Leser schenken Freude : „Bausteine und Stifte wären toll“

Sind voller Vorfreude auf ihre Pakete: Nisa, Ecrin, Lina und Tigran (obere Reihe) sowie Marlene, Merle, Anil, Haidar und Paul (untere Reihe) von der Parchimer Kita „Kinderland“.
Sind voller Vorfreude auf ihre Pakete: Nisa, Ecrin, Lina und Tigran (obere Reihe) sowie Marlene, Merle, Anil, Haidar und Paul (untere Reihe) von der Parchimer Kita „Kinderland“.

Kinder der Kita „Kinderland“ in Parchim freuen sich auf die Pakete unserer Leser. Fast 70 Prozent der Familien brauchen Unterstützung

svz.de von
21. November 2015, 08:00 Uhr

Was er am liebsten mag? Bei dieser Frage muss Haidar nicht lange überlegen: „Fahrradfahren, malen und Bücher“, sagt der Sechsjährige. Und friedlich spielen können. Ohne ständig Angst haben zu müssen, dass etwas Schlimmes passiert. Der Junge mit den braunen Augen und dem schüchternen Lächeln kommt aus Afghanistan. Ein Land, in dem die Gefahr allgegenwärtig ist. Seit einem halben Jahr besucht er die DRK-Kita „Kinderland“ in der Weststadt – gemeinsam mit 170 anderen Kindern aus 16 Nationen. Mehr als zwei Drittel von ihnen stammen aus Familien, die auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind. Ihre Eltern müssen sich dreimal überlegen, ob sie die Wünsche ihrer Kleinen erfüllen können oder nicht.

Umso mehr freuen sich Kinder, Eltern und Erzieherinnen darüber, dass ihre Einrichtung bei der Weihnachtsaktion unserer Zeitung dabei ist. Gemeinsam mit dem DRK-Kreisverband möchte die Parchimer Zeitung dafür sorgen, dass möglichst alle Mädchen und Jungen in der Kita ein Weihnachtspaket unserer Leser erhalten. „Wir finden es gut, dass nicht nur einer bestimmten Gruppe, sondern allen Kindern, die im Brennpunkt von Parchim aufwachsen, eine Freude gemacht werden soll“, sagt Kitaleiterin Bianca Meyer-Maak. Denn genau das entspricht dem Grundsatz der Landes-Modellkita für Interkulturalität und Sprache: „Jedes Kind ist gleich und uns willkommen – ob es aus bildungsfernen Haushalten oder Flüchtlingsfamilien stammt“, betont die Leiterin. Ein Grundsatz, der spürbar in der Einrichtung gelebt wird. Allein 40 Prozent der Mädchen und Jungen wachsen in Familien auf, in denen nicht deutsch gesprochen wird. Ihre Herkunftsländer reichen von Syrien und Afghanistan über Albanien und Ghana bis nach Russland und Weißrussland. Sie dürfen erst ihre Muttersprache lernen, bevor Deutsch hinzukommt, wie Bianca Meyer-Maak erklärt. Dadurch, dass die Erzieherinnen und andere Kinder deutsch sprechen, können sich die Kleinen jedoch schnell mit einfachen Worten verständlich machen. Darüber hinaus bietet die Kita in ihrer Sprachwerkstatt Deutschkurse für Eltern und Kinder an. Es gibt ein Elterncafé, in dem gemeinsam gekocht und gebacken wird, und eine Krabbelgruppe für Kinder, die bald in die Kita kommen. An „Freundenach-mittagen“ treffen sich außerdem deutsche und nichtdeutsche Familien, um sich besser kennen zu lernen. Die Integrationsangebote würden gut genutzt, so die Leiterin.

Spielerisch hat auch Haidar seine ersten deutschen Worte gelernt. Bei der Paketaktion würde er sich über Malstifte freuen – genau wie Ecrin (5), Marlene (4) und Nisa (4). Gibt es noch andere Wünsche? „Eine Puppe wäre toll.“ Da sind sich die drei Mädchen einig. Der sechsjährige Anil beschäftigt sich dagegen am liebsten mit Bausteinen. „Bauernhof spielen“, daran hat der gleichaltrige Paul am meisten Spaß.

Was auch immer die Parchimer Kinder in den Weihnachtspaketen unserer Leser vorfinden werden – sie fiebern jetzt schon dem Moment entgegen, in dem sie ihr Päckchen öffnen dürfen.

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