ukraine gibt es viele Verletzte und Tote. Viele Menschen verstehen nicht, dass der Krieg eigentlich kein Kampf zwischen den Ländern, sondern zwischen Politikern ist. Und das ist nicht gut – nicht für unsere Zukunft und nicht für die Freundschaft zwischen den Ländern“, so die Lehrerin.

Aus diesem Grund steht an dem ukrainischen Nachmittag im Parchimer Familienzentrum nicht die Politik, sondern der Dialog und die Kommunikation verschiedener Kulturen im Vordergrund. Nach dem Vortrag kommen Besucher und Veranstalter der Interkulturellen Woche bei ukrainischen Köstlichkeiten zusammen und reden. „Über alles, außer Politiker“, sagt Elena Potoka lachend.

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