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Kirche Siggelkow: Sanierung in vier Abschnitten : Baustart steht unmittelbar bevor

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Die leere Kirche aus der Zeit um 1700 lässt den Sanierungsnotstand offenkundig werden: Etwa vier Jahre lang werden die Siggelkower hier keinen Gottesdienst feiern können. Doch die Vorfreude auf das, was kommt, überwiegt.

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erstellt am 26.Jul.2013 | 12:11 Uhr

Siggelkow | Wenn Hartmut Muchow vom Kirchgemeinderat in diesen Tagen die kürzlich ausgeräumte Siggelkower Kirche betritt, geschieht das mit einem weinenden und einem lachenden Auge: Die leere Kirche mit dem erhalten gebliebenen Original-Fachwerk aus der Zeit um 1700 lässt den Sanierungsnotstand nun noch offenkundiger werden. Etwa vier Jahre lang werden die Siggelkower hier keinen Gottesdienst feiern können. Doch noch mehr überwiegt die Vorfreude auf das, was kommt: Wenn alles nach Plan läuft, erstrahlt die Kirche im Jahr 2016 in neuem Glanz. Und damit ist sie wieder gerüstet für die Stürme der nächsten Jahrzehnte.

Voraussichtlich im August fällt der von der Kirchengemeinde sowie ihren Förderern und Freunden lange herbeigesehnte Startschuss für die Sanierung der mehr als 300 Jahre alten Kirche. Sechs Jahre lang wurde in Siggelkow eisern auf diesen Tag hingespart: In den ersten fünf Jahren vermochte es ein Initiativkreis mit vielen kreativen Ideen, die Baukasse zu füllen. Aus dieser Gruppe ging schließlich der im März 2012 gegründete Förderverein zur Erhaltung der Dorfkirche Siggelkow hervor. Aus eigener Kraft gelang es den Siggelkowern bisher, stolze 25 000 Euro zusammenzubekommen.

In vier Bauabschnitten werden sich die Handwerker nun systematisch an Siggelkows Baudenkmal Nummer 1 hocharbeiten: In diesem Jahr stehen u. a. die Sanierung der Gründung und des Fachwerkes an, an der Ostseite soll das originale Fischgrätenmuster erhalten werden. Im kommenden Jahr folgen der Dachstuhl und das Dach. In der dritten Sanierungsetappe geht es im Innenraum weiter. Die Arbeiten am und im Turm folgen zum Abschluss. Die Gesamtkosten werden derzeit mit ca. 400 000 Euro beziffert. Am liebsten wäre es den Siggelkowern, wenn es gelingt, die Rettungsaktion ihrer Kirche ohne Unterbrechung in vier Jahren durchzuziehen. Doch im Dorf ist man sich darüber im Klaren, dass das noch ein steiniger Weg wird. Allein die diesjährige Bauetappe erfordert ein Investitionsvolumen von ca. 140 000 Euro. 105 000 Euro stehen bereits zur Verfügung. Das Landesamt für Denkmalpflege hat eine Förderung in Höhe von 35 000 Euro in Aussicht gestellt - damit ginge die Rechnung auf.

Einen kleinen Baustein zur Kirchenrettung leistete in diesen Tagen auch die CDU-Landtagsfraktion: Der stellvertretende Vorsitzende Wolfgang Waldmüller überreichte Pastorin Ulrike Kloss und dem Förderverein einen symbolischen Scheck in Höhe von 250 Euro. Dabei handelt es sich um den Verkaufserlös eines Kuchenbasars beim Tag der offenen Tür des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern im Schweriner Schloss. Mit der gleichen Summe bedachte die CDU-Fraktion einige Tage vorher schon die Kirche in Groß Mohrdorf in Vorpommern. Diese Kirchen hatte der Verein Dorfkirchen in Not empfohlen.

Beeindruckt zeigte sich Wolfgang Waldmüller vom kirchenfreundlichen Miteinander in Siggelkow: Das damals vom Initiativkreis aus der Taufe gehobene Frühlingsfeuer ist längst zu einem Dorf-Event für Jung und Alt geworden und aus dem Siggelkower Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenken. Bei der fünften Auflage in diesem Jahr kamen an einem einzigen Abend sage und schreibe 1000 Euro für die Baukasse zusammen (SVZ berichtete). Und als vor wenigen Tagen Bänke, Altar, Kanzel sowie andere Ausstattungsgegenstände aus der Kirche geräumt und eingelagert wurden, um Baufreiheit zu schaffen, da trugen sogar die Fußballer des Siggelkower Vereins mit dazu bei, dass viele Hände der Arbeit schnell ein Ende machten. Jetzt steht nur noch die Orgel im Kirchenraum.

Das 1894 erbaute und 1996 von dem Orgelbauer Wolfgang Nußbücker aus Plau am See restaurierte Instrument bekommt noch vor Beginn der Bauarbeiten eine Schutzverpackung. Die letzte größere Renovierung der Siggelkower Kirche liegt inzwischen fast fünf Jahrzehnte zurück. Der Turm erhielt 1997 einen neuen Anstrich. Seit kurz vor der Jahrtausendwende sorgt eine elektrische Heizung dafür, dass die Kirche im Winter zum Gottesdienst temperiert ist. Gottesdienst feiern die Siggelkower während der Bauphase nun im kirchlichen Gemeindehaus. Siggelkow gehört zu einem Gemeindeverbund mit insgesamt zehn Kirchdörfern.

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