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Sanierung der St. Georgenkirche : Bauvorhaben kostet noch viel Kraft

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

St. Georgen: Förderverein traf sich zur Jahresversammlung / Vorsitzender Dr. Manfred Arndt dankt Mitgliedern und Spendern

22 Paletten Bibersteine ließ Horst Lemm aus Severin am Mittwoch vergangener Woche mit einem 100-Tonner Automobilkran (Ausleger: 50 Meter) aufs Dach der St. Georgenkirche einschweben. Die gleiche Menge hatte am Vortag bereits ein anderer Kran sicher nach oben befördert. Bestimmt war die Luftfracht für das Hauptdach im letzten Teil des östlichen Kirchenschiffes und die Kehlbereiche der Querhäuser. Dort wurden die Biberschwänze auf drei Arbeitsplattformen abgestapelt sowie grob eingedeckt. Sollte der Winter in den nächsten Tagen tatsächlich weiterhin Milde walten lassen, könnten die Mitarbeiter der Firma Gröger und Logge diesen Bereich des Kirchendaches im Verbund eindecken und mit Sturmklammern für alle Zeiten niet- und nagelfest machen. Neun Handwerker dieses Parchimer Unternehmens, darunter Michael Hoffmann, seit 2005 als Zimmerer bei Gröger und Logge tätig, drückten in den zurückliegenden Tagen in luftiger Höhe auf Tempo. Im Kirchenraum nimmt in den nächsten Wochen Diplomrestauratorin Bettina Strauß aus Charlottenhof bei Waren die Ausmalung genauer unter die Lupe. Anliegen ist es, die 1898 von dem bekannten Hofbaurat Gotthilf Ludwig Möckel verwendete „Handschrift“ zu erhalten. Bettina Strauß wird nun eine ca. zehn Quadratmeter große Probeachse erstellen, an Hand der sich die Experten über das weitere Vorgehen bei der Restaurierung verständigen. Dazu besprach sie sich am Freitag vor Ort mit Architektin Christine Johannsen, die seit 2008 die Sanierung der Backsteinkirche im Herzen von Parchim planerisch verantwortet.

Es geht sichtbar voran mit der Rettung des 707 Jahre alten Gotteshauses. Als Ensemble mit der Schwesterkirche St. Marien wurde es 2010 als Denkmal nationaler Bedeutung ins Förderprogramm des Bundes aufgenommen. Doch bis zum erfolgreichen Abschluss der Bauarbeiten, die sich nach dem jetzigen Stand der Dinge über das ursprünglich anvisierte Jahr 2016 hinausziehen dürften, ist es noch ein langer Weg. Das wurde Sonntag Nachmittag auch auf der Jahresversammlung des St. Georgenfördervereins deutlich. Die überraschende Stornierung der Bundesmittel auf Grund der prekären Haushaltslage für das Jahr 2013 sowie die späte Bewilligung der Gelder aus anderen Fördertöpfen haben den Zeitplan ins Wanken gebracht: Die Handwerker der Firmen Rogmann sowie Gröger und Logge sowie Glasermeister Gerhard Reincke aus Rukieten bei Schwaan bekamen erst Anfang August einen Fuß auf die Baustelle. Für eine Schrecksekunde sorgte am 5. Dezember noch Orkan Xaver, der zum Glück darauf verzichtete, eine Schneise der Verwüstung in Parchim anzurichten.

St. Georgen-Fördervereinsvorsitzender Dr. Manfred Arndt nahm die sehr gut besuchte Jahresversammlung in gemütlicher Kirchencafé-Atmosphäre zum Anlass, um sich bei allen zu bedanken, die unermüdlich dafür sorgen, dass der Verein Jahr für Jahr seinen finanziellen Part an dem gigantischen Bauvorhaben leisten kann. Im vergangenen Jahr stand der Förderverein sogar doppelt in der Pflicht: Mit Mitteln der Marlis-Kressner-Stiftung stemmte er den Eigenanteil in Höhe von ca. 27 450 Euro für die Sanierungsetappe 2013. Weitere 13 500 Euro waren vom Verein gegenzufinanzieren, damit die Städtebauförderung in Höhe von rund 90 000 Euro für die Sanierung der elf Chorfenster eingesetzt werden konnte. Im weit fünfstelligen Bereich werde sich der Anteil des Fördervereins auch in diesem Jahr wieder bewegen, kündigte Manfred Arndt an. 108 Mitglieder und drei Ehrenmitglieder bilden das Rückgrat des Vereins. Ihre Mitgliedsbeiträge in Höhe von 1800 Euro im Jahr sind eine feste Planungsgröße. Durch Führungen, Basare, Bücher- und Postkartenverkauf oder Einnahmen aus dem Kirchencafé kamen in den zurückliegenden zwölf Monaten 1250 Euro in die Kasse. Die von St. Georgenkantor Fritz Abs organisierten Benefizkonzerte erbrachten 1222 Euro. Große und kleine Spenden summierten sich zu 24 000 Euro. Zu Dank fühlt sich der Verein einmal mehr dem Schweriner Restaurator Vollrat Dreyer verpflichtet, der das Georgsbild ehrenamtlich aufarbeitete (SVZ berichtete). Ein treuer Spender aus der Partnergemeinde Schwebheim überwies 1500 Euro nach Parchim. Von einer anonymen Gönnerin, die bereits sehr hohe Summen für die Orgel- und Glockenrestaurierung spendete, trafen auch diesmal wieder 5000 Euro ein. 10 000 Euro stiftete die Henri Benthack Stiftung. Die Sparkasse Parchim-Lübz sowie die Wobau Wohnungsbau GmbH unterstützten das Anliegen des Vereins mit 1000 bzw. 500 Euro.


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erstellt am 19.Jan.2014 | 22:36 Uhr

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