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Abschluss von SVZ-Serie : Bauern mühen sich um gesunde Lebensmittel

vom
Aus der Redaktion der Parchimer Zeitung

Die Landwirte aus der Parchimer Region liefern einen großen Teil ihrer Erzeugnisse zur Weiterverarbeitung und für Export. Die Direktvermarktung sichert etliche Arbeitsplätze.

svz.de von
erstellt am 02.Jan.2014 | 16:30 Uhr

Wo kommt unser Essen her? Das fragen sich immer mehr Verbraucher. Und darum ging es auch in einer Serie der SVZ in Zusammenarbeit mit dem Kreisbauernverband Parchim. Reporter sahen sich seit dem Frühjahr bei Landwirten der Region um.

Größtenteils gehen deren Produkte als Zulieferungen in die Weiterverarbeitung oder werden exportiert. Einige Bauern verkaufen ihre Erzeugnisse aber auch am Feldrand und im Hofladen. So kann man Kartoffeln, Eier, Enten, Biokäse und während der Saison Erdbeeren und Spargel erwerben.


Erdbeeren aus Stralendorf


Ein Beispiel sind Janne und Jürgen Fokuhl in Stalendorf . Sie begannen vor rund zehn Jahren damit, Erdbeeren und Himbeeren im großen Stil anzubauen. Beide betreiben in Stralendorf einen landwirtschaftlichen Betrieb mit einer Mutterkuhhaltung sowie Ackerbau. Auf rund 3,5 Hektar wachsen mittlerweile die Erdbeer-Sorten Honeoye, Sonata, Asia und Malwina heran. Die frische Ernte im Sommer wird noch am Feldrand in Körbe verpackt und verkauft, ein anderer Teil geht in die Verkaufsstände in Plau am See sowie in Parchim. Auch Händler und Gastronomen sowie Bäckereien sind Abnehmer.


Kartoffeln aus Rom


Bei der Agrargenossenschaft in Rom behauptet sich entgegen dem Landestrend die Kartoffel immerhin auf fünf Prozent der Ackerflächen. Und sichern vor allem Arbeitsplätze auch in der kalten Jahreszeit. Laut dem Chef der Agrargenossenschaft Dr. Volker Toparkus haben die Römer auf Grund der ungünstigen Rentabilität den Anbau reduziert. Doch immerhin liefern sie 2000 Tonnen Stärkekartoffeln, aus denen in Dallmin ein Stoff für die Lebensmittelindustrie wird, sowie 300 Tonnen Speisekartoffeln, die der Betrieb selbst vermarktet. Der Verkauf erfolgt u.a. auf dem eigenen Betriebsgelände und an Tankstellen der Region.


Spargel aus Kladrum


Direkt am Feldrand kann man bei einigen Bauern im Frühjahr Spargel kaufen. Es gibt beispielsweise ein rund 4,5 Hektar großen Spargelfeld der Agrarproduktion Zölkow e.G. bei Kladrum. Laut Vorstandsvorsitzenden André Schult schätzen die Kunden die weißen Stangen mit einem leicht violetten Kopf. Es ist eine holländische Hybridsorte, die auf knapp 100 Reihen heranwächst.


Enten aus Dobbertin


Über 24 000 Enten mästete die Dobbertiner Agrargenossenschaft im vergangenen Jahr, erfuhren wir von Geschäftsführer Marcus Schwarzer. Alle werden über den Hofladen vermarktet. Zwar erzielt der Agrarbetrieb mit den Enten nur jeden 20. Euro seines Umsatzes, aber daran hängt jeder vierte bis fünfte Arbeitsplatz. Von den 27 Mitarbeitern sind sechs - allesamt Frauen – mit Aufzucht, Verarbeitung und Verkauf beschäftigt.


Eier aus Spornitz


Einen Hühnerhof mit rund 2000 Hennen betreibt die Lobbe-Rogmann GbR in Spornitz. Die Spornitzer verkaufen den größten Teil ihrer Eier direkt vom Hof. Einen Teil liefern sie an Bäcker, Hotels und andere Stammkunden, z.B. an ein Krankenhaus. Wenn etwas übrig sind, werden die Eier über den Betrieb in Schulendorf vermarktet, von dem die Spornitzer ihre Hennen beziehen. Flaute auf dem Eiermarkt ist vor allem in der Zeit von Anfang Mai bis Ende der Sommerferien. Dann ist die Grillsaison.


Käse aus Drenkow


Jörg Grigat vom SiebenGiebelHof Drenkow steht für einen überzeugten Biobauern, der sich dem Modell der regionalen Wertschöpfung verschrieben hat. Zwölf Angestellte, darunter drei Lehrlinge, beschäftigen er und seine Frau Sabine Wolfrat auf dem Hof, in der Käserei und Bäckerei, in Verkaufswagen.

Der Hof verarbeitet seine Milch selbst zu Käse, Quark und Joghurt. Und auch das Getreide geht nicht an den Großhandel, sondern wird in der hauseigenen Bäckerei zu Broten und Kuchen veredelt. Die Produkte gibt es im Hofladen, auf Wochenmärkten der Region und in spezialisierten Bioläden in Berlin und Hamburg.


Raps aus Suckow


Andere Produkte gehen dagegen einen langen Weg, bevor sie in unsere Küchen kommen. Ein Beispiel ist das Rapsöl. Der Suckower Betrieb von Rainer Hromada verkauft seinen Raps über die Erzeugergemeinschaft Qualitätsgetreide Parchim, zu der sich 24 Betriebe zusammen geschlossen haben, an den Landhandel. Ein großer Teil des Rapses geht an die Getreide AG, die in Rostock eine große Ölmühle betreibt, wo der Raps zu Rohöl verarbeitet wird.

Eine eigene kleine Ölmühle lohne sich nicht, meint Hromada. Das passe höchstens für Bauern, die am Rande von größeren Städten einen Hofladen betreiben.


Weizen aus Mustin


Auch der Weg vom Getreide zum Brötchen ist weit. Zu den Bauern, die Weizen anbauen, gehört beispielsweise der Mustiner Landwirtschaftsbetrieb von Berthold Löbel. Das Getreide geht teils per Schiff auf weite Reise - zum Beispiel nach Nordafrika. Denn wie andere Landwirte auch verkauft Löbel seinen Weizen an Getreidehändler. Vor Jahren gab es noch in Parchim eine Mühle, in der Getreide aus der Region vermahlen wurde, sagt Heike Kasten vom Kreisbauernverband Parchim. Bis dahin konnte man noch - anders als heute - Mehl aus der Region erwerben.


Milch aus Schlieven


Die Milch aus den Ställen in der Parchimer Region wird in verschiedenen Molkereien verarbeitet, darunter in Upahl und Wismar. Landwirt Hans-Heinrich Rave von der Kastanienhof KG in Schlieven liefert an eine Molkerei in Uelzen. Unmittelbar nach dem Melken kommt die Milch in die Kühlung und wird auf Kühlschranktemperatur von sechs bis sieben Grad gebracht. Jeden Tag - auch Sonnabend und Sonntag – fährt ein Tanklastzug vor, um das frische Lebensmittel zur Weiterverarbeitung zu bringen. In Uelzen wird die Milch verarbeitet zu Butter, Käse, Milchpulver und einem ganz speziellen gesüßten Vorprodukt, das in der Lebensmittelindustrie zum Einsatz kommt. Wir finden sie dann beispielsweise in Schokolade, Eiscreme oder im Cappuccino.


Rindfleisch aus Siggelkow


Stark kontrolliert wird das Rindfleisch. Nachdem es vor vielen Jahren einen Skandal um die als Rinderwahnsinn bekannte Erkrankung BSE (Bovine Spongiforme Enzephalopathie) gab, wird mittlerweile wohl kein Zweig in der Tierproduktion so stark überwacht wie die Strecke vom Rind zum Steak. Das gilt auch für den Hof von Joachim Lübcke, die Siggelkow Agrar e.G. Jedes Rind ist gekennzeichnet und sein Weg von der Geburt bis zum Schlachten wird zentral gespeichert. Rund 220 Mastrinder verkaufen die Siggelkower in jedem Jahr an drei verschiedene Viehhändler. Die Tiere werden in Perleberg oder in Bad Bramstedt bei Hamburg geschlachtet. An den Parchimer Schlachthof liefern die Siggelkower Schweine. „Auch jedes Schwein hat eine Ohrmarke“, erklärt Lübcke. Dieses Kürzel ist zwar nicht einem einzelnen Tier zugeordnet, aber es lässt sich noch auf dem Schlachthof genau nachvollziehen, aus welchem Stall ein Schwein kommt.

Die SVZ-Reihe zeigte: Auf allen von uns besuchten Bauernhöfen mühen sich die Landwirte, gesunde Lebensmittel zu produzieren: die Biobauern ohne Einsatz von Chemie, die konventionellen Landwirte mit deren Hilfe.

Unsere Recherchen ergaben: Für Betriebe, die ihre Erzeugnisse selbst vermarkten, bringt das zusätzliche Jobs.

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