Für Landwirte kommt das wechselhafte Wetter genau richtig : Bauern zufrieden mit Mai-Wachstum

Wiese und Rapsfeld bei Stresendorf. Sattes Grün und leuchtend gelber Raps. Die Pflanzen stehen gut. Michael Beitien
Wiese und Rapsfeld bei Stresendorf. Sattes Grün und leuchtend gelber Raps. Die Pflanzen stehen gut. Michael Beitien

"Mai kühl und nass füllt dem Bauern Scheun und Fass" - sagt eine Bauernregel. Während sich viele Veranstalter von Festen über das regnerische Wetter ärgern, sind Bauern in der Region mit dem Regen zufrieden.

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30. Mai 2013, 10:31 Uhr

Parchim | "Mai kühl und nass füllt dem Bauern Scheun und Fass" - sagt eine Bauernregel. Während sich viele Veranstalter von Festen über das regnerische Wetter ärgern, sind Bauern in der Region mit dem Regen zufrieden.

26 Liter auf den Quadratmeter fielen am vergangenen Wochenende allein auf den Feldern der Hromada Agrar KG in Suckow. Ein paar Kilometer weiter waren es sogar 50, sagte gestern der Geschäftsführer Rainer Hromada. "Der Regen ist gut."

Wenn Hromada im Wetterbericht hört, "es wird schön", dann verheißt das für ihn nichts Gutes. Eine lange Sonnenperiode sei zwar gut für die Touristen, aber nicht für die Landwirte.

In den vergangenen Jahren hatten die Bauern anders als in diesem Jahr mit der Frühjahrstrockenheit von April bis Mai zu kämpfen. Durch den diesjährigen feuchten Mai stehen die Bestände gut. "Der Grundstein ist gelegt", so Hromada.

Der Suckower erklärt, dass zwar auch die Landwirte trockene Phasen benötigen, um Heu zu machen. Aber mindestens einmal die Woche 10 bis 15 Liter Regen auf den Quadratmeter würde er sich schon wünschen. Gut sei, dass inzwischen bei den meisten Kulturen - außer beim Mais - die Bestände recht dicht auf dem Acker stehen, so dass die Verdunstung nicht mehr so groß ist.

Auch im Agrarbetrieb Meyer in Tessenow zeigt man sich zufrieden mit dem Wetter. Die Landwirte mit den leichten Böden haben sonst eigentlich mehr mit Trockenheit zu kämpfen, sagt Birgit Meyer. "Wenn jetzt die Sonne kommt, ist es gut." Der Betrieb baut Mais, Roggen, Weizen, Raps und Gerste an.

Das feuchte Wetter hat sich gut bei Rogen und Gerste ausgewirkt, erklärt der Dobbertiner Landwirt Marcus Schwarzer, zugleich Chef des Kreisbauernverbandes Parchim. Bei Roggen und Gerste sind die Ähren, die den Ertrag bringen, bereits draußen. Anders als beim Weizen, so Schwarzer. Der braucht Wasser zur Blütezeit in drei bis vier Jahren.

Ganz unproblematisch ist es aus Schwarzers Sicht indes auch nicht, dass einige Kulturen in diesem Frühjahr mit so viel Nass von oben versorgt werden. Denn dadurch bildet beispielsweise der Mais nicht so tiefe Wurzeln aus. Wenn es plötzlich länger trocken wird, können die Wurzeln gar nicht so schnell dem Wasser hinterher in die Tiefe folgen.

Ähnlich sei das mit Zuckerrüben. Auch bei diesen Pflanzen besteht die Gefahr, dass sie ihren Wurzeln nicht wie eigentlich gewünscht bis zu zwei Meter tief in den Boden ausbilden, um dann auch bei trockenem Wetter Wasser aufnehmen zu können.

Heike Kasten, Geschäftsführerin im Kreisbauernverband Parchim, weiß aus Gesprächen mit vielen Landwirten, dass zwar Trockenheit zum Silieren und Heumachen gewünscht wird, dass es aber in den Beständen auf den Feldern gut aussieht. Das sei allerdings nur eine Momentaufnahme.

Übrigens: Eine andere von vielen Bauernregeln besagt: Auf nassen Mai folgt trockener Juni.

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